13. November 2014

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende


Das Buch war ja ehrlich gesagt eines meiner Lieblingsbücher als ich ein Kind war. Und auch eines meiner ersten bewussten Theatererlebnisse: Ich hab den feuer- und rauchspeienden, meterhohen Drachen Frau Mahlzahn auf der Bühne des Burgtheaters heute noch vor mir.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer leben in Lummerland. Lummerland, das ist eine kleine Insel, irgendwo mitten im Meer. Und wenn ich sage klein, dann meine ich wirklich, wirklich klein: Außer Jim Knopf und Lukas leben dort nämlich nur noch Frau Waas, Herr Ärmel und der König, Alfons der Viertelvorzwölfte. Jim Knopf ist ein Kind und je älter er wird und je größer er wird, desto klarer wird auch: dass Lummerland langsam zu klein wird für alle seine Einwohner. Deshalb beschließt Lukas schweren Herzens mit seiner Lokomotive Emma auszuwandern, um für den groß werdenden Jim Knopf Platz zu machen. Aber damit ist Jim gar nicht einverstanden und entscheidet kurzerhand, dass er mitauswandert. So wird die Lokomotive Emma schnell mal zu einem Schiff umgebaut und die beiden stechen in See. Ihren ersten „Landgang“ unternehmen sie in China, wo sie eine Inschrift entdecken, die besagt, dass der Kaiser von China demjenigen seine Tochter LiSi zur Frau gibt, dem es gelingt die Prinzessin aus der Drachenstadt zu befreien.

Für Jim und Lukas ist schnell klar: Das ist ein Abenteuer ganz nach ihrem Geschmack

Sie werden in die Drachenstadt reisen und die Prinzessin finden und die Drachen besiegen. Das gibt es nur ein Problem: Niemand weiß genau, wo die Drachenstadt liegt, geschweige denn wie man dort hingelangt. Aber Jim wäre nicht Jim und Lukas nicht Lukas, wenn sie sich durch diese Kleinigkeit von ihrem Vorhaben abhalten lassen würden. Beherzt brechen sie auf. Der Weg führt vorbei am rot und weiß gestreiften Gebirge und dem Tal der Dämmerung, die beiden Helden lernen einen Scheinriesen und einen Halbdrachen kennen, reparieren einen Vulkan und stehen schließlich vor den Pforten der Drachenstadt.

Dass das Ende so versöhnlich ist, wie es ist, hat nicht nur meinem Kind gefallen. Das 25. Kapitel lesen wir seither sehr, sehr oft auch einfach nur so.

Das Buch war ja ehrlich gesagt eines meiner Lieblingsbücher als ich ein Kind war. Und auch eines meiner ersten bewussten Theatererlebnisse: Ich hab den feuer- und rauchspeienden, meterhohen Drachen Frau Mahlzahn auf der Bühne des Burgtheaters heute noch vor mir. Ja, sie war gruselig, aber auch so schaurig schön. Also dachte ich: Mein buchverliebtes Kind müsste mit dieser Geschichte eigentlich auch seine Freude haben. Und ich hatte Recht. Was man aber wissen sollte, als Vorlesende, bevor man richtig startet: Die Geschichte ist an vielen Stellen wirklich sehr gruselig.

Das Buch wird empfohlen ab 8 Jahren. Mit meinem Sohn habe ich es das erste Mal gelesen als er 5 war und es hat auch gepasst.

Tipp: Wie man Kindern Bücher schmackhaft macht.

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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