30. April 2019

Positive Affirmationen zur Selbststärkung des Kindes

Positive Affirmationen zur Selbststärkung des Kindes - meinefamilie.at

Positive Affirmationen helfen nicht nur Politikern und anderen Menschen die im öffentlichen Rampenlicht stehen, sie können auch für Kinder hilfreich sein und ihnen zu mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit verhelfen.

Tränenüberflutet kam Valerie vor einigen Wochen von der Schule nach Hause und schnauzte mich an, ich solle ihr morgen eine „gscheite“ Jause mitgeben. Überrascht über ihre Begrüßung nahm ich sie zu Erst einmal tröstend in den Arm und fragte sie vorsichtig nach dem Warum.

„Einige Kinder aus meiner Klasse finden meine Jause ekelig und verspotten mich deshalb.“, kam es schluchzend aus ihr heraus. Jetzt war ich noch verwunderter. Ich gab Valerie doch jeden Tag etwas (aus meiner Sicht) gesundes und leckeres mit.

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Seien es bunte Paprika, Gurken, Tomaten, etc. Meine ersten Gedanken waren zugegebenermaßen voll Ärger über diese Kinder. Wie konnten sie nur so gemein zu unserer Tochter sein? Jedoch nahm ich mich ganz schnell an der Nase und lenkte meine Gedanken um. Aus Erfahrung weiß ich, dass Ärger und Groll einem absolut nichts bringen – nur schlechte Gefühle.

Die Fehler der Anderen…

Mein Ansatz, den ich mir, für uns passend gesucht habe ist, nicht zu schauen, was die anderen falsch machen und wie sie sich verändern könnten bzw. meines Erachtens sollten, sondern auf mich selbst zu schauen. In unserem Fall hieß das, wenn Valerie sich durch solche Aussagen verunsichern und verletzen ließ, dann wollte ich ihr Selbstbewusstsein mehr stärken.

Eine Möglichkeit um die Selbstsicherheit und das Vertrauen der Kinder in sich selbst zu festigen ist mit positiven Affirmationen zu arbeiten. Affirmationen sind Bejahungen, welche immer und immer wieder wiederholt und sich selbst vorgesagt werden. Ich sage ja zu mir, zu der Selbstliebe und zum Leben. Das Gehirn und das Bewusstsein lernen durch Wiederholungen.

Das Unterbewusstsein beeinflussen

Wenn ich mir zum Beispiel immer wieder sage „Ich schaffe das!“, dann werde ich es auch schaffen, weil es sich in meinem Denken und in meinem (Unter-)Bewusstsein gefestigt hat.
Ich habe mich einmal aus Interesse mit einer Mentaltrainerin und Therapeutin deswegen unterhalten. Sie informierte mich, dass alle Spitzensportler und Politiker mit positiven Glaubenssätze arbeiten, um den großen Druck stand zu halten und erfolgreich zu sein.

Mein Ansatz, den ich mir, für uns passend gesucht habe ist, nicht zu schauen, was die anderen falsch machen und wie sie sich verändern könnten bzw. meines Erachtens sollten, sondern auf mich selbst zu schauen. In unserem Fall hieß das, wenn Valerie sich durch solche Aussagen verunsichern und verletzen ließ, dann wollte ich ihr Selbstbewusstsein mehr stärken.

Sie gab mir den Tipp, wenn man mit Kindern mit positiven Affirmationen arbeiten möchte, zunächst nur mit 3, aller höchstens 4, kurzen Sätzen zu arbeiten. Zu viele wären eine Überforderung für das Gehirn. Die Bejahungen sollten gemeinsam mit dem Kind überlegt werden, denn das Kind soll sich gut fühlen, wenn es die Sätze spricht.

Bei der Formulierung soll man weiters darauf achten, dass sie wirklich positiv beschrieben werden und nicht negativ. Anstatt „Ich bin nicht schüchtern!“ sollte es heißen „Ich bin selbstbewusst!“. Das Hirn könnte nämlich nur das „schüchtern“ vernehmen und sich dies einprägen. Als weiteres Beispiel dazu wurde uns im Studium in Entwicklungspsychologie gelernt, wenn wir wollten, dass die Kinder in der Klasse leise sind, sollten wir anstatt „Seid bitte nicht so laut!“, „Seid bitte leiser/ruhiger!“ fordern. Da die Schüler/ Schülerinnen sonst nur das Wort „laut“ wahrnehmen würden.

Mögliche Affirmationen für Kinder

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  • Es ist gut, so wie ich bin!
  • Alles was ich mache ist gut so!
  • Ich mag mich so wie ich bin!
  • Ich liebe mich so wie ich bin!
  • Ich bin mutig und stark!
  • Ich stehe hinter mir und dem was ich mache!
  • Ich bin selbstbewusst!
  • Ich bin selbstsicher!
  • Ich bin wertvoll!
  • Ich bin wichtig!
  • Ich bin geliebt (von Gott)!
  • Ich bin beschützt!
  • Ich bin wundervoll!
  • Ich bin voller Freude und Dankbarkeit!
  • Ich bin einzigartig und wichtig für diese Welt!
  • Ich trage dazu bei, dass die Welt schöner wird!
  • Ich bin etwas Besonderes!
  • Ich bin glücklich!
  • Ich vertraue mir selbst!
  • Ich bin gesund!
  • Ich bin ausgeglichen!
  • Ich kann das! Ich schaffe das!
  • Ich bin stolz auf mich!

Unterstützend kann man die ausgewählten Sätze auf bunte Post It´s schreiben und die Kinder etwas dazu malen lassen. Der Kreativität sind allerdings keine Grenzen gesetzt. Man kann anstatt der Post It´s auch einen Regenbogen malen und die Sätze auf die Farben schreiben oder eine Blume und die Affirmationen in die Blüten hinein zeichnen…

Aufgehängt sollten sie dort werden, wo man sie oft sieht. Vielleicht im Kinderzimmer, im Badezimmer, oder auf der Toilette. Vor dem Schlafen gehen und am Morgen sollten diese Sätze einige Male gesprochen werden. Am besten laut, denn dann hört man es zusätzlich noch.

Gestärkt im Alltag

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Ich gebe Valerie mittlerweile wieder eine gesunde Jause in die Schule mit. Durch die positiven Affirmationen ist sie nach einiger Zeit selbstbewusster geworden. Anfangs kamen wieder die Hänseleien wegen ihrem „ekelhaften Essen“. Valerie nahm es dieses Mal gelassener und erwiderte nur cool darauf „Mit der Jause bin ich dann fit für die Turnstunde!“ oder „Ist mir doch egal, was du ekelig findest. Hauptsache mir schmeckt´s!“

Durch ihre Einstellung „Es ist mir egal, was du von meiner Jause hältst – mir tut sie gut“ ist es den anderen Kindern langweilig geworden sie zu verspotten und sie haben ihr Verhalten geändert.

Valerie wird jetzt nicht mehr gehänselt und genießt weiterhin ihr Obst und Gemüse.



EIN ARTIKEL VON
  • Doris Dolezal

    Mit Herz, Hirn und Humor versuchen mein Partner und ich den Alltag mit unseren zwei wundervollen Mädels (8 Jahre und 5 Monate) und unserem Kater zu meistern. Doch nicht nur in der Familie sammle ich die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Kindern, auch in meinem Beruf als Religionspädagogin.


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