28. April 2019

Ich bekomme ein Geschwisterchen

babybauch - meinefamilie.at

Die Gefühlslage der zukünftigen großen Geschwister ist in der Zeit der Schwangerschaft und auch dann, wenn das Baby erst mal da ist, nicht immer nur positiv. Eifersucht, Trotzanfälle und auch Wut gehören genauso dazu. Einige einfache Tipps können dabei helfen, dass es emotional leichter wird, ein großer Bruder oder eine große Schwester zu werden.

Juhu, ich werde ein großer Bruder!

Die Nachricht, die von den Eltern mit überwältigender Freude berichtet wird, dass man ein Geschwisterchen bekommt, wird meist auch von den Kindern in der Familie erstmals positiv bis neutral aufgenommen. Erst mit der Zeit kommen dann so kleine Zweifel auf, dass wohl doch nicht alles ganz so rosig wird. Für uns Erwachsenen ist dieses Unwohlgefühl oder die Eifersucht der größeren Geschwister vielleicht besser verständlich, wenn wir uns vor Augen führen, dass die Veränderung für das Kind vergleichbar ist, mit den Veränderungen für die Eltern nach der Geburt des ersten Kindes. Und sind wir mal ganz ehrlich – auch bei uns hat sich mit der Geburt des ersten Kindes so einiges verändert und auch wir waren nicht selten verunsichert und wussten nicht immer gleich, wie mit den neuen Situationen umzugehen.

Ich will doch kein großer Bruder sein…

Kinder sind bei der Geburt des Geschwisterchens häufig mitten in der sogenannten Trotzphase (rund zweites bis drittes Lebensjahr). Also eigentlich voll mit sich selbst, den auftretenden Problemen und Konflikten in dieser Zeit und dem Loslösen von den Eltern beschäftigt. Und ausgerechnet da taucht dann ein niedliches, kleines Baby auf, das einfach den Platz auf Mamas und Papas Arm übernimmt – so einfach lassen sich die meisten Kinder nicht von ihrem Platz vertreiben und reagieren mit Wut, Eifersucht und noch mehr Trotzanfällen.

Daher schauen wir uns nachstehend an, wie wir Erwachsene die Kinder bestmöglich auf die zu erwartenden Veränderungen während der Schwangerschaft, mit der Geburt und während der ersten Zeit mit dem neuen Geschwisterchen vorbereiten und einbeziehen können. Manchmal lässt sich die Eifersucht durch gute Vorbereitung und Einbeziehen der größeren Geschwister vermeiden, größtenteils aber zumindest minimieren.

Weg mit dem Baby! Ich will auf Mamis Schoß!

Grundsätzlich gilt für uns Erwachsene: Versuchen Sie so gelassen, wie möglich mit der Eifersucht Ihrer Kinder umzugehen! Sätze wie: „Wann bringen wir das Baby wieder zurück?“, „Eigentlich hätte ich lieber einen Hund, anstatt meines Bruders gehabt“ oder „Ohne Baby war es viel schöner“, sind für Kinder ganz normal und wir Erwachsene sollte vorbereitet sein, dass es zu solchen Aussagen kommen kann. Das Baby beansprucht gerade in der ersten Zeit den größten Teil der elterlichen Aufmerksamkeit und wird schon fast als Rivale gesehen. Dies gilt es zu vermeiden bzw. zu ändern. Unten angeführte Tipps können dabei vielleicht helfen.

Tipps und Trick für die Vorbereitung auf das Geschwisterchen

Von Vorteil ist es, den größeren Kindern erst dann von der Schwangerschaft erzählen, wenn der Babybauch schon erkennbar ist, oder das Baby „von außen“ spürbar ist. Bilderbücher können eine Hilfe sein, den Kindern zu erklären, wie ein Baby entsteht und wie es sich im Bauch entwickelt. Wenn die Geschwister groß genug sind, können sie die Mama bei einem Arztbesuch begleiten und das Baby beim Ultraschall beobachten und seine Herztöne hören.

Bitte weckt bei  den Großen keine  falschen Hoffnungen, was mit dem Baby alles gemacht werden kann. Am Anfang ist das Baby kein Spielkamerad. Es schläft viel, trinkt, ist kurz wach, sieht ein bisschen herum und schläft dann wieder ein. Dazu kann man auch die Babyfotos der Geschwister anschauen, damit sie eine Vorstellung von dem Baby bekommen und davon, wie der Tagesablauf von einem Baby ausschauen kann.

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(c) iStock

Die Beziehung zum Ungeborenen kann gefördert werden, in dem man ihm zum Beispiel jeden Abend vorm Schlafen gehen ein Gute-Nacht-Lied vorsingt, oder man einfach mit dem Ohr auf Mamas Bauch lauschen kann. Weiters können die Großen in die Vorbereitungen miteinbezogen werden: „Welches Kuscheltier/Wickeltisch/Kleidungsstück würde dir für unser Baby gefallen?“

Gegen Ende der Schwangerschaft wird den großen Geschwistern erklärt, dass die Mama bei der Geburt des Geschwisterchens ins Krankenhaus muss (außer es ist eine Hausgeburt geplant), dort aber nichts Schlimmes mit ihr passiert. Weiters auch die Kinder aufklären, wer in dieser Zeit auf sie aufpassen wird bzw. bei ihnen sein wird. Das gibt den Kindern Sicherheit.

Wie die erste Zeit mit dem Geschwisterchen positiv gestaltet werden kann, folgt nächste Woche im Beitrag „Das Geschwisterchen ist da“.



EIN ARTIKEL VON
  • Bettina Fauler

    Ich lebe mit meinem Partner und unserem Sohn in Tirol. Hauptberuflich bin ich Mama, auch wenn ich Teilzeit als Sonderkindergartenpädagogin, Elternbildnerin und Trainerin arbeite. Ich erlebe einen abwechslungsreichen (Erziehungs-)Alltag, den ich gerne mit anderen teile.


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