25. März 2020

Homeschooling: Wenn die eigene Küche zum Klassenzimmer wird

homeschooling: wenn die eigene küche zum klassenzimmer wird

In diesen Tagen stehen Eltern vor vielen Herausforderungen. Einerseits soll man bestmöglich aus dem Home Office seiner Arbeit nachgehen und andererseits wollen die Kinder unterhalten werden.

Zudem sollen die Schulkinder „nebenbei“ auch noch unterrichtet werden. Von Entschleunigung kann da eher nicht die Rede sein. Daher hier eine kleine Anregung, wie sich Lernen, Familienzeit und dabei gesunde Ernährung schön verbinden lassen.

Lerneffekt beim gemeinsamen Kochen

homeschooling: wenn die eigene küche zum klassenzimmer wird

Beim gemeinsamen Kochen können Kinder auf natürliche Art sehr viel lernen: Die Kleineren entdecken verschiedene Geschmäcker und Texturen, sie erlernen motorische Fertigkeiten und verstehen, wie verschiedene Küchengeräte zum Einsatz kommen. Sie können sich kreativ austoben und die Akzeptanz der zubereiteten Speisen ist i. d. R. höher, weil die Kleinen stolz auf die selbst zubereitete Mahlzeit sind.

Aber auch Schulkinder können davon enorm profitieren!

homeschooling: wenn die eigene küche zum klassenzimmer wird

In erster Linie erlernen die Kinder hier natürlich grundsätzliche Kochfertigkeiten (schneiden, schälen, kochen, braten, blanchieren …). Zudem lassen sich hier aber ganz nebenbei allgemeine Fakten einer gesunden Ernährung vermitteln (bunt, abwechslungsreich, obst- und gemüselastig, zuckerarm, ballaststoffreich, und mit einer adäquaten Menge gesunder Fette).

homeschooling: wenn die eigene küche zum klassenzimmer wird

Und letztlich eignet sich das Kochen ideal, um eine naturwissenschaftliche Lehrstunde praktisch zu begleiten:

  • Einfache Rechnungen wie: Ich habe jetzt 10 Äpfel und verbrauche 4 für den Kuchen, wieviel Äpfel sind noch da? Wieviel Äpfel kann dann jeder von uns noch haben? Wieviel Äpfel isst jeder, wenn alle die gleiche Menge vom Kuchen essen?
  • Dreisatzrechnung: Die praktische Relevanz dieser Rechenmethode lässt sich am besten am Umrechnen von Kochrezepten zeigen:

z.B.: Für 4 Personen braucht man …g Mehl, wieviel benötigt man für 7 Personen?

Und wer das beherrscht, kommt auch mit chemischem Rechnen zurecht.

  • Umrechnen von Maßeinheiten:

z.B.: Wieviel ml sind 1/4L? Wieviel g sind 0,3 kg? Wieviel g sind 1 l Wasser? ….

  • Einschätzen von Mengen und Volumina: wieviel Masse passt in welches Gefäß?
  • Bestimmte chemische und physikalische Prozesse: Einige Beispiele:
    • Verschiedenen Aggregatzustände (fest, flüssig, gasförmig) è Eis selbst machen!
    • Bräunungsreaktionen (enzymatisch: z.B., wenn man einen Apfel aufschneidet und nicht-enzymatisch: z.B. beim Anbraten),
    • Wie sich Fett und Wasser nicht vermischen und was ein Emulgator ist è Mayonnaise selbst machen!
    • Wie Eiweiß bei Hitze gerinnt (koaguliert).
    • Wie Hefe und Backpulver in einem Teig wirken.
    • Warum Mehl in Wasser leicht Klumpen bildet.

Neben konkretem Wissen steigert das Kochen das Selbstbewusstsein unserer Kinder, fördert ihre Kreativität und macht sie selbstständiger. Und letztlich geht es ja darum, dass unsere Kinder auf das Leben vorbereitet werden und nicht nur für die Schule lernen.



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Theresia Schoenfeldt

    Ich bin Ernährungswissenschafterin, berufstätig und Mutter von 2 kleinen Kindern. Zeit mit der Familie, Job, Haushalt und die vielen kleinen Aufgaben, die so zwischendurch über einen hereinbrechen, sind oft sehr schwer zu bewältigen.
    Gesunde Ernährung ist mir wichtig, aber dies soll eben auch im Alltag umsetzbar sein. Mein Mann und meine Kinder sind mir hier eine ständige Inspiration und meine größten Kritiker.


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