26. Mai 2019

Väter haben’s schwer, nicht leicht


„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr…“. Welcher Vater kennt diesen etwas abgedroschenen, aber durchaus (zu)treffenden Spruch nicht? Was Väter aber oft übersehen: Sie stehen nicht allein auf weiter Flur, sondern es gibt Tagungen und Unterstützung.

Klischeehaft, aber meist wahr: Mütter sitzen, zumal dann, wenn sie nicht Vollzeit arbeiten gehen oder gerade in Karenz sind, nur selten mit ihrem Nachwuchs allein auf den Spielplätzen der Stadt herum. In geselligen Runden tauscht frau sich aus, redet über Probleme mit Mann und Kindern und thematisiert auch den oft nur schwer zu bewältigenden Spagat von Mutterrolle und Karriere.

Einsame Wölfe

Klischeehaft, aber leider auch wahr: Männer neigen auch in ihrer Vaterrolle dazu den einsamen Wolf zu mimen. Männer sind furchtbar stark, brauchen keine Hilfe, reden nur selten über Gefühle und schon gar nicht über Selbstzweifel in Bezug auf ihre Vaterrolle. Männer haben immer alles fest im Griff, zumindest glauben sie das.

In Wahrheit aber brodelt es sehr oft innerlich, mehr noch wenn man beim geselligen Bier zwar vielleicht noch über Beziehungsprobleme redet, ein paar Geschichten über die Kinder zum besten gibt, aber ganz sicher nicht davon kündet, dass es manchmal gar nicht so gut läuft und man sich zum Teil ganz einfach überfordert fühlt.

Unterstützung

Und ja, das hat auch sehr viel mit Gesundheit zu tun. Wer seinen Frust und eine uneingestandene Angst in der Erziehung, absolut alles falsch zu machen, in sich hineinfrisst, wird sich schnell isoliert und einsam fühlen. Isolation und Einsamkeit führt nicht selten zu körperlichen Krankheiten.

Die Tagung „Bleibt gesund, Väter“ der Diözese Innsbruck am 5. Juni 2019 im „Haus der Begegnung“ in Innsbruck stellt sich diesen drängenden Fragen. Vor allem auch stellt man hier eine Tatsache in den Mittelpunkt, die noch immer zu sehr marginalisiert wird:

Männer verbringen mehr Zeit als jemals zuvor mit ihren Kindern, die Arbeitswelt hat auf dieses Faktum aber noch nicht adäquat reagiert. Was wiederum die Zerrissenheit der Väter zwischen Beruf und Familie noch verstärkt.

Wichtig dabei nicht zuletzt: Sorge für sich selbst tragen! Mann ist nicht automatisch ein schlechter Vater, wenn er sich hin und wieder gegen Zeit mit seinen Kindern entscheidet und einen Männerabend präferiert. Keinesfalls sollte man sich von der neuen Vaterrolle in der Gegenwart, der Vater quasi als eierlegende Wollmilchsau, der sowohl in Beruf als auch privat reibungslos funktionieren soll und sich am besten zweiteilen sollte, einquetschen lassen. Freiraum ist wichtig! Und Qualitätszeit ist auch heutzutage noch besser und wertvoller als Quantitätszeit.

Und nicht zuletzt

Im Rahmen der Tagung kann man für sich und seine Vaterrolle nicht „nur“ wichtige Inputs von spannenden und kompetenten Referenten mitnehmen, sondern sich auch anschließend und in den Pausen unter Männern austauschen! Etwas, das Frauen, zumindest meiner Meinung nach, im Alltag besser beherrschen. Männer brauchen da (noch) einen kleinen Anstoß um das zu tun bzw. um sich in solchen Situationen zu begeben, in denen man sich öffnen kann. Dringende Empfehlung für die Tiroler Männerwelt deshalb meinerseits, bei der Tagung mit dabei zu sein.


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