23. November 2018

Kindliche Depressionen

depression kinder - meinefamilie.at

Können Kinder schon Depressionen haben? Leider ja, besonders dann, wenn Personen im engen Familienverband davon betroffen sind oder Krisen und Belastungen das Familienklima trüben.

Unterschiedliche Reaktionsweisen

Wenn Kinder Probleme haben, dann machen sie auch welche! Wenn Kinder unliebsames Verhalten an den Tag legen, so muss man sich immer fragen „was hat das mit mir zu tun? Wie kann ich konstruktiv darauf reagieren?“ Hier erkennen Eltern leichter ihren Handlungsbedarf. Was aber ist mit jenen Kindern, die ihre Trauer oder ihre Wut in sich hinein fressen? Sie wollen niemandem zur Last fallen und passen sich an, und niemand merkt etwas von ihren Sorgen. Dies ist eigentlich die schwierigere Situation.

Sichere Bindung und Selbstwirksamkeit sind zwei wichtige Bausteine gegen Depressionen und somit Grundlagen für Resilienz.

Eine sichere Bindung aufbauen

Die beste Medizin gegen kindliche Depressionen sind Geborgenheit, eine offene und vertrauensfördernde Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Allein schon dadurch, dass Kinder drauflos erzählen können, ohne gleich mit Kommentaren und Lösungsvorschlägen „beglückt“ – oder aus der Perspektive des Kindes – blockiert zu werden, schafft Erleichterung und vermittelt Kindern ein Gefühl der Annahme. Wenn Kinder bei ihren Eltern „laut nachdenken“ dürfen, finden sie wie von selbst Lösungen für viele ihrer Kindersorgen und die Eltern können im richtigen Moment Hilfe anbieten, ohne sie aufzudrängen. So wird das Kind in seiner Selbstwirksamkeit gefördert. Sichere Bindung und Selbstwirksamkeit sind zwei wichtige Bausteine gegen Depressionen und somit Grundlagen für Resilienz.

 depression kinder - meinefamilie.atBewegung in frischer Luft

Spiel und Spaß und viel Bewegung, möglichst an der frischen Luft, auch im Herbst und im Winter, Freunde treffen, das kreative Potential fördern sowie Aktivitäten ohne verplanten Freizeitstress stärken das seelische Immunsystem. Stubenhocken, übermäßiges Fernsehen und Computerspiele hingegen machen das Kind passiv, begünstigen Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen (die im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Lernschwierigkeiten stehen), Muskel- und Haltungsschwächen, Übergewicht und sozial-emotionale Störungen, welche wiederum depressive Stimmungen begünstigen. Jedes dritte Volksschulkind ist heute von Bewegungsmangel betroffen. Nicht nur in der Schule, auch im Hort oder zu Hause heißt es überwiegend: „Still sitzen! Ruhig sein!“ Spielende und lachende Kinder werden von vielen Erwachsenen, oft sogar den eigenen Eltern, als Belästigung empfunden. Das heißt nicht, dass es nicht Momente der Stille und der Konzentration geben darf und soll. Wenn Kinder in ihrem Übermut nicht mehr zu bremsen sind, kann man sie „herunterholen“, indem man zwischendurch eine Geschichte vorliest. Auch einfache, meditative Stille-Übungen können wirkungsvoll und heilsam sein.

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Erlebnisse und Ängste ausdrücken lassen

Wenn Ihr Kind von seiner Veranlagung her ruhiger ist oder momentane Probleme hat, können Sie es durch einfühlsames, aktives Zuhören unterstützen, seine Emotionen und Ängste auszudrücken und damit zu bewältigen. Haben Sie Geduld! Mit „Sei nicht so ängstlich! „Sei nicht so verschlossen!“ ist Ihrem Kind jedoch nicht gedient. Rituale (z.B. beim Schlafengehen) und Traditionen, wie es derer gerade in der bevorstehenden Weihnachtszeit viele gibt, können helfen, Licht, Wärme und menschliche Zuwendung in besonderer Weise zu spüren. So werden Lebenslust und Freude auch in der kalten und finsteren Jahreszeit für Ihr Kind erlebbar. Echte Freude ist das beste Anti-Depressivum, auch für uns Erwachsene.

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