Checkliste für ein kindersicheres Zuhause


Etwa die Hälfte der Unfälle von Kindern unter fünf Jahren passieren zuhause. Nur jeder 20. Kinderunfall in diesem Alter geschieht im öffentlichen Verkehr, den wir als Gefahrenquelle wahrnehmen. Zuhause stecke aber nicht nur das größte Unfallpotenzial, dort gibt es auch die meisten Möglichkeiten zur Unfallprävention, wird Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) in einer Aussendung zitiert – die meisten Unfälle sind vermeidbar.

Um sich der Gefahren zuhause bewusst zu werden, gibt es das interaktive Sicherheitsspiel www.bewusst-sicher-zuhause.at. User schlüpfen im Computerspiel in die Rolle des Kindes und erleben leicht übersehbare Gefahrenquellen in den eigenen vier Wänden.

Kinderunfällen zu Hause vorbeugen

Für das eigene Zuhause hat der KFV einige Tipps parat, wie für Kinderschutz gesorgt werden kann. Kleine Verletzungen gehören zum Aufwachsen, doch Unfälle können vorgebeugt werden.

Wohnzimmer:
  • Teppiche mit Anti-Rutsch-Streifen rutschsicher machen
  • Möbelkanten mit Kantenschutz sichern
  • Regale mit Kippschutz montieren
  • Schubladen und Schränke mit Sperren versehen
  • Türstopper bzw. -bremse schützen vor eingeklemmten Fingern
  • Kinder nehmen große Glasflächen (Türen etc.) nicht wahr – Türen markieren
Stürze:
  • Fenster und Balkontüren mit Fenstersperren versehen
  • Aufstiegsmöglichkeiten im Bereich von Balkonen und Fenstern entfernen
  • Treppenschutzgitter an allen Treppen im Wohnbereich montieren
  • Lauflernhilfen nicht verwenden, sie bergen großes Sturzrisiko
Baden:
  • Stabile Kinderbadewanne mit rutschsicherer Einlage
  • Wassertemperatur mit Thermometer und Unterarm prüfen (38°C)
  • Thermostat zur Temperaturbegrenzung einbauen, um Verbrühungen zu verhindern
  • Frei bewegliche elektrische Geräte wie Föhn oder Rasierapparat während des Badens wegräumen
Ertrinken:
  • Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe von offenem Wasser lassen (z.B. Schwimmbecken, Biotop)
  • Kinder können bereits bei einer Wassertiefe von wenigen Zentimetern lautlos ertrinken
  • Offenes Wasser immer mit Abdeckungen oder einem Gitter absichern
  • Kinder nie unbeaufsichtigt in der Badewanne lassen
Küche:
  • Herdschutzgitter verwenden
  • Schalterabdeckung für Drehknöpfe am Herd montieren
  • Auf hinteren Platten kochen
  • Stiele der Pfannen nach hinten drehen
Vergiftungen, Verbrennungen:
  • Medikamente gesichert aufbewahren (z.B. absperrbarer Schrank)
  • Putzmittel außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Vorsicht bei offenem Feuer (Kerzen) und elektrischen Geräten (Wasserkocher, Bügeleisen)
  • Auf Tischtücher verzichten oder Tischtuchhalter verwenden
  • Montage eines Rauchmelders: er gibt sofort Alarm, bevor sich ein Brand ausbreiten kann. Montieren Sie einen Rauchmelder vor allem im Kinderzimmer.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Kinderunfällen

  • Wenn nötig: Kind aus der Gefahrenzone bringen.
  • Starke Blutungen stillen: Auf die Wunde drücken um den Blutverlust möglichst gering zu halten.
  • Atemwege frei halten: Bei bewusstlosen Kindern in Rückenlage droht Erstickungsgefahr.
  • Das Kind in die Seitenlage bringen.
  • Bei verschluckten Gegenständen: Kind in eine Kopftieflage bringen und fünfmal auf den Rücken schlagen (zwischen den Schulterblättern). Bleibt dies erfolglos, wird in der Ersten Hilfe ab dem 1. Lebensjahr auch die Durchführung des Heimlich-Handgriffs (fünfmal) empfohlen: Bis die Atemwege wieder frei sind, abwechselnd fünfmal festes Klopfen zwischen die Schulterblätter und fünfmal den Heimlich-Handgriff durchführen.
  • Bei Atem-Kreislauf-Stillstand sind Wiederbelebungsmaßnahmen zuergreifen.
  • Das Wichtigste: Notruf absetzen! (Rettung: 144, Polizei: 133, Feuerwehr: 122, Vergiftungszentrale: 01 406 43 43, Euro Notruf: 112)

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