6. Oktober 2017

Buchtipp: Franz von Assisi


Das neue Kinderbuch von Hubert Gaisbauer erzählt aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi und zieht dabei auch Verbindungen zur heutigen Zeit.

Im 12. Jahrhundert wird in Assisi Giovanni Bernardone, der später unter dem Namen Franz von Assisi bekannt werden sollte, geboren. Seine Eltern sind wohlhabend und unterstützen ihren Sohn nach Kräften – auch, als er sich eines Tages in den Kopf setzt, Ritter zu werden. Glänzende Rüstungen, heldenhafte Taten und damit verbundene große Ehre spuken dem jungen Mann dabei im Kopf herum. Voller Enthusiasmus zieht er in den Krieg – doch der ist so ganz anders, als er gedacht hat. Ohne Glanz, ohne Heldentum, ohne Ruhm und ohne Ehre – nur Leid und Not begegnen Franz und das prägt ihn tief. Selbst als der Krieg zu Ende ist, lassen ihn die Erlebnisse nicht los. Intensiv denkt er darüber nach, was er mit seinem Leben anfangen soll, wie er es anstellen kann, dass er das Leid und die Not anderer lindern, vielleicht sogar beseitigen kann. Eines Tages begegnet ihm ein aussätziger Mann und endlich hat Franz einen Plan.

Was Franz von Assisi ausmacht

In Hubert Gaisbauers „Franz von Assisi“ hat viel mehr Platz als die Lebensgeschichte eines Mannes, der sich mit Leib und Seele dem Engagement für Arme, Kranke und für die Schöpfung in all ihren Ausprägungen einsetzte.

Hubert Gaisbauer erzählt auch von Wünschen, die man für sein Leben hegt und wie schwierig es ist, wenn sie sich erfüllen und es trotzdem nicht das große Glück bringt.

Und er erzählt vom Mut, den man aufbringen muss, um so manchen Plan in die Tat umzusetzen. Nicht zuletzt erzählt er vom Glück, das man erlebt, wenn man das tun kann, was einem wichtig und richtig erscheint.

Am besten gemeinsam lesen

Die Illustrationen von Brigitta Heiskel sind stimmig und modern und versuchen in vielen Elementen die Geschichte des Franz von Assisi ins Heute zu „übersetzen“: So finden sich bei den Darstellungen der Armen, denen Franz hilft, auch Zeichnungen von Zelten, die an Flüchtlingsunterkünfte erinnern. Bei der Erzählung über Franz Wunsch Ritter zu werden, sehen wir eine Handgranate aufgezeichnet und ein Maschinengewehr. Auf einer ganz anderen Ebene wird so klar: Die Botschaft des Heiligen hat bis heute an Aktualität nichts verloren.

Gerade deshalb ist Hubert Gaisbauers „Franz von Assisi“ aber auch ein Buch, das man sich mit seinen Kindern anschauen und es auch mit ihnen lesen sollte. Zu viel bleibt sonst für die Kleinen offen, zu viel, das wichtig ist, bleibt sonst ungesagt. Empfohlen ab 5 Jahren.

Franz von Assisi

 

 

 

 

 

 

 

Hubert Gaisbauer: Franz von Assisi
Illustriert von Birgitta Heiskel
2017 Tyrolia

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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