2. Mai 2019

Das Baby ist da – was ändert sich fürs große Geschwisterchen?

geschwisterchen ist da - meinefamilie.at

Nun ist das Baby da. Alle finden es sooo süß, nett und niedlich. Auch dann wenn es schreit, furzt und die Windel füllt, ja sogar dann, wenn die Milch wieder ausgespuckt wird. Was macht diese neue Situation jedoch mit den großen Geschwistern?

Süßes Baby vs. eifersüchtige Große

Die neue Familienkonstellation muss sich erst wieder ordnen. Neue Rollen werden eingenommen und ausgetestet. Die Großen, die manchmal schreien und wütend werden, obwohl es doch scheinbar keinen ersichtlichen Grund dafür gibt, erleben, dass sie in der Familie mit all ihren Gefühlen einen Platz haben. Jene, die nachfragen, wann das Baby denn nun endlich wieder zurückgebracht wird, erleben, dass ein Miteinander möglich ist, ohne dass die Liebe von Mama und Papa kleiner wird, obwohl sie geteilt wird. Dies gelingt, mit ein paar einfachen Tricks in der ersten Zeit nach der Geburt des Babys.

Ich bin wertvoll

Manche Eltern überlegen sich ein Geschenk für den großen Bruder/die große Schwester, wenn es dann die Mama mit dem Baby im Krankenhaus besuchen kommt. Kinder freuen sich natürlich sehr über eine besondere Aufmerksamkeit nur für sie. Besucher können freundlich darauf hingewiesen werden, dass sie sich doch bitte zuerst ganz bewusst mit den Größeren beschäftigen, bevor sie das Baby begrüßen. So haben die Kinder nicht den Eindruck, dass sich alle nur für das Baby interessieren.

Weiters werden die Großen in den Alltag mit einbezogen. Sie können helfen die Windel zu holen, das Baby einzucremen, bei der Kleiderwahl beraten oder einfach einen Teddy füttern, während das Baby gefüttert wird. Wird dann gleichzeitig noch Verständnis für die Gefühle der Großen gezeigt, wirkt sich dies besonders positiv aus. Ein Satz von Mama oder Papa wie zum Beispiel „Manchmal nervt das Baby ganz schön, wenn wir gerade begonnen haben, ein Buch zu lesen, und es zu schreien anfängt – findest du nicht auch?“ kann Balsam für die Seele sein.

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(c) iStock

Nicht noch mehr Neues

Wenn möglich sollten noch mehr Neuerungen für die älteren Geschwister vermieden werden. In dieser Zeit ist es nicht ratsam den Schnuller abzugewöhnen, vom Gitterbett in ein größeres Bett zu übersiedeln, oder mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen.  Weiters ist es wichtig, die Größeren in der ersten Zeit nicht auszuschließen. Sie zum Beispiel nicht bei Oma übernachten lassen, wenn es nicht von den Kindern selbst gewünscht wird, da sie dadurch eine furchtbare Zurückweisung erleben könnten. Gleichzeitig werden die Vorteile vom „Groß-Sein“ aufgezeigt. „Du kannst dir das Mittagessen selber aussuchen, das Baby muss immer Milch trinken.“ Und manchmal hilft es auch, wenn man selber mal wieder klein sein darf, sich bemuttern lässt, oder sich einfach mal wieder wie ein Baby benehmen darf und dann auf dem Arm getragen wird.

„Wir haben euch beide lieb“

Gewalt gegenüber dem Baby entsteht häufig durch Eifersucht und muss immer und sofort unterbunden werden. Dabei ist es wichtig, dem Kind in Ruhe zu erklären, dass man auf kleine Babys ganz besonders gut aufpassen muss, da sie sich sehr leicht verletzten können.  „Reservierte Zeiten“ nur für die Großen können dabei helfen, die Eifersucht zu verringern. Dies kann zum Beispiel die Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen sein. Papa kümmert sich um das Baby und Mama hat nur für mich Zeit, auch wenn dann das Baby mal kurz weinen oder schreien muss. „Jetzt bin nur ich wichtig!“ Wenn es dann noch geschafft wird die positiven Gefühle der Geschwister zueinander zu verstärken, profitieren alle davon. Ein einfacher Satz wie „Schau, wie das Baby strahlt, wenn es dich sieht!“, reicht dafür schon aus. Wie auch schon vor der Geburt des Babys betonen wir immer wieder, wie lieb wir unser Kind haben und loben es dafür, was es alles besonders gut macht oder kann. Dies stärkt das Selbstbewusstsein der Großen.


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