12. August 2018

Entspannte Zugreise mit einem Kleinkind

Entspannt im Zug reisen mit einem Kleinkind - meinefamilie.at

Reisen mit einem Kleinkind ist immer ein Abenteuer. Egal ob mit einem Auto, mit einem Flugzeug oder mit einem Zug. Eine gute Vorbereitung ist deshalb schon die halbe Miete. Unzählige Autoreisen und drei Flugreisen haben wir schon hinter uns. Nun wagte ich mich auch auf eine Zugreise mit unserem Sohn. Mit ihm und 16 weiteren Kindern. Was für eine Herausforderung!

Es war ein schöner Sommertag, an dem unsere Reise begann. Wir standen in der Früh am Bahnhof in Wien. Ich als Gruppenleiterin von einer Pfadfindergruppe, 16 Kinder zwischen sechs und elf Jahren und mein damals 18 Monate alter Sohn. Vor uns lag eine Zugreise, die über sechs Stunden dauern sollte. Drei Nächte davor habe ich kaum geschlafen. Solche Angst hatte ich, davor wir die Reise überstehen würden.

Das Abenteuer beginnt

Zum Glück war ich nicht alleine mit all den Kindern. Zwei Erwachsene Helfer waren mit an Board. So haben wir es alle heil in den Zug geschafft. Nachdem wir eingestiegen sind und unsere Plätze gefunden haben, begann ich mich zu entspannen. Ich war perfekt vorbereitet, trotzdem ging ich im Kopf noch ein Mal alles durch. Habe ich vielleicht etwas zu Hause vergessen? War die riesige Tasche genug?

Alles eingepackt

Meine Tasche war wirklich groß und sehr voll. Mit Sachen, welche aus einer Zugreise ein gemütliches Ereignis gemacht haben. Wenn man mit einem Kleinkind verreist, sollte man an Alles vorbereitet sein. Ich habe folgende Sachen eingepackt:

  • Milch + Fläschchen
  • Obst
  • Zwei belegte Semmeln
  • Knabberzeug
  • Spielzeugautos
  • Bücher
  • Kuscheldecke
  • Trinkflasche
  • Wickelsachen
  • Ersatzkleidung
  • Stifte und Papier

Für die großen Kinder hatte ich noch einige Kartenspiele, Malbücher und Süßigkeiten mit.

Herausforderung Mittagsschlaf

Die ersten drei Stunden verliefen sehr gemütlich. Mein Sohn hat viel gespielt, Bücher angeschaut und zwischendurch etwas gegessen. Auch die großen Kinder haben sich mit ihm beschäftigt. Doch langsam wurde Mittag und mein Kind wurde müde. Doch 16 Kinder auf einem engen Raum, das bedeutet viel Lärm. Also nahm ich mein Kind und ging spazieren. Dabei entdeckte ich einen Ruhe-Wagon. Einen Ort, wo es deutlich ruhiger war, als im Rest des Zuges. Für Menschen, die viel Zug fahren, vielleicht nichts Neues. Für mich war es aber die Entdeckung des Jahres. Wir haben einen freien Platz gefunden, danach hat mein Kleiner seine Milch ausgetrunken und ist in meinem Arm friedlich eingeschlafen. Und ich gönnte mir auch ein angenehmes Schläfchen.

Die Fahrt wird lang

Am Nachmittag war es, vor allem die letzte Stunde, schon ein wenig anstrengend. Alle Kinder wurden unruhig. Also gingen wir in den Kinderwagon (meine nächste Entdeckung) und die Großen durften sich einen Film auf einem kleinen Fernseher anschauen. Mein Sohn turnte währenddessen fleißig herum. So haben wir auch die letzte Stunde überstanden und unsere Zugreise war zu Ende. Ich war froh, denn sie verlief deutlich besser, als ich erwartet hatte.

Beschäftigung im Zug

Neben den Büchern, Autos und Malsachen muss man ziemlich kreativ sein, um ein Kleinkind im Zug beschäftigen zu können. Zeitweise fühlte ich mich wie eine Animateurin in einem Kinderclub, aber das war es wert. Denn mein Kleiner war die meiste Zeit friedlich und hat kaum gejammert. Ich habe verschiedene Spiele mit ihm gespielt. Es gibt unzählige Fingerspiele, Abzählreime und Kniereitverse für Kleinkinder im Internet. Damit kann ein Kleinkind recht lange beschäftigt werden. Sehr spannend für meinen Sohn war auch der Blick aus dem Fenster. Immer wieder sahen wir verschiedene Tiere, Autos, spannende Häuser oder Menschen. Bei größeren Kindern kann man sich dann eine bestimmte Geschichte überlegen, sobald man etwas Außergewöhnliches in der vorbeiziehenden Landschaft erblickt. Wenn das Sitzen dann trotzdem zur Qual wird, kann man noch immer spazieren gehen. Wir sind an einer Haltestelle sogar ausgestiegen und spazierten zum nächsten Wagon. Es tat uns beiden gut. Ich habe die Zugreise als angenehm empfunden. Mit einer guten Vorbereitung ist also auch eine Zugreise ein Kinderspiel. 😉

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EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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