28. Juli 2018

Alptraum Umzug mit Familie?

umziehen mit kindern - meinefamilie.at

Der Umzug mit kleinen Kindern gehört zu den größten Herausforderungen im Eltern-Dasein. Der Grat zwischen Gelingen und Scheitern ist überaus schmal, kann aber funktionieren!

Kindern brauchen Rahmen, Rituale und Regeln. Eine gute Basis dafür ist ein sicheres und vertrautes Zuhause, das auf Liebe gebaut ist. Eine gehörige Portion Kontinuität tut außerdem gut. Wer kennt nicht die Geschichten von entwurzelten Menschen, die in ihrer Kindheit andauernd umziehen mussten, deshalb keinen konstanten Freundeskreis aufbauen konnten und denen das unstete Leben insgesamt überhaupt nicht gutgetan hat?

Ein Rahmenwechsel

Der Umzug ist ein Rahmenwechsel. Nur wenn der Rahmen verloren geht und nicht wiederhergestellt werden kann, wird dieser zum Problem. Die unglücklichen Erwachsenen, die einst unglückliche Kinder waren, haben diesen Rahmen verloren. Nicht zuletzt weil die Eltern nicht dazu in der Lage oder gewillt waren, den Rahmen an dem anderen, neuen Ort wieder zu etablieren. Die eigene Entwurzelung wird dabei auf die Kinder übertragen. Nur wer trotz Umzug verwurzelt bleibt, schafft den Rahmen-Transfer problemlos und kann anderswo wieder neu, aber mit intaktem Bezugsrahmen beginnen.

Allein die Logistik…

Mit diesem philosophischen Überbau kann man sich während der Umzugszeit aber ehrlich gesagt kaum beschäftigen. Denn allein die Logistik fordert die Bewältigung des Unbewältigbaren. Wo kommen all diese Bücher, CDs, Kleider, Hosen, Babystrampler und all das Spielzeug her? Wie hat man es geschafft all diese Sachen in den letzten Jahren anzuhäufen? Und warum hat man das eigentlich getan, obwohl man doch an sich weiß, dass weniger mehr ist und es sich mit leichtem Gepäck deutlich unbeschwerter lebt? Egal, denn jetzt ist es da. Und muss fallweise weggeworfen, gespendet oder von einem Ort zum anderen Ort bewegt werden.

Zwischen Umzugskartons und zerlegten Regalen sind dann irgendwo die Kinder und Kleinkinder. Sie sehen meist ein wenig hilflos dabei zu, wie ihre Eltern wahlweise körperliche völlig erschöpft oder verzweifelt sind, weil der Zeitplan für den Umzug hoffnungslos überschritten wird. Sie selbst können noch kaum anpacken und bleiben ratlos zurück. Womöglich wollten sie auch gar nicht umziehen und die Gründe des Umzuges sind ihnen nicht einsichtig. Wenn sich dann Eltern auch noch vor den Kindern erklären müssen, warum sie so gestresst sind und warum man überhaupt umzieht, dann kann der Haussegen ganz leicht schief hängen und Streit ist vorprogrammiert.

Gelassen bleiben

Das ist ein Tipp wie: Dennoch gut aussehen und bestens gekleidet sein. Dennoch ist diese Haltung zentral. Stress ist der Eskalationsgrund Nummer 1. Sind die Eltern gestresst sind auch die Kinder gestresst und ist die Situation des Umzugs an sich höchst stressig. Ebendieser Stress hat das Potential dasjenige zu konterkarieren und letzten Endes völlig zu untergraben, was auch in der Umzugs-Situation so wichtig wäre: Liebe, Verständnis und Respekt voreinander.

Kinder, die während dieser Zeit nicht genug Aufmerksamkeit bekommen fordern diese, zu Recht, ein. Diese Einforderung aber erhöht das Stress-Level der Eltern sogar noch, weil ihnen spätestens dann bewusst wird, dass sie den vielgepriesenen und als Ideal gesetzten Spagat zwischen Arbeit und Kindern in diesem Fall nicht bewältigen können. Dieses uneingestandene Scheitern verschärft die Situation dann weiter.

Fazit Umzug mit Kindern

Gelassen bleiben. Akzeptieren, dass womöglich ein paar Tage länger dauert. Das Kind nicht aus den Augen verlieren. Tipps zur Mithilfe von Kindern:

  • Ihm die Situation erklären und sich Zeit dafür nehmen.
  • Es einbinden, soweit es möglich ist und auch mal etwas tragen lassen, natürlich nur in verträglichem Maße.
  • Sich selbst eingestehen, dass man nicht alles schaffen kann und damit dem Kind signalisieren, dass man auch nur ein Mensch ist. Dieses Mensch-Sein thematisieren und eine Art von Fehler- und Scheiter-Kultur etablieren.

Beherzigt man diese direkt aus der eigenen Erfahrung destillierten Tipps, dann funktioniert es möglicherweise etwas besser und entspannter mit dem anstehenden Umzug. Die Tatsache, dass das alles zu den größten Herausforderungen für eine Mutter oder einen Vater überhaupt zählt, lässt sich aber auch so nicht weg reden.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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