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Pilze suchen mit Kindern

Grundausrüstung fürs Pilzesammeln

  • gutes Schuhwerk
  • ein Korb
  • ein kurzes Messer
  • ein Bestimmungsbuch
  • ein Paar Blatt Küchenrolle

Unsere Pilz-Regeln

  1. Grundsätzlich bleibt mal jeder Pilz dort stehen, wo er wächst. Die Kinder dürfen nichts alleine abreißen, was ich nicht selbst gesehen und für gut befunden habe. Sie rufen mich, sobald sie etwas gefunden haben. Unter meiner Aufsicht dürfen sie dann essbare Pilze sauber ernten.
  2. Alte oder beschädigte Pilze lassen wir stehen. Ich halte nichts von mutwilligem Zerstören von Schwammerln, auch wenn sie unansehnlich sind. Immerhin haben alte Pilze Sporen in sich, durch die sich wieder neue entwickeln.
  3. Wir räumen nie einen Fundort total leer. Finden wir z.B. 4 Pilze an einer Stelle, lassen wir einen stehen. Auch andere Pilzsammler freuen sich über einen Fund und Tiere ernähren sich davon.
  4. Wir gehen mit den geernteten Pilzen sorgsam um. Sie werden vorsichtig in unseren Korb gelegt und nicht gequetscht.
  5. Wir nehmen grundsätzlich nur Pilze mit, bei denen wir uns sicher sind. Sollte mal einer dabei sein, den wir näher bestimmen wollen, wickeln wir ihn in Küchenrolle und legen ihn separat. Sollte er giftig sein, darf er mit dem Rest nicht in Berührung kommen.
  6. Bei Pilzen, die wir nicht 100%ig kennen, schlagen wir im Bestimmungsbuch nach und fragen Experten um Rat.

Die wichtigsten Merkmale, die bei Pilzen wichtig sind

Ein Pilz besteht aus dem Hut, dem Stiel und der Stielbasis bzw. Knolle. Manche Pilze haben um den Stiel eine Manschette oder einen Ring, die auch unterschiedlich aussehen können. Unter dem Hut hat er entweder Lamellen, Röhren (wie ein Schwamm), Leisten oder “Stoppeln”. Die einzelnen Teile beurteilt man nach Beschaffenheit, Farbe, Verfärbung auf Druck bzw. Schnitt. Zusätzlich kann man bei Unsicherheit Geruch und Geschmack (nur bei sicher ungiftigen Sorten!!!) feststellen.

Kurze Liste der wichtigsten essbaren Pilze unserer Gegend

  • Wiesenchampignon: Diese Pilze findet man auf Wiesen oder am Waldrand. Sie sind weiß, haben meist einen runden Hut von max. 10 cm Durchmesser. Ganz wichtig: Die Lamellen müssen schokoladebraun bzw. rosagrau sein. Der Stiel ist weiß und nicht besonders dick. Sind die Lamellen weiß, Finger weg! Das könnte ein weißer Knollenblätterpilz sein, der sehr giftig ist! Zusätzlicher Test: Der Pilz riecht leicht nach Anis.
  • Parasol: Diese Pilze wachsen am Waldrand oder im Wald. Sie sehen im jungen Zustand aus wie braune “Mikrofone” (Anm. meiner Kinder) und entfalten später einen tellerartigen Hut (bis zu 30 cm!!) mit leichtem Buckel in der Mitte. Die Oberfläche ist braun und schuppig. Der Pilz hat einen geraden bräunlichen Stiel (auch bis zu 30cm). Knapp unterhalb des Hutes befindet sich ein Ring. Die Lamellen sind weiß. Ganz wichtig: Der Stielansatz muss direkt in der Erde stehen. Steckt der Stiel in einer Knolle, die wie eine Eierschale aussieht, ist der vermeintliche Parasol ein Knollenblätterpilz und somit hochgiftig! Um ganz sicher zu gehen, grabe ich beim Parasol vorsichtig den Boden rund um den Stielansatz auf. Die Knolle ist nämlich manchmal etwas tiefer in der Erde. Kann ich dieses Merkmal ausschließen, darf man den Parasol bedenkenlos mitnehmen. Essbar ist der ganze Pilz, doch meist verwende ich nur den Hut.
  • Steinpilz: Dieser begehrte Speisepilz ist leider nur selten zu finden, aber wirklich besonders lecker. Er ist das klassische “Schwammerl” mit hellbraunem rundem Hut (ca. 10-20 cm) und etwas dickerem Stiel und wächst im Wald. Unter dem Hut befinden sich helle gelbliche Röhren. Schneidet man den Hut ganz leicht an bzw. bricht ein Stückchen ab, zeigt sich weißes Fleisch. Er riecht leicht obstig. Sowohl Hut als auch Stiel können verwendet werden.
  • Maronenröhrling: Dieser Pilz ist dem Steinpilz ähnlich, mit einem Durchmesser von ca. 15 cm. Er wächst im Nadelwald, hat einen etwas dunkleren Hut und einen dünneren Stiel von gelbbräunlicher Farbe. Die Röhren an der Unterseite des Hutes sind gelb. Auf Druck bzw. Schnitt färbt sich das Pilzfleisch blau. Keine Angst, das macht nichts. Es ist einfach ein deutliches Unterscheidungsmerkmal.

Worauf achten?

Für weitere essbare Sorten ist es gut, einen Pilzratgeber zur Hand zu haben. Einige weitere Beispiele: Schopftintling, Eierschwammerl, Birkenpilz, Reizker, Rotkappe. Sich mit dem Thema Pilze zu beschäftigen, macht wirklich Spaß! Damit die Suche aber nicht in einer Pilzvergiftung endet, möchte ich auch die wichtigsten giftigen Pilze kurz beschreiben. Dass man Fliegenpilze nicht essen kann, weiß jedes Kind. Als Faustregel gilt, dass nur Lamellenpilze tödlich giftig sein können. Bei den Röhrlingen gibt es einige, die ungenießbar sind, aber nicht hoch giftig.

  • Knollenblätterpilz: Dieser Lamellenpilz ist hoch giftig. Es gibt verschiedene Arten wie weißer und grüner Knollenblätterpilz. Er kann manchmal auch ähnlich wie ein Parasol oder Champignon aussehen. Wichtigstes Merkmal: Die Knolle am Stielansatz. Findet sich beim Graben eine weiße Hülle, die wie eine häutige Eierschale aussieht, Finger weg! Nicht mal den Pilz anrühren. Bitte auch nicht zerstören, denn manche Tiere können ihn fressen. Einfach stehen lassen.

Ein zusätzliches Merkmal: Der Pilz hat keinen Ring, sondern eine kleine Manschette rund um den Stiel, die wie ein kleines Röckchen aussieht. Und die Lamellen sind weiß.

  • Satanspilz: Dieser Pilz sieht ähnlich aus wie ein Steinpilz bzw. ein Maronenröhrling, mit gelben bis rötlichen Röhren, nur hat der Stiel eine rötliche netzartige Färbung. Der Hut kann bis zu 30 cm groß werden. Das Fleisch verfärbt sich bei Druck und Schnitt blau. Er riecht unangenehm, ist nicht tödlich giftig, aber ungenießbar.
  • Gallenröhrling: Fast zum Verwechseln ähnlich wie ein Steinpilz, auch was die Größe betrifft, mit hellem graubräunlichem Hut und hellen Röhren. Das Fleisch bleibt beim Anschnitt weiß. Der Pilz ist ungenießbar, aber kann man eine kleine Kostprobe riskieren. Schmeckt das Fleisch bitter, ist es garantiert ein Gallenröhrling.

Und nun: Viel Spaß beim Suchen und Bestimmen!

P.S. Meine Informationen habe ich aus Knaurs Pilzbuch von Linus Zeitlmayr

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Maria Lang :