8. April 2019

Gärtnern mit Kindern – Wir holen den Frühling aufs Fensterbrett


Kinder lieben es im Garten zu werken und der Natur dabei zuzuschauen, wie sie sich entfaltet. Auf Fensterbrettern, in Eierkartons, Plastikschälchen und Mini-Pflanzentöpfchen ist dieses Erlebnis auch im Kleinen möglich.

Philipp, 6 Jahre alt, platzt fast vor Stolz: „Schau einmal, das da sind meine. Die habe ich selber gezogen.“ Mit strahlendem Lächeln zeigt er auf die Plastikdose in seiner Hand, in der man auf einem Stück Watte liegend braune Kügelchen und daraus hervorsprießend kleine grüne Blättchen sieht. „Das ist Kresse“, sagt er: „Wenn die Pflänzchen größer sind, schneid’ ich sie ab und streu’ sie mir auf mein Butterbrot.“ Anschaulicher kann man Garteln, kann man Natur, kann man Schöpfung nicht erleben. Und mehr Lust machen auf noch mehr davon, geht wohl auch kaum.

Gärtnern mit Kindern

Kinder lieben es im Garten zu werken. Und sind meist auch wenn sie noch kleiner sind begeisterte und motivierte Helfer, wenn es um das Umgraben und Bepflanzen eines Beetes geht. Gerade im Hinblick auf die kleinen Hobbynachwuchsgärtner lohnt es sich, sich der Planung der Gartensaison zu widmen und zu überlegen, welche Möglichkeiten man selbst im Hinblick auf selbstgezogenes Obst und Gemüse hat.

Auf dem Fensterbrett etwa lässt sich jetzt schon erfolgreich ein Mini-Garten anlegen. Hier gedeihen Sprossen aller Art wie eben Kresse, Erbsen, Brokkoli- oder Rucolasprossen oder auch Mungobohnen ganz hervorragend. Deren Samen bieten, wenn sie gut feucht gehalten werden, schon nach wenigen Tagen einen sichtbaren Erfolg – was gerade Kinder besonders freut und sie motiviert weiterzumachen. Und auch Kräuter fühlen sich an einem hellen, warmen Plätzchen wie dem sonnenbeschienenen Fensterbrett wohl. Petersilie, Schnittlauch und Basilikum bieten sich hier besonders an.

Planung ist alles

garten kinder2 - meinefamilie.at

Und wie steht es mit dem Gemüsebeet des Balkons oder des Gartens in diesem Jahr? Sind Überlegungen, was dort gesetzt werden soll noch zu früh? Keineswegs. An einen warmen, hellen Platz – etwa eben auf dem Fensterbrett – in kleinen Gefäßen lassen sich Pflanzen„vorziehen“. Zu beobachten, wie sich bei guter Pflege da ein winzigkleines Pflänzchen zu einer kräftigen Jungpflanze entwickelt, macht Kindern große Freude.

Vor dem Ziehen der ersten Pflänzchen empfiehlt es sich übrigens, einen Plan für das Gemüsebeet zu machen. „Arten derselben Familie etwa sollten nicht nebeneinander gepflanzt werden, da sie meist dieselben Fressfeinde haben und für dieselben Krankheiten anfällig sind“, raten Experten wie etwa die Berater der Umweltberatung.

Wichtig ist es außerdem bei allen Pflanzungen auf Biosamen und – bei allen, die später im Jahr ins Gärtnern einsteigen wollen – auf Bio-Jungpflanzen zu setzen:

„Biologische Samen und Jungpflanzen werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln und mineralischen Kunstdüngern gewonnen. Auch gentechnische und biotechnologische Methoden sind in der biologischen Pflanzenzucht nicht erlaubt.“

Auf Bio-Saatgut und Bio-Jungpflanzen zu achten hilft übrigens auch den Bienen! Im Handel erhältliche Pflanzen sind nämlich häufig mit bienenschädigenden Pestiziden behandelt. Bei der biologischen Produktion aber kommen weder Pestizide noch Kunstdünger zum Einsatz. „Biosaatgut von Pflanzen, die wertvoll für Bienen und Schmetterlinge sind, gibt es bereits im Lebensmittelhandel, im Gartenfachhandel und in vielen Onlineshops. Bio-Produkte erkennen Sie am grünen Bio-Logo.“

Schritt für Schritt

Philipp hat in jedem Fall schon große Pläne für seine persönliche Gemüsezucht, denn die Kresse war sein erster „Gartelerfolg“, soll aber nicht sein letzter sein. „Er hat schon alles Mögliche im Kopf, was er noch setzen will – wenn es erst einmal wärmer ist“, sagt seine Mutter und fügt augenzwinkernd hinzu: „Und wenn wir dann mal Gemüse aus eigener Zucht haben, wer weiß, vielleicht isst er es ja dann auch lieber.“

Büchertipps

Übrigens: Wer konkrete Inspiration für das Gärtnern mit Kindern sucht, dem seien zwei Bücher ganz besonders ans Herz gelegt:

pflanz dich glücklich - meinefamilie.atIn „Pflanz dich glücklich. 37 Ideen für Garten & Co.“ (Silke Schmidt, dtv Verlagsgesellschaft 2018) gelingt es der Autorin Kindern rund ums Jahr so richtig Lust aufs „Grün“ zu machen. So gibt sie etwa Tipps, wie man im Mai selbst auf dem Balkon Kartoffeln züchten kann, wie man im Juni aus einer Erdbeerpflanze ganz viele macht oder wie man im Juli die coolsten Gartendrinks herstellt. Darüber hinaus finden sich in dem Buch Anleitungen dazu, wie man ein Mini-Gewächshaus bastelt, wie man ein Vogelcafé baut oder Apfeltattoos macht.

„Erbse, Apfel, Sonnenblume. Gärtnern mit Kindern“ (Jo Elworthy, Verlag Gerstenberg 2016) ist ein wunderbar buntes, einladendes Buch, in dem Jo Elworthy den Fokus darauf legt, Kindern die Welt des Gartens und Gärtnerns zu eröffnen. In „Erbse, Apfel, Sonnenblume“ findet sich – kindgerecht aufbereitet – viel Wissenswertes über Blumen, Gemüse, Früchte und Kräuter. In wunderschönen gezeichneten Bildern zeigt die Autorin, wie und wo ein Garten angelegt werden kann. Sie erzählt vom „Safaripark“ Garten und den vielen Tieren, die hier leben. Vom richtigen Werkzeug, das man braucht, wenn man so richtig ins Garteln einsteigen möchte und davon, was man aus der Beschaffenheit eines Bodens alles herauslesen kann.

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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