4. September 2018

Schulstart: ein neuer Lebensabschnitt beginnt

schulstart - meinefamilie.at

Der Nachwuchs kommt in die Schule. Für das Kind eine Freude oder doch eher ein mulmiges Gefühl? Für die Eltern: Freude und Wehmut zugleich, weil ein neuer Lebensabschnitt beginnt.  

Wenn die Kindergartenzeit und die unbeschwerte Sommerzeit endgültig vorbei sind, wird es ernst. Jetzt heißt es wieder früh aufstehen, die Schultasche packen und Stillsitzen. Das unbekümmerte in den Tag hineinleben und im Pool tauchen sind für einige Zeit erst einmal vorbei. Denn mit dem ersten Schulstart heißt es, die neuen Lehrer und Klassenkameraden sowie die Buchstaben kennenzulernen. In welches Klassenzimmer müssen wir nochmal?

Vor dem ersten Schulbeginn wird das Kind oft von allen Seiten auf die Schule angesprochen. Ältere Verwandte und Bekannte erzählen mit bedeutungsschwangerer Stimme vom Schulanfang. Leicht entsteht dabei der Eindruck, dass es sich hier um etwas ganz Außergewöhnliches handelt, bei dem Kinder gleich um Jahre reifer werden. Der Druck steigt. Darum pushen Sie das Thema im Vorfeld nicht zu sehr und schrauben Sie die Erwartungen nicht zu hoch. Lassen Sie sich von „guten“ Ratschlägen und Erfahrungen anderer nicht verunsichern. Oft stellt sich ganz von selbst heraus, dass die Lehrerin, die angeblich so schrecklich unterrichtet, doch eigentlich ganz in Ordnung ist und die Klasse gut im Griff hat. Bleiben Sie positiv und gelassen. Es tut gut, dem Kind entspannt zu erklären, wie es in der Schule abläuft, ohne dabei überschwänglich von den Vorteilen zu schwärmen. Denn bis das Lesen wie von selber geht, braucht es seine Zeit und nicht jeder findet gleich gute Freunde. Was hilft ist, den Sprössling aktiv darin zu stärken, kommende Schwierigkeiten selbst zu meistern und ihm zu versichern: „Wir packen das schon!“ Und: ein gewisses Grad an Unsicherheit und Aufregung gehören beim Schulstart einfach dazu, das bringt die Veränderung mit sich.

Darum pushen Sie das Thema im Vorfeld nicht zu sehr und schrauben Sie die Erwartungen nicht zu hoch. Lassen Sie sich von „guten“ Ratschlägen und Erfahrungen anderer nicht verunsichern.

Auch die Tagesstruktur der Familie ändert sich: fixes, frühes Aufstehen und damit verbundenes frühes Schlafengehen sind angesagt, die Schulsachen müssen besorgt und beschriftet sein und bald sind Hausaufgaben zu machen. Spontane Familienurlaube sind nicht mehr so leicht möglich. Es ist ratsam den Schulweg im Vorhinein zu üben sowie die Schule und den Mittagstisch, wenn möglich, im Vorhinein zu besichtigen. Denn alles, was das Kind schon kennt, ist beim Schulstart nicht mehr neu. Kann der Sprössling den Schulweg dann alleine bewältigen, wirkt er gleich stolze fünf Zentimeter größer und genießt die neue Freiheit. Das entlastet auch die Eltern.

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Schritt für Schritt

Das Lernen selbst ist eine große Herausforderung: die Lerninhalte werden von Kind zu Kind unterschiedlich verdaut und die Klassendynamik ist neu. Für den Erstklässler gilt, seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Waren sie im Kindergarten gerade noch die Großen, sind sie jetzt wieder die Kleinen. Die neuen Beziehungen zu Kindern, Lehrern und Eltern werden nicht immer konfliktfrei verlaufen, aber viele schöne Momente mit sich bringen. Überfordern Sie ihr Kind nicht. Es müssen nicht noch zusätzlich ein neues Instrument und zwei neue Sportarten sein.

Einige Mütter berichten auch davon, dass ihre Kinder plötzlich wieder zu Klammern beginnen – die Mutter immer in der Nähe sein sollte oder die Sechsjährigen in der Nacht wieder ins elterliche Bett krabbeln. Andererseits können sie schnell noch mehr Dinge alleine machen. Der Zusammenhang von mehr Selbstständigkeit und zusätzlichem Klammern wird auch „6-Jahres-Krise“ genannt und geht, wie jede Entwicklungsphase irgendwann vorbei.

Vertrauen, das stärkt

Für die Eltern heißt es mit Schulbeginn einmal mehr, dem Kind zu vertrauen und loszulassen. Zu vertrauen, dass es die neuen Anforderungen bewältigt und zu Ihnen kommt, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Im besten Fall sind die Eltern ein Leben lang ein Ort der Geborgenheit und des Schutzes.

Lassen Sie sich einfach auf die neue Situation ein, machen Sie sich nicht zu viele Gedanken, bleiben Sie gelassen und positiv. Mit Sicherheit sind viele schöne Erlebnisse, Gespräche und Erfahrungen für Sie und die ganze Familie mit dabei. Und nach und nach wachsen alle Beteiligten in die neue Welt hinein.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karolina Putz

    Beruflich bin ich als freie Journalistin und Projektmanagerin tätig. Privat bietet das Leben mit unserem dreijährigen Sohn so allerhand Überraschendes, Freudiges aber auch Dinge zum Aus-der-Haut-fahren.


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