5. Februar 2018

„Der Apfelbaum“ & „Komm, sagte die Katze“: Zwei zeitlos schöne Kinderbücher

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Die Autorin Mira Lobe hat gemeinsam mit der Illustratorin Angelika Kaufmann zeitlose Werke geschaffen, die die Herzen anrühren und wichtige Werte vermitteln. Deshalb sollten sie in keinem Bücherregal fehlen.

Zwei meiner absoluten Lieblings-Kinderbücher stammen von Mira Lobe und Angelika Kaufmann. Die beiden haben verschiedenste Preise gewonnen, unter anderen den Kleinkinderbuchpreis der Stadt Wien. Und das zu Recht. Ich habe die liebevoll erzählten und illustrierten Geschichten selbst schon als Kind geliebt und auch jetzt genieße ich sie immer noch mit meinen eigenen Kindern.

„Der Apfelbaum“

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G&G Verlag, € 14,95

Im ersten Buch geht es um einen Obstgarten, in dem verschiedene Obstbäume stehen. Die Geschichte beginnt im Frühling, als alles zu blühen beginnt. Die meisten Bäume stehen ihren Mitlebewesen eher abweisend gegenüber, nur der Apfelbaum heißt alle willkommen. Die Vögel dürfen in seinen Zweigen nisten, Maulwürfe, Igel und Siebenschläfer bei ihm Unterschlupf suchen. Die anderen Bäume kritisieren ihn dafür, doch er bleibt bei seiner Einstellung. Der Apfelbaum hat allerdings bei aller Güte strenge Regeln: die Tiere, die auf ihm leben, müssen sich friedlich verhalten. Im Winter, als alle Bäume kahl dastehen, ist er der einzige, der sich nicht einsam fühlt und von seinen schönen Erinnerungen zehrt.

 

 

Das Buch ist ein großes „Ja“ zum Leben

In unserer Zeit, besonders in unserer Gesellschaft, ist eine gewisse kinderunfreundliche Haltung spürbar. Klar wird versucht, in verschiedenen Bereichen Familien zu fördern, trotzdem habe ich selbst als Großfamilienmutter immer wieder kritische, wenn nicht sogar ablehnende Blicke verspürt, wenn wir alle in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, vor allem in der Großstadt.

Mir tut die lebensbejahende Botschaft der Geschichte sehr gut.

Der Wert von guten Beziehungen wird darin deutlich. Außerdem ist dieses Buch eine schöne Reise durch die Jahreszeiten, mit entzückenden Bildern, die man mit kleinen Kindern wunderbar besprechen kann. In jeder Hinsicht finde ich die Geschichte pädagogisch sehr wertvoll.

„Komm, sagte die Katze“

Das zweite Buch heißt „Komm, sagte die Katze“. Die Botschaft dieser Geschichte ist ähnlich, auch hier geht es darum, andere, egal wie unterschiedlich sie sind, willkommen zu heißen und ein gutes Miteinander zu finden.

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G&G Verlag, € 14,95

Hauptfigur der Geschichte ist eine Katze. Es geht um eine Hochwasserkatastrophe. Starker Regen hat verschiedene Tiere heimatlos gemacht. Eine Katze rettet sich auf einen schwimmenden Baum und holt dann verschiedene Tiere aus dem Wasser: ein  Schwein, einen Hund, ein Schaf, Hühner und mehrere andere.

Schließlich schwimmt ein Fuchs daher. Auch er ist in Not und braucht Hilfe. Die Tiere bekommen Angst und machen sich breit, um ihn nicht auf ihren Baum lassen zu müssen. Doch die Katze ist barmherzig. Sogar der Fuchs, der natürliche Feind einiger Tiere, findet Platz auf dem rettenden Baum. Die Katze stellt sich zwischen ihn und die anderen, spielt aber eine vermittelnde Rolle. Am Ende hat er sogar die hilfreiche Idee, wie die Tiere an Land rudern und endlich wieder festen Boden betreten können.

Komplexe Themen einfach dargestellt

Auch diese Geschichte bietet viel wertvollen Gesprächsstoff mit Kindern. Angefangen von Naturkatastrophen über Tiere bis hin zu Unterschiede zwischen Menschen, Gaben und Fähigkeiten, friedliches Miteinander in einer Gemeinschaft, Angst, Ablehnung, Annahme, Hoffnung,… Ich mag es, wie Mira Lobe in ganz einfachen Worten und mit gezielten Dialogen herausfordernde Themen behandelt und gute Lösungen vorschlägt. Die liebevollen und oft humorvollen Bilder von Angelika Kaufmann machen die Geschichten greifbar und zu einem zeitlos schönen Schatz.

 

 



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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