26. Dezember 2017

Buchtipp: Von der Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein

Freundschaft mit sich selbst - meinefamilie.at

„Freunde fürs Leben“ – Dieses besondere Buch von Melanie Wolfers habe ich selbst von einer Freundin geschenkt bekommen und als eine echte Inspirationsquelle entdeckt. Der Titel, der im adeo Verlag erschienen ist, fasst den Inhalt kurz und prägnant zusammen: Es geht darin um die Kunst, mit sich selbst Freundschaft zu schließen, diese lebenslange Freundschaft zu pflegen und daraus Kraft zu schöpfen.

Ein echter Freund ist jemand, der mir zuhört, mich bestärkt, mir Fehler nachsieht, sich mit mir freut. Sehr oft bin ich für andere solch eine Freundin. Doch wenn es darum geht, mit mir selbst geduldig, freundlich und ermutigend umzugehen, hab ich mitunter Probleme. Sehr schnell kommen selbstkritische und verurteilende Gedanken in mir hoch, die alles andere als wohlwollend sind! Ja, manchmal bin ich sogar selbst meine größte Feindin und meine schärfste Kritikerin – zumindest meinen Gedanken und meinem Verhalten nach.

Die Beziehung zu sich selbst als Kraftquelle

„In meiner Tätigkeit als Seelsorgerin und Beraterin geht mir zunehmend auf, wie häufig wir Menschen uns selbst im Weg stehen oder ein Bein stellen. Und es ermutigt nicht gerade zu sehen: Jeder Aspekt des Lebens scheint genug Zündstoff zu bieten, um mit sich, der eigenen Geschichte und den Umständen im Clinch zu liegen. Es gibt nichts, was wir nicht ablehnen und bekämpfen könnten“, schreibt die Autorin im ersten Kapitel. Dass das nicht so bleiben muss, ja dass die Beziehung zu sich selbst sogar positiv und zu einer Kraftquelle werden kann, schildert sie anhand verschiedener Beispiele.

Melanie Wolfers zeigt Wege aus diesem Dilemma in sechs weiteren ausführlichen Kapiteln, die unter anderen Themen wie Selbstwahrnehmung, Selbstannahme und Vergebung beinhalten. Versöhnung mit sich selbst und der eigenen Geschichte ist für sie wesentlich: „Darin liegt das Geschenk der inneren Aussöhnung: Wir reichen den „Feinden in uns“ die Hand und können mit den schmerzhaften Kapiteln unserer Geschichte frei von Hader und im Frieden leben.“

Versöhnung mit sich selbst bedeutet auch immer, sich selbst von Herzen zu vergeben und die eigenen Schattenseiten annehmen zu können.

Es bedeutet auch, mit selbstquälendem Perfektionismus aufzuhören. „Immer wieder“, so die Autorin im Kapitel fünf über eigene Grenzen, „tauchen Seiten auf, die einen ärgern und die man am liebsten verleugnen würde. Dann gilt es, erneut Ja zu sagen zu allem, was in einem ist, es anzunehmen und in die Arme zu schließen.“

Sich weiterentwickeln, aber auch entspannen

Der Wunsch, sich selbst weiterzuentwickeln und zu verbessern ist ja grundsätzlich gut. Wir alle möchten wachsen und uns entfalten. Nur darf dieser Wunsch nicht ausarten in eine zerstörerische Form von „Selbstoptimierungsdruck“, der ein entspanntes Sein nicht mehr erlaubt oder möglich macht. „Unsere Fähigkeit, uns weiterentwickeln zu können und zu wollen, lebt vielmehr von einer wohlwollenden Atmosphäre“, meint die Autorin.

Diese Atmosphäre des Wohlwollens und der Annahme können wir selbst schaffen!

Wir können sogar heute damit anfangen und so zu einem entspannten, versöhnten Umgang mit uns selbst und dadurch auch mit anderen finden!

Ich kann diesen weisen Lebensratgeber sehr empfehlen – vielleicht als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk – nicht nur für Frauen, sondern für jeden, der Sehnsucht nach einem erfüllteren Leben hat.

Freunde fürs Leben

Freunde fürs Leben, Melanie Wolfers - meinefamilie.at

Von der Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein
Melanie Wolfers
2016, adeo-Verlag
224 Seiten
ISBN:9783863341138
€ 16,99

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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