2. Januar 2019

Wenn Kinder die Freundschaften der Eltern verändern

Wenn Kinder die Freundschaften der Eltern verändern - meinefamilie.at

Freundschaft ist eine zwischenmenschliche Beziehung, die ähnlich wie alle Beziehungen gepflegt gehört. Kriegt einer aus einem Freundeskreis Kinder, wird diese Beziehung hart auf die Probe gestellt. Und viele Freundschaften halten diese Veränderung nicht aus.

Wenn Kinder auf die Welt kommen, verändert das nicht nur das Leben der frischgebackenen Eltern, sondern auch die Eltern selbst. Prioritäten werden neu gesetzt, Hobbys können sich ebenfalls verändern und der Tagesablauf wird plötzlich anders. Menschen, die früher Nacht zum Tag gemacht haben, möchten pünktlich um 19 Uhr zu Hause sein, damit das Kind rechtzeitig ins Bett kommt. Die neuen Umstände sind eine große Herausforderung für bestehende Freundschaften, vor allem wenn die alten Freunde noch keine Kinder haben.

Alleine unter vielen

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Während der alte Freundeskreis weiterhin fleißig am Feiern ist, sitzt das neue Elternpaar zu Hause und kümmert sich um das Baby. Es mag für beide Seite in Ordnung sein, dass sich das Leben so verändert hat. Meistens aber treten Probleme auf, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Dass die frischgebackenen Eltern bei Abendveranstaltungen plötzlich fehlen und auch sonst eher weniger Zeit haben, können die meisten noch verstehen. Aber wenn die Eltern nur noch ein Thema haben und zwar alles rund um das Baby, wird es mit der Zeit für kinderlose Freunde langweilig, vielleicht sogar anstrengend und uninteressant. Kommt noch dazu, dass die Eltern grenzenloses Verständnis für ihre Situation erwarten und sich kein bisschen anpassen wollen, werden die alten Freundschaften stark leiden oder zerbrechen. Aber auch andersrum kommt es immer wieder vor, dass kinderlose Paare nicht verstehen, wieso sich bei den neuen Eltern alles nur noch um das Baby dreht. Eine Situation, die viel Geduld erfordert.

Kinderlose Freundschaften behalten

Wenn einem die alten Freunde wirklich wichtig sind, wäre es ratsam, noch vor der Geburt darüber zu reden, was sich mit einem Baby verändern wird. Dabei macht es wenig Sinn zu versprechen, dass man so bleibt wie man ist. Schlaflose Nächte und das Bedürfnis, dem kleinen Menschen möglichst nah zu sein, werden wahrscheinlich dafür sorgen, dass man nicht jeden Freitag ausgehen möchte. Viel wichtiger wäre es, neue Regeln aufzustellen. Statt einer Partynacht machen wir ein Sonntagsbrunch. Unter der Woche abends ausgehen geht nicht und die arbeitenden Freunde haben tagsüber kaum Zeit? Wie wäre es mit einem gemeinsamen Essen in der Mittagspause?

Denn auch Freundschaften, ähnlich wie Liebesbeziehungen, enden manchmal. Wichtig ist nur, dass sie nicht an Kleinigkeiten zerbrechen. Denn es lohnt sich, alte Freunde zu behalten und manchmal braucht man nicht viel, um eine Freundschaft zu reparieren. Allerdings müssen beide Seiten dazu bereit sein.

Wichtig ist auch die eigenen Bedürfnisse anzusprechen, klar kommunizieren, was einem am Herzen liegt. Ist man nicht bereit das eigene Baby fremd betreuen zu lassen, sollte man es auch offen sagen und keine Ausreden suchen. Wenn es schwer ist, sich an eine Uhrzeit zu halten, kann man eine andere Lösung suchen, zum Beispiel sagen „ich komme zwischen 13 und 14 Uhr vorbei und rufe an, wenn ich unterwegs bin“. Das vermeidet Konflikte wegen ständiger Unpünktlichkeit. Das Baby soll nicht als Ausrede benützt werden, auch wenn es vielleicht stimmt, dass das Baby „nicht wollte“. Andersrum sollten kinderlose Freunde auch verstehen, dass Kinder keine Roboter sind und manchmal die Verabredung doch noch ins Wasser fällt. Kommunikation und Kompromisse sind auch in einer freundschaftlichen Beziehung das Wichtigste.

Hurra, wir alle werden Eltern

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Groß ist die Begeisterung, wenn zwei Freundinnen gleichzeitig schwanger werden. Schöne Plänen über die gemeinsame Karenzzeit werden gemacht, man freut sich auf das bevorstehende Abenteuer und glaubt fest daran, dass die Freundschaft mit dem Kinderkriegen noch intensiver wird. Wie sehr man sich täuschen kann, erzählt Klara in einem Internetforum: „Früher waren wir unzertrennlich. Wir wurden sogar gleichzeitig schwanger. Doch als die Kinder da waren, ging die Freundschaft nach und nach in die Brüche. Unsere Ansichten und Erziehungsstile waren so unterschiedlich. Irgendwann haben wir uns gegenseitig nicht mehr ausgehalten.“

Wenn befreundete Paare zeitgleich Eltern werden, ist es keine Garantie dafür, dass die Freundschaft halten wird. Klar können die neuen Umstände die Freundschaft bestärken. Immerhin erlebt man das Gleiche und durch gegenseitige Tipps kann es zu einem starken Gefühl der Verbundenheit kommen. Allerdings passiert dies nur dann, wenn die Paare ihre Kinder ähnlich behandeln und erziehen. Handelt ein Paar mehr bedürfnisorientiert, während das andere Paar ein Fan von ausweinen lassen ist, wird auch diese Freundschaft eine schwierige Zeit durchmachen und womöglich sogar enden.

Sie machen alles falsch

Alle frischgebackenen Eltern kennen das. Kommt ein Baby zur Welt, wissen alle rund herum am besten, wie man es erziehen soll. Gut gemeinte Ratschläge, Belehrungen und sogar Tipps von Menschen, die keine Erfahrungen mit Kinder haben, machen das Leben der Eltern oft schwer.

Jedes Paar sucht sich seinen eigenen Weg und versucht das Beste zu tun. Wenn das befreundete Paar alles komplett anders macht, heißt es nicht automatisch, dass es falsch handelt. Manchmal ist es ratsam darüber nachzudenken, wieso jemand so agiert. Am Besten ist es nachzufragen und drüber zu diskutieren, anstatt sich sinnlos zu ärgern. Bemerkt man allerdings, dass man keinen gemeinsamen Weg findet, ist es an der Zeit „lebe Wohl“ zu sagen. Denn auch Freundschaften, ähnlich wie Liebesbeziehungen, enden manchmal. Wichtig ist nur, dass sie nicht an Kleinigkeiten zerbrechen. Denn es lohnt sich alte Freunde zu behalten und manchmal braucht man nicht viel, um eine Freundschaft zu reparieren. Allerdings müssen beide Seiten dazu bereit sein.



EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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