1. Oktober 2018

Der Ernst des Lebens – unser Kind geht in die Schule!

Der Ernst des Lebens – unser Kind geht in die Schule! - meinefamilie.at

Abschied nehmen, loslassen, Neubeginn. Als Eltern ein Wechselbad der Gefühle, aber für die Kinder ein Abenteuer am Weg zur Selbstständigkeit! Ein Rückblick auf „unsere“ ersten drei Schulwochen.

Es ist soweit! Wir sind offiziell Eltern eines Schulkindes.

Der Sommer war für unsere Große viel zu lang, fast jeden Tag zählten wir, wie oft sie noch schlafen musste bis zum ersten Schultag. Sie freute sich sehr darauf, endlich ein Schulkind zu sein.

Als Eltern schaut das ganz anders aus. Wir haben oft darüber gesprochen, wie das wohl sein wird. Wird sich unsere Tochter daran gewöhnen, dass ihre Zeit viel stärker strukturiert ist? Wird sie damit zurecht kommen, nicht mehr die Große, sondern wieder die ganz Kleine in der Schule zu sein? Wie lang wird sie wohl bei der Aufgabe sitzen, wenn das Anziehen in der Früh schon eine halbe Stunde dauert? Und wird sie mit der Lehrerin klar kommen?

Zum Glück hat uns unsere Große (wieder einmal) bewiesen, dass sie viel mehr kann als wir glauben.

Am ersten Schultag war sie um 5.15 Uhr wach und bereit, offiziell ein Schulkind zu werden. Die Schulmesse inmitten der anderen Kinder und die halbe Stunde ohne uns in der Klasse waren für sie gar kein Thema – nur wir standen wie verloren in der Schule! Eine andere Mutter erzählte uns, dass sie endlich in der vierten Klasse angekommen war und heilfroh darüber, denn bald war Schluss mit „Aufstriche bringen“!

Der erste Elternabend

Beim ersten Elternabend saßen wir auf den winzigen Schulsesseln und merkten, dass es stimmt. Kindergarten und Schule sind zwei verschiedene Welten! Innerhalb einer Stunde waren wir informiert, mit etlichen Zetteln bewaffnet und wieder am Weg nach Hause. Viel, was wir am Kindergarten schätzen und selber so wichtig finden, hat in der Schule einfach keinen Platz mehr. Allerdings bemerken wir, dass unserer Tochter nichts fehlt, dass sie gut damit zurecht kommt und gerne Schulkind ist!

Neue Seiten entdecken, altes loslassen

Überhaupt überrascht unsere Tochter uns jeden Tag aufs Neue. Aufgabe machen ist toll! In zehn Minuten ist sie erledigt und das ganz alleine und mit viel Konzentration!
War sie an den ersten Tagen noch müde, stürzt sie sich jetzt gleich nach dem Heimkommen auf ihre Hausübung und ist noch vor dem Mittagessen fertig. Das hätten wir nicht gedacht!

Nach den ersten drei Wochen mit einem Schulkind merken wir: Schule ist anders. Anders als Kindergarten, aber auch anders als wir gedacht haben. Unsere Große kann das! Sie schafft das, wirklich. Ohne unsere ständige Hilfe, ohne viel Aufregung.

Am ersten Schultag war sie um 5.15 Uhr wach und bereit. Die Schulmesse inmitten der anderen Kinder und die halbe Stunde ohne uns in der Klasse waren für sie gar kein Thema – nur wir standen wie verloren in der Schule!

Für uns ist es ein weiteres Loslassen. War der Einstieg in den Kindergarten der erste Abschied und die Familienmitglieder nicht mehr die einzigen Bezugspersonen, ist die Schule ein großer Schritt in die Selbstständigkeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass sie sich alles merkt und weiß, wie was geht und was sie tun soll. Wir wissen nicht, was die Lehrerin über unser Kind denkt (und wünschen uns natürlich, dass sie sie mag!) und wie sie mit den anderen Kindern zurecht kommt.

Wir können einfach nur vertrauen, dass alles was wir ihr mitgeben wollten und was sie schon gelernt hat ihr jetzt hilft, immer selbstständiger und selbstbewusster zu werden.

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EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!



2 Kommentare
  • Angelika Kurucz, 2. Oktober 2018, 9:03 Antworten

    Leider stört mich der Titel eures Textes ganz gewaltig! Vermutlich empfindet ihr es als Eltern so, dass jetzt der Ernst des Lebens beginnt. Aber für wen? Vermutlich am ehesten noch für euch Eltern! Leider wirken da in den Köpfen der Eltern noch die Worte der eigenen Kindheit nach! Aber bitte überlegt was ihr den Kindern vermittelt wenn die Schule mit den Worten "Ernst des Lebens" angekündigt wird! Will man Freude, Lust u Neugierde wecken oder will man Angst u Unsicherheit verbreiten? Ich wünsche euch dass das Schuljahr weiterhin gut läuft und eure Große Spaß u Freude an der Schule hat! Aber bitte reflektiert eure unbewussten Sprachmuster!

  • Anonymous, 19. November 2018, 20:44 Antworten

    Ich bin überzeugt, dass viele Eltern den Ernst des Lebens mit einem Zwinker verstehen. Es gibt da sogar ein Bilderbuch dazu.

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