5. Januar 2021

Das Dreikönigsfest feiern


Am zwölften Tag nach Weihnachten, dem 6. Jänner, wird in der Kirche noch einmal ein großes Fest gefeiert: der Dreikönigstag, Epiphanie, Erscheinung des Herrn.

In manchen Ländern wird dieser Tag wirklich festlich gestaltet, bei uns eher nicht – eigentlich schade! Wir gestalten in unserer Familie immer wieder „besondere“ Tage im Kirchenjahr und möchten diesmal auch den Dreikönigstag feiern.

Ein bisschen Kirchengeschichte

Während die Weihnachtszeit früher bis Maria Lichtmess (2. Februar) begangen wurde, stellt heute der Dreikönigstag am 6. Jänner das Ende der Weihnachtszeit dar. Der Tag der „Erscheinung des Herrn“ ist der älteste kirchliche Feiertag! Schon ca 300 Jahre nach Christus wurde er festgelegt und ist auch heute noch ein Hochfest und gebotener Feiertag. Angeblich waren die drei Weisen (mit ihrem Gefolge) etwa zwei Jahre unterwegs!

Der Erzähling nach brachten sie Weihrauch, Gold und Myrrhe – heute wird während der Dreikönigsmesse normalweise Kreide, Weihrauch und das Dreikönigswasser geweiht.

Worum geht es eigentlich?

In der westlichen christlichen Kirche wird an diesem Tag daran gedacht, dass die drei Weisen – vermutlich waren es gar keine Könige, sondern Gelehrte – Jesus angebetet haben. (In der östlichen Kirche wird hingegen der Taufe Jesu gedacht.)

Sternsinger

In den Kirchen werden am 6. Jänner die „Heiligen Drei Könige“ zur Krippe gestellt. In manchen Kirchen wird bald danach die Krippe wieder weg geräumt – ein kleiner Ausflug zahlt sich also aus!
An den Tagen vor und bis zum 6. Dezember sind traditionellerweise die Sternsinger unterwegs. Normalerweise sind es Kindergruppen (aber erst seit etwa 1954, davor waren es erwachsene Männer, die singend die Geburt Jesu verkündeten), die einige Tage durch die Städte und Gemeinden ziehen, singen und mit Gedichten an die „Weisen aus dem Morgenland“ erinnern. Mit ihren Geschenken haben sie damals dem Jesuskind gehuldigt. Heute bitten die Sternsinger um Spenden für die Sternsingeraktion, die jedes Jahr andere Projekte in der ganzen Welt unterstützt.

Im Jahr 2021 schaut das vielleicht etwas anders aus, in manchen Pfarren gibt es „virtuelle“ Sternsingergrüße, die online verschickt werden. In unserer Pfarre waren vor allem Familien gefragt, die gemeinsam Sternsingen gehen. Das war für unsere Kinder das erste Mal, dass sie dabei waren und ein interessanter Tag in sonst sehr ruhigen Weihnachtsferien. Auch wenn es anstrengend sein kann, verstehen Kinder gut, dass sie damit anderen Menschen helfen können und sind stolz! Wenn in diesem Jahr keine Sternsinger „live“ zu euch kommen, findet ihr online Sternsingergrüße und könnt an eurer Eingangstür selbst den Segenswunsch anbringen. Auch die Erklärung und Anleitung dazu findet ihr auf der Homepage der Sternsingeraktion!

Brauchtum rund um den Dreikönigstag

Viele Bräuche sind nicht mehr über, denn früher war der Dreikönigstag noch ganz eng mit Neujahr verknüpft. Doch einige Traditionen tauchen regional oder auch in den Medien immer wieder vermehrt auf. Eine davon ist das Räuchern. Früher war das Ausräuchern von Stall und Haus und das Besprengen mit Dreikönigsweihwasser üblich. Auch heute ist das zu Hause leicht möglich, denn Weihrauch und kleine Weihrauchkessel oder -schalen sind leicht erhältlich.

In einigen Familien gibt es am Dreikönigstag noch ein letztes Geschenk, z.B ein Buch für das neue Jahr. Die orthodoxen Christen feiern überhaupt erst am oder um den 7. Jänner Weihnachten. In Italien wurde aus Epiphanie „Befana“, die Weihnachtshexe, die den Kindern Geschenke bringt. Auch in Spanien gibt es oft erst am 6. Jänner Geschenke, so wie eben auch die drei Weisen dem Jesuskind Geschenke gebracht haben.

In Frankreich und der Schweiz gibt es teilweise den Brauch des „Bohnenkönigs“: in einen Kuchen wird eine Bohne (oder Mandel) eingebacken und wer sie in seinem Stück entdeckt, darf an diesem Tag „regieren“! Auch in anderen Ländern wird gebacken: so gibt es etwa den Dreikönigskuchen, der aus Germteig in Form einer Krone gemacht wird.

Zu Hause feiern

Wer zu Hause eine eigene Krippe hat, kann die drei Weisen schon die ganze Adventzeit wandern lassen. Jeden Tag kommen sie der Krippe ein Stückchen näher und errreichen die Heilige Familie schließlich am 6.1. Selbst, wenn man keine Geschenke mehr verteilen möchte, freuen sich alle Familienmitglieder vielleicht über einen kleinen „Schatz“: Gold-Schokomünzen, einen hübschen (Edel) Stein, etwas Glitzerndes,… Auch eine selbst gebastelte Krone passt gut zu diesem Fest! Wir sprechen dabei mit unseren Kindern darüber, dass jeder von uns Prinz oder Prinzessin ist, weil Gott der „echte“ König ist und wir alle seine Kinder und Familie sein dürfen. Als Prinz und Prinzessin hat man aber auch einen besonderen Auftrag, denn wir alle können Jesus eine Freude machen…

Am Dreikönigstag darf man noch einmal alle Lieblings-Weihnachtslieder singen und es gibt einige speziell für diesen Tag, besonders für Kinder zB von Siegfried Fietz, Detlev Jöcker, den Kisi-Kids… Wir Großen haben dieses Jahr „Ich lege meine Krone“ von Johannes Hartl für uns entdeckt.

Und was gibt es bei uns zu essen?

Da wir alle nach Weihnachten einen leichten Zucker-Überschuss haben, wird es heuer einmal Pizza in Stern- und Kronenform geben! Das geht aus selbst gemachtem oder gekauftem Pizzateig, mit einem scharfen Messer oder großen Keksausstechern ausgeschnitten und mit den Lieblings-Zutaten belegt.

Habt ihr eigene Familien-Dreikönigs-Traditionen? Dann schreibt sie uns doch!

 



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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