24. August 2018

Kindererziehung: Bedingungslose Liebe und Ablehnung


Wenn ein Baby auf die Welt kommt, sind die Eltern von einer endlosen Liebe erfüllt. Sie können sich in diesem Moment kaum vorstellen, jemals auf das kleine Wesen wütend zu sein. Doch spätestens in der Trotzphase wird diese bedingungslose Liebe hart auf die Probe gestellt.

Das kleine Schätzchen wird spätestens mit zwei Jahren immer wieder zum Monster. Wutanfälle, scheinbar sinnlose Tränen und dazu das Lieblingswort „nein“. Manchmal steht man da, atmet tief durch, versucht die eigene steigende Wut zu unterdrücken und hofft, dass sich das kleine Monster endlich wieder beruhigt.

In diesen Situationen würden manche Eltern am Liebsten wegrennen. Doch gerade jetzt braucht ein Kind die bedingungslose Liebe, die wir bei der Geburt gespürt haben. Gerade jetzt muss man es in den Arm nehmen und beruhigen. Oder dem Kind zumindest das Gefühl geben, dass man für ihn immer da ist, egal was geschieht.

Wenn ein Elternteil bevorzugt wird

Ab einem bestimmten Alter werden unsere Kinder wählerisch. Sie essen nicht alles, wollen bestimmte Kleidung tragen und bevorzugen manche Spielsachen. Doch damit endet es nicht. Besonders schwer wird es, wenn das Kind einen Elternteil bevorzugt. Oft handelt es sich dabei um die Mutter, denn in den meisten Fällen sind es gerade die Frauen, die in Karenz sind und 24 Stunden mit dem Kind verbringen. Wird der Vater immer wieder weggeschickt, stellt das die Beziehung zum Kind, aber oft auch die Beziehung zwischen den Eltern, auf die Probe.

„Geh weg, Papa!“

Egal wie aktiv sich beide Elternteile um das Kind kümmern, irgendwann kommt der Tag, an dem das Kind nur noch einen von den beiden möchte. Sei es beim Trösten, beim Schlafen legen oder beim Spielen. Manchmal schreit das Kind nur noch nach der Mutter oder dem Vater. In diesem Fall ist es wenig sinnvoll ein Kind zu zwingen mit dem nicht gewollten Elternteil zu spielen oder schlafen zu gehen. Denn Kinder schreien nicht um ihre Eltern zu ärgern. Sie fühlen sich in der Situation sicherer bei der Mutter oder dem Vater. Wird einem Kind diese Sicherheit genommen, kann diese Phase noch stärker werden und länger dauern.

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Am Besten legt man die Grundsteine einer festen Beziehung zu beiden Eltern gleich am Anfang. Eltern sollten sich alle Aufgaben rund um das Kind so weit es geht teilen. Auch wenn der arbeitende Elternteil oft nach der Arbeit müde ist, sollte er das Baby wickeln, kuscheln, bespaßen und wenn möglich, auch füttern und hinlegen. Dies verstärkt die Bindung zum Kind. Dennoch kann man im Alltag die Aufgaben selten genau halbieren und die Mama-Phase oder die Papa-Phase kommt bestimmt früher oder später. Auch wenn es dem abgelehnten Elternteil sehr weh tut, heißt es nun, sich noch mehr Mühe zu geben. Und noch mehr bedingungslose Liebe zu zeigen. Beleidigter Vater, der dem Kind kalte Schulter zeigt, zerstört seine Beziehung zum Kind langfristig.

Gemeinsam sind wir stark

Wenn sich die Phase bemerkbar macht, sollte der bevorzugte Elternteil darauf achten, dass beide Elternteile das Kind umsorgen. Und gerade wenn das Kind nach niemandem bestimmten verlangt, sollte immer der abgelehnte Elternteil die Aufgaben übernehmen. In Situationen, wo das Kind nur den Einen will, kann der Andere zumindest anwesend sein und helfen, wenn es das Kind zulässt.

Wird zum Beispiel die Mama bevorzugt, kann sich beim Schlafen gehen der Vater dazu legen und eine Geschichte erzählen oder vorsingen. Beim Füttern kann er assistieren und beim Spielen kann er auch immer wieder eingebunden werden. Es soll aber immer in einer entspannten Atmosphäre passieren, ohne Zwang und Ärger. Tobt das Kind zu viel, ist es besser seine Wahl zu akzeptieren und es beim nächsten Mal erneut zu versuchen.

Wichtig ist in jeder Situation daran zu denken, und auch den Partner daran zu erinnern, dass es sich um eine natürliche Entwicklungsphase handelt und dass ein Kind nicht gezielt bösartig agiert. Wenn man sich das vor Augen hält, fällt es einem leichter bedingungslos zu lieben.

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EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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