13. Januar 2019

Aufräumen mit Spaß


Tipps und Tricks aus der Praxis, um Kinder spielerisch ans Aufräumen heran zu führen.

Wurfspiele

Im Alter von zirka 3-4 Jahren begannen wir als erstes mit dem Wurfspiel. Die Aufbewahrungsbox wurde ein Stück weit weggestellt, auf den Boden mit einem bunten Tixo-Streifen eine Linie geklebt und los ging’s. Wer schafft es die meisten Duplo Steine in die Box zu treffen, ohne sie zu verfehlen? Neben dem Effekt des gemeinsamen Aufräumens lernen die Kinder dabei gleich Abstände richtig einzuschätzen, sowie die Beschaffenheit von unterschiedlichen Materialien. Duplo Steine verhalten sich in der Luft ganz anders als Kuscheltiere oder kleine Autos. Erfahrungsgemäß empfiehlt es sich jedoch aus Rücksicht auf die Nachbarn die Box auf einen Teppich zu stellen, damit die Spielzeugteile, die daneben fallen, nicht zu laut sind.

Basketball-Wäschekorb

Ein erweitertes Wurfspiel ist der Basketball-Wäschekorb. Die Idee dazu hatte ich, als die Wäsche zum wiederholten Male wieder einmal achtlos auf den Boden geworfen wurde. Nachforschungen im Internet ergaben jedoch, dass diese keinesfalls neu ist. Es gibt bereits unzählige Basketballständer in Kombination mit Wäschekörben im Handel. Ideal für Kinder, die gerne Ball spielen. Einfach die Wäsche in den Basketballkorb schmeißen, fertig!

Ordnungssysteme

Nach unserem ersten Besuch in der Kinderbücherei war unser Sechsjähriger so fasziniert, dass er sofort begann seine eigenen Bücher auch in Kategorien zu ordnen. Alle Tierbücher zusammen, alle Erstlesebücher zusammen, alle Bücher zum Thema Weltraum usw.; seitdem genügt ein spielerischer Hinweis von meiner Seite, dass er ja der Bibliothekar sei und ich leider nicht weiß, wo was hingehört und es wird aufgeräumt. Natürlich mussten wir vorher die Situation nachspielen und ich mir ein paar Bücher bei ihm ausborgen. Der Clou an der Geschichte ist jedoch, dass Kinder viel lieber aufräumen, wenn sie ihr ihr eigenes Ordnungssystem einbringen können.

Obige Beobachtung fand auch Bestätigung als unser Sohn mit einem befreundeten Schulkind Playmobil spielte. Normalerweise bleibt das Wegräumen der Kleinteile immer an mir hängen. Wenn ich die Kinder aufräumen lasse, landen diese meist ungeordnet in einer Kiste und ich werde beim nächsten Spiel immer gebeten, beim Suchen zu helfen. Daher ordne ich die Kleinteile meist gleich nach Playmobil-Themen, wie Polizei, Piraten, etc.; doch diesmal spielten die Jungs Kaufmannsladen und verkauften säuberlich geordnet Helme, Gold, Werkzeug, Hüte und vieles mehr. Dies machte ich mir natürlich gleich zunutze, um sie selbst wegräumen zu lassen, nach ihrer Ordnung, versteht sich. Die Idee des Kaufmannsladens lässt sich jedoch auch von vornherein bewusst als Anstoß zum Aufräumen einbringen.

Aufbewahrungsboxen selber basteln

organizer - meinefamilie.atMitte Dezember kam unser Sechsjähriger mit einem selbst gebasteltem Organizer für den Schreibtisch in Form eines Nikolauses nach Hause. Auf einem Brett war eine Klopapierrolle angeklebt, die den Nikolaus darstellte, daneben ein gekrümmter Bambusstab. Flugs wurden aus dem Schreibtisch Scheren, Tixo-Rollen und Stempel hervorgekramt und der Organizer befüllt. Die Scheren landeten in der Klopapierrolle, die Tixo-Rollen auf dem Stab und der Stempel sowie Radiergummi auf dem verbleibenden Platz am Brett. Seitdem steht der Nikolo-Organizer am Schreibtisch und erfüllt seine Aufgabe Ordnung zu schaffen hervorragend.

Selbst gemachte Dinge, die mit Mühe geschaffen wurden, haben auch bei Kindern einen höheren Stellenwert. Und animieren so natürlich mehr zum Aufräumen als gekaufte Ordnungsboxen. Die Grundidee einer Klopapierrolle mit einem Stab lässt sich auch mit anderen Motiven gut nachbasteln. Ritter, Indianer, Königinnen, eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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