17. Juni 2018

Das erste halbe Jahr als Mama

erstes halbes jahr mutter sein - meinefamilie.at

Ein neues Leben beginnt und man erlebt ganz viel zum ersten Mal: Viele Fragen, Gedanken und noch mehr Gefühle. Ich habe mein erstes halbes Jahr als Mama niedergeschrieben.

Es fühlt sich fast immer so an, als wär es das normalste, dass unsere Tochter jetzt bei uns ist und dann schau ich sie an und denk’: “Du gehörst jetzt zu uns? Wie schön!”.

Es ist ein großes Abenteuer, bei dem man so viel Neues auf einmal erlebt und lernt, wie schon lange nicht mehr.

Was ich so denke…

Nach der Geburt war ich so dankbar, dass mein Mann hielt, was er versprochen hatte. Er war nach der Geburt ein Monat zu Hause und ich habe mich gut versorgt gefühlt. Denn die ersten Wochen waren schon besonders aufregend bis alles so normal wurde.

Und plötzlich hat man so viel zu verlieren. Die Vorstellung, dass meine Tochter oder mein Partner nicht mehr da sein könnten, ist hart. Gemeinsam können wir so gut für unsere Kleine sorgen, ohne ihn könnte ich mir das nicht vorstellen.

Mich beruhigt dann aber der Gedanke, dass ich meiner Tochter beibringen, wie sie eine gute Freundin für sich selbst und alle anderen ist. Mein größter Wunsch ist, dass sie glücklich wird. Egal wie Glück für sie aussieht. Ihre unerschütterliche Lebensfreude, ihr Lachen und ihre Neugier zeigen mir jeden Tag aufs Neue, was wichtig im Leben ist – das sind Momente voller Freude.

Ein Satz von dem ich gedacht hätte, dass ich diesen niemals sagen würde, bis ich Mutter wurde. Sie hat gekackt! Endlich, hat sie richtig schön gekackt!!!“

Vor der Geburt unseres ersten Kindes habe ich zu meinem Mann gesagt: “Sobald wir Eltern sind, reden wir aber nicht über Kinderkacke!” Jetzt reden wir sehr oft darüber.

Was ich mich so frage…

  • Kann ich diese Momente irgendwie konservieren? Einwecken und aufmachen, sollte die Erinnerung jemals verblassen! Schon jetzt scheint die Zeit, als meine Tochter ein paar Tage alt war, ewig her.
  • Wie viel versteht sie eigentlich schon von dem, was wir sprechen?
  • Wie kann ich sie für immer beschützen?
  • Kann man eigentlich platzen vor Liebe?

 Was das Schöne am Mamasein ist…

“Meine Tochter” zu sagen macht mich so stolz. Immer mal wieder kommt da plötzlich dieser Gedanke: Du bist meine Tochter, ich deine Mama. Dann muss ich über das ganze Gesicht grinsen und mein Herz tanzt. Ihr Hafen sein zu dürfen, in dem sie immer wieder andockt, um kurz Liebe, Mut und Mama aufzutanken ist so ein schönes Gefühl.

Für mich ist Mamasein eine unglaubliche Bereicherung. Dass man mich jetzt so nennt, finde ich aufregend und wunderschön zugleich!

Es gibt noch so vieles Schönes: die pure bedingungslose, unendliche Liebe, das Babylachen, das Gefühl gebraucht zu werden, neue Seiten an sich selbst zu entdecken und die gemeinsamen Entwicklungen zu beobachten, Dinge das erste Mal zu machen, die kleinen täglichen Veränderungen und die überraschenden großen Veränderungen, die direkt vor meinen Augen passieren.

Was das Anstrengende am Mamasein ist…

So viel Geschleppe! Unfassbar, was man als Mama täglich mit sich rumschleppt. Wickeltasche, Tragetuch, Maxi Cosy und so weiter. Wenn wir mal kurz die Oma besuchen oder Freundinnen – gleicht das einer kleinen Weltreise, soviel Gepäck habe ich immer dabei.

Die vielen Entscheidungen, die für einen kleinen Menschen getroffen werden müssen. Angefangen wann welche Impfung oder überhaupt, essen was, wie und wie viel, welche Winterjacke, welche Erziehung und ab wann? Und die Mütter oder Familienmitglieder, die so manches besser wissen.

Manchmal fehlt auch uns, wie vielen Eltern, Zeit für Zweisamkeit. Ich hoffe, dass wir da bald etwas Zeit finden. Bis dahin genießen wir natürlich die Zeit zu dritt. Diese ist gerade besonders wertvoll für uns.

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EIN ARTIKEL VON
  • Marie-Thérèse Schmiedleitner

    Ich bin Pädagogin und seit Jahren in der Kinderbetreuung tätig. Darüber hinaus biete ich systemische Familienberatung für Babys, Kleinkinder und Elternworkshops an. Ich lese leidenschaftlich gerne Blogs und bin selbst begeisterte Bloggerin.


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