26. September 2018

Kinder im Haushalt einbinden

kinder im haushalt - meinefamilie.at

Nein, Haushalt ist keine Kinderarbeit. Es ist eine normale Beteiligung am Familienleben und an den damit verbundenen Aufgaben und Pflichten.

Die Begeisterung hält sich immer noch in engen Grenzen, wenn wir unsere Tochter darum bitten, den Geschirrspüler auszuräumen. Das Argument, dass nicht alles was rund um das Zusammenleben als Familien anfüllt immer Spaß machen muss, akzeptiert sie aber mittlerweile und räumt das Geschirr gegenwärtig fachfräuisch ohne Pannen aus und an den richtigen Orten wieder ein.

Ich selbst musste solche Pflichten nie übernehmen. Womöglich lag es daran, dass meine Mutter „nur“ Hausfrau war und somit unter Umständen die Zeit hatte, den Abwasch, denn damals gab es noch keine Geschirrspüler, allein zu erledigen. Die Folgen waren aber dennoch beträchtlich: Die Hausarbeit meiner Mutter blieb mir stets fremd. Damit blieben mir auch die Leistungen fremd, die sie tagtäglich vollbracht hat, damit wir als Kinder am nächsten Tag in perfekter Ordnung erwachten und nicht im Chaos versanken. Wie zentral das war und ist, wurde mir erst später bewusst.

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Beteiligung und Teilung leben

Allein schon deshalb wollte ich es später einmal anders machen. Die Kinder sollten mitbekommen, was wir so an „Leistungen“ vollbrachten, damit sie am nächsten Tag in einer aufgeräumten Küche saßen und somit unbelastet von dem Vortag in den neuen Schultag starten können. Und das weniger, weil wir angeben wollen, wie fleißig wir sind und was wir neben Beruf sonst noch so alles leisten, sondern weil unsere Kinder daran teilhaben sollen.

Unsere Kinder sollen an den alltäglichen Leistungen teilhaben.

So können sie nicht nur die Relevanz der womöglich unangenehmen Aspekte des Zusammenlebens registrieren, sondern auch ihre eigene Rolle in diesem Kontext verorten. Zwang bringt nichts, Wunsch schon mehr, Geduld am meisten. Haben die Kinder erst bemerkt, dass sich das kleine bisschen Haushalt eben nicht von alleine macht, werden sie ihre Rolle, altersgerecht versteht sich, fast wie von selbst finden. Ein paar kleine Hinweise und Rahmenbedingungen dazu, und schon klappt das.

An einem Strang ziehen

Sodann zieht man dann als Familien an einem Strang. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Niemand ist ausgeschlossen, niemand ist herausgehoben oder gar von lästigen Pflichten per se befreit. Zusammen kann man diese Pflichten leichter stellen und zugleich die Pflichten und Aufgabe des anderen einfacher honorieren und wertschätzen.

Anders gesagt: Auch über diese Ebene wird man mehr und mehr zu einer Familie, die gemeinsam agiert und das gemeinsame Zusammenleben in all seinen Facetten im Blick hat. Mit allen den schönen, leichten Seiten. Aber auch mit manchmal ein wenig beschwerlicheren Aspekten. All das gehört dazu. Und all diese beginnt oftmals beim ausräumen des Geschirrspülers.

Was Kinder im Haushalt tun können

  • Geschirrspüler ausräumen
  • Staubsaugen
  • Eigene Teller abräumen
  • Abstauben
  • Wäsche zusammenlegen
  • Papierstapel (Werbung, Post, Zeitungen etc.) sortieren
  • Betten aufbetten
  • Bücher neu sortieren
  • Beim Fensterputzen helfen
  • Wäsche beim Bügeln sortieren

….und noch vieles mehr. Natürlich immer beachten, was altersgerecht ist!

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!



1 Kommentare
  • Claudia, 30. September 2018, 20:02 Antworten

    Ich finde es auch wichtig, dass die Kinder bei der Hausarbeit mithelfen, weil es gehört zum Leben dazu. Wenn die Familie zusammenhilft, dann geht es um einiges schneller und es bleibt mehr Zeit für andere Sachen. :))

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