1. November 2018

Die Frage nach dem Tod

frage nach dem tod - meinefamilie.at

Kinder sind geborene Philosophen. Die Frage nach dem woher und wohin beschäftigt sie schon in sehr jungen Jahren, gerade im Umgang mit den Tod.

„Mama, wird sie bald sterben?“, fragten meine Kinder, knapp zwei und vier Jahre alt, als sie auf dem Gehsteig vor uns eine alte Dame humpeln sahen. Sie musste diese Frage gehört haben. Trotzdem antwortete ich gelassen: „Sie ist zwar schon alt, aber wann sie sterben wird, weiß nur der liebe Gott!“

Wir hatten zu dieser Zeit noch keine Todesfälle in der Familie. Trotzdem war die Frage nach dem Tod schon vor einiger Zeit gestellt worden, als wir im Park einen toten Vogel gefunden hatten. Als sie von mir erfuhren, dass wir alle einmal sterben müssen, machten sie sich Sorgen, dass auch Mama und Papa sterben könnten. Deshalb beruhigte ich sie und erklärte, dass die alten und kranken Leute zuerst sterben und dass Mama und Papa ja noch jung und gesund seien.

Ehrlich und authentisch antworteten

 „Und was passiert mit dem Vogel, wenn er gestorben ist?“ „Sein toter Körper kommt in die Erde, aber seine Vogelseele kommt in den Vogelhimmel!“ „Und wo kommen wir hin, wenn wir gestorben sind?“ „Auch wir kommen in den Himmel. Und wenn wir ein gutes Leben geführt haben, können wir Gott ganz Nahe sein, im Paradies. Dort ist es noch schöner als auf der Erde, so schön, dass wir uns das gar nicht richtig vorstellen können. Dort kann man nicht mehr krank werden und nicht mehr sterben. Und wir werden alle unsere Lieben wieder sehen, die vor uns gestorben sind. Dort haben sie es sehr, sehr gut.“

frage nach dem tod2 - meinefamilie.at

Mit dieser Antwort waren meine Kinder zufrieden und auch ich war glücklich, diese Antwort ehrlichen Herzen geben zu können. Welch eine Kraftquelle ist doch der christliche Glaube!

Ein Friedhofsbesuch, gerade jetzt rund um Allerheiligen und Allerseelen, kann auch für Ihre Kinder zu einem Erlebnis werden, das sie hinter dem Verlust lieber Angehöriger die tröstende Dimension unseres Daseins erahnen und annehmen lässt. Manchmal dürfen wir auch staunen, wie einfach und selbstverständlich Kinder mit diesem Thema umgehen können.

Existenzielle Fragen nicht verdrängen

Was tun, wenn Sie keinen Jenseitsglauben haben? Irgendwann holt diese Frage jeden Menschen ein. Wer sie verdrängt, läuft Gefahr, eines Tages, wenn existenzielle Ereignisse in das Leben treten, wie in ein schwarzes Loch zu fallen.

Machen Sie sich auf die Suche und antworten Sie Ihren Kindern ehrlich und authentisch und sei es nur „Das weiß ich nicht! Eines aber  weiß ich ganz gewiss: Dass Mama und Papa euch lieb haben und immer für euch da sein werden!“ Diese Gewissheit ist der Nährboden, auf dem Kinder sich sicher und hoffnungsfroh entwickeln können.

 

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