31. Januar 2017

Erich Kästner: Der 35. Mai


Eine spontane Reise in die Südsee, ein rollschuhlaufendes Pferd – am 35. Mai muss der Mensch auf alles gefasst sein. Ein Buch für Liebhaber des Absurden.

Es ist der 35. Mai: Wie jeden Donnerstag wird Konrad von seinem Onkel Ringelhut von der Schule abgeholt. Konrad liebt diese Donnerstage, weil sie so ganz anders als andere Tage sind. Onkel Ringelhut ist eine wirklich ungewöhnliche Erscheinung und lässt das Kind nicht nur mit großer Freude vom Kasten hinunter auf eine Decke springen, sondern gibt ihm auch schon mal gekochten Schinken mit Schlagobers zu essen oder Kirschkuchen mit englischem Senf.

Ein Aufsatz über die Südsee

Doch an diesem Donnerstag ist Konrad nicht so fröhlich wie sonst und schuld daran ist die Hausübung: Konrad ist nämlich gut im Rechnen. Und deswegen muss er einen Aufsatz über die Südsee schreiben. „Weil Kinder, die gut im Rechnen sind, haben keine Phantasie“, sagt seine Lehrerin. Konrad ist deshalb der Verzweiflung nahe. Wäre er nur schlecht im Rechnen, dann müsste er den Bau eines vierstöckigen Hauses beschreiben – das wäre ja wirklich ein Klacks. Aber ein Aufsatz über die Südsee?

Doch Onkel Ringelhuth wäre nicht Onkel Ringelhuth, wenn er schnell eine Lösung für Konrads Problem wüsste: Kurzerhand beschließt er mit seinem Neffen eine schnelle, spontane Reise in die Südsee zu machen. „Das geht?“ denkt Konrad skeptisch. Aber an einem Donnerstag geht eben alles. Und apropos „an einem Donnerstag geht alles“: Begleitet werden Konrad und Onkel Ringelhuth vom rollschuhfahrenden, sprechenden Pferd Negro Kaballo. Und das ist noch lange nicht das Seltsamste, was ihnen auf dieser Reise begegnet.

Der 35. Mai ist für Liebhaber des Absurden

Erich Kästners „Der 35.Mai“ ist ein Buch für Liebhaber des Absurden – lustig vom ersten bis zum letzten Absatz.

Dass die Ausdruckweise des Buches teilweise als für heutige Standards nicht politisch korrekt durchgeht, ist wohl der Tatsache zuzuschreiben, dass das Buch bereits 86 Jahre alt ist. Vielleicht aber können Vorlesende ja das Buch als „Reise in die Vergangenheit“ nutzen und mit den Kindern darüber sprechen, dass sich manche gesellschaftlichen Gegebenheiten eben im Laufe der Zeit verändert haben.

Der 35. Mai

Erich Kästner
1931, Dressler
Hardcover, 160 Seiten
ISBN: 978-3-7915-3016-1

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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