8. Mai 2019

Noch mehr von Erstgeborenen, Sandwichkindern und Nesthäkchen (Teil 2)

Noch mehr von Erstgeborenen, Sandwichkindern und Nesthäkchen

Im 1. Teil habe ich schon erwähnt, was Wissenschaftler über Einzelkinder und Erstgeborene herausgefunden haben. Nun sind Nesthäkchen und Sandwichkinder dran. Je größer der Altersabstand zwischen den Kindern ist, desto eher haben aber auch die Jüngsten oder Mittleren Eigenschaften von einem Erstgeborenen. Meine Geschwister sind 8 bis 10 Jahre älter. Ich bin also eine wissenschaftliche Mischung aus Nesthäkchen und Erstgeborenen.

Die Sandwichkinder

Sandwichkinder sind zunächst die jüngsten Kinder in der Familie und erst mit der Geburt eines weiteren Geschwisterchens werden sie sogenannte Sandwichkinder. Je nachdem, wie groß der Altersabstand zum Nächstgeborenen ist, weisen sie sowohl Eigenschaften des Sandwichkindes, als auch des Nesthäkchens auf (vor allem dann, wenn der Altersabstand höher als drei Jahre ist).

Noch mehr von Erstgeborenen, Sandwichkindern und Nesthäkchen
(c) iStock

Die Eltern haben bei den Sandwichkindern schon mehr Erfahrung und sind dadurch entspannter und sicherer. Schnell kommen sie aber auch drauf, dass nicht alles, was beim ersten Kind noch bestens funktioniert hat, auch beim zweiten zum Ziel führt. Sandwichkinder müssen sich meist schon ein paar Stunden nach der Geburt die Aufmerksamkeit mit ihren älteren Geschwistern teilen – und später auch noch mit den jüngeren. Dadurch werden sie dauerhaft erfinderischer sein, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erlangen.

Sind die Mittleren am sozialsten?

Das führt uns auch schon gleich zu den besonderen Eigenschaften der Sandwichkinder. Neben dem kreativen Umgang die Aufmerksamkeit der Eltern zu erlangen, sind sie dadurch meistens auch noch sozial geschickter. Sie haben schon früh gelernt, was zu tun ist, um etwas zu erreichen, ohne den jeweils anderen zu ärgern. Denn nur so erreichen sie das Ziel der positiven Aufmerksamkeit der Eltern. Sandwichkinder sind übrigens jene Geschwisterposition, die am häufigsten als erstes von daheim ausziehen. Weitere typische Eigenschaften für Sandwichkinder sind laut Studien:

  • harmoniebedürftig,
  • setzen sich realistische Ziele,
  • individualistisch,
  • kommen mit den meisten Menschen gut zurecht,
  • suchen kreative Ausdrucksformen (Sport, Kunst, Musik) und
  • engagieren sich oft für Benachteiligte.

Die Nesthäkchen

Das jüngste Kind in der Familie wird das Nesthäkchen genannt. Dies ist die Position, die angeblich die meisten Menschen auswählen würden, wenn sie könnten. Das kann vielleicht daran liegen, dass Nesthäkchen oft mit viel mehr durchkommen, was bei den Älteren noch nicht gegangen wäre. Die älteren Geschwister haben sich die Rechte „erkämpft oder erarbeitet“ und die Jüngsten können sie einfach so nutzen, ohne auf eigene Faust dafür zu kämpfen. Ein weiterer Vorteil dieser Position kann womöglich sein, dass nie ein jüngeres Geschwisterchen nachkommt, das einem die Rolle des „Kleinen“ abspenstig macht. Dies kann aber gleichzeitig auch zum Nachteil werden, wenn man dadurch unbewusst ständig ermuntert wird, abhängig zu bleiben, statt selbstständig zu werden.

Ach, jetzt wird auch unser Kleinster schon so groß

Noch mehr von Erstgeborenen, Sandwichkindern und Nesthäkchen
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Die Eltern wissen heutzutage meist sehr genau, dass dies das letzte Mal ist, dass sie die Elternrolle übernehmen wollen. Dabei herrschen sowohl Gefühle der Erleichterung, aber auch Gefühle voll Nostalgie und Bedauern vor. Jeder „erste Schritt“ wird auch ein „letztes Mal“ – ein letztes Mal die ersten Schritte von unserem Baby, ein letztes Mal der erste Kindergarten– oder Schultag… Unbewusst wird das Kind häufig für sein abhängiges oder unreifes Verhalten belohnt – besonders dann, wenn Eltern noch nicht bereit sind, ihre Elternrolle aufzugeben. Eher negativ kann sich auch übermäßiges beschützen oder verwöhnen, um eventuell die Fehler in der Erziehung der Älteren wieder gut zu machen, auswirken.

Eure Kleine ist ja so süß…

Typische Eigenschaften von Nesthäkchen können sein:

  • innovativ und kreativ,
  • charmant und „niedlich“,
  • sie manipulieren gerne,
  • sind offen,
  • schlecht im Organisieren,
  • stellen Autoritäten in Frage,
  • sind risikofreudig,
  • schnell enttäuscht,
  • haben eher wenig Selbstbewusstsein
  • aber spielen gern den Alleinunterhalter.

Haben Sie bei sich selbst, bei Ihrem Partner oder bei Ihren Kinder ein paar Punkte entdeckt, die passend sind, oder liegt die Wissenschaft völlig daneben? Ich muss sagen, ich hab mich schon das ein oder andere Mal darin wiedergefunden.



0 Kommentare
  • Anna, 10. Mai 2019, 15:18 Antworten

    Interessant! Könnte schon was dran sein, kommt mir aber trotzdem vor wie bei den Sternzeichen. Irgendwie können die Eigenschaften auf jeden zutreffen.

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