15. August 2018

Wie halte ich mein Kind vor schlechten Einflüssen fern?

Wie halte ich mein Kind vor schlechten Einflüssen fern? - meinefamilie.at

Als Erwachsener hat man die Aussagen noch im Ohr, als einen die Eltern vor „schlechten Einflüssen“ schützen wollten. Doch was sind das überhaupt für Einflüsse und wie kann man es womöglich bei seinen eigenen Kindern anders oder gar besser machen?

Näher definiert wurde es nämlich kaum. Warum derjenige als schlechter Einfluss abgestempelt wurde und der andere nicht, wurde oft aus den Kinderaugen betrachtet willkürlich definiert. Dennoch ertappt man sich jetzt dabei ähnliche Gedanken zu hegen und ähnlich willkürlich Grenzen festlegen zu wollen.

Und das obwohl ich mich als Elternteil als durchaus tolerant und offen ansehen würde. Doch was, wenn einmal die Tochter mit einem rauchenden Freund nach Hause kommen würde, der in Baggy-Pants gekleidet die ganz große Liebe zu ihr verkünden würde? Es wäre zumindest die Frage im Raum, wie man damit umgeht. Und ob das nicht der sprichwörtliche „schlechte Einfluss“ in persona ist.

Der schlechte Einfluss

Doch warum ist der Einfluss schlecht? Weil er raucht – das einerseits und verständlicherweise. Weil er einen etwas fragwürdigen Modegeschmack hat und man sich für die eigene Tochter einen jungen Mann mit Stil wünscht – das andererseits und schon problematischer. Im zweiten Fall geht man von seiner eigenen Einstellung und seinem eigenen Geschmack aus. Dass dieser nicht unbedingt der Geschmack der Tochter sein muss, liegt auf der Hand. Hier ist es womöglich besser, wenn man sich zurückhält.

Doch wie ist aus dieser Warte heraus überhaupt noch Kritik äußerbar? Ist es nicht generell klüger zu schweigen und nur im Notfall einzuschreiten, etwa wenn der junge Mann die eigene Tochter nachweislich schlecht und inakzeptabel behandelt? Das ist eben die Frage!

Die eigene Lebenserfahrung hat einem ja womöglich gezeigt, welche Beziehungen mit welchen Menschen potentiell schief gehen. Kann man sich aufgrund dessen aber erlauben, die Tochter mit Hinweisen und Ratschlägen zu überschütten und somit die sich anbahnende Beziehung von vornherein zu verteufeln? Gute Frage.

Bevormundung und Dialog

Der Grat zwischen Bevormundung und gelingendem Dialog zwischen Tochter und Vater ist schmal. Als Bevormundung wird höchstwahrscheinlich das empfunden werden, was als apodiktisch und geschmäcklerisch hingestellt wird. Der Bursch entspricht nicht dem Geschmack des Vaters, deshalb ist er nichts für die Tochter. Man wird gegebenenfalls schon mit mehr Erklärungen und Argumenten daherkommen müssen – und in manchen Fällen tatsächlich das eigene Ego und das eigene Empfinden hintanstellen müssen.

Der Beginn der Debatte

Die Debatte beginnt natürlich schon früher, nicht erst beim ersten Freund. Die Debatte beginnt schon in Kinderkrippe und Kindergarten. Warum spielt die Tochter mit den Jungs, die ihr laufend Sachen wegnehmen, die auch mal handgreiflich werden und nicht mit den netten, sanften Jungs, die sogar manchmal ein wenig zum Barbie-Spielen bereit sind? Es bleibt letztlich ein Mysterium. Aber es ist so. Einzuschreiten ist erst dann, wann besagter „schlechter Einfluss“ die geliebte Tochter in den Arm beißt.

Fazit

Gibt es die schlechten Einflüsse? Ja, es gibt Grenzen. Rauchende dreizehnjährige sind zweifellos nicht der richtige Umgang für die eigene Tochter. Ansonsten aber ist es schwierig. Rote Linien dürfen nicht überschritten werden. Aber den Weg zu schlechten Erfahrungen mit schlechten Einflüssen kann man nicht immer verbieten.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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