21. Februar 2017

Der Findefuchs – wie der kleine Fuchs eine Mutter bekam

Der Findefuchs - meinefamilie.at

Diese sehr berührende Geschichte von Irina Korschunow ist mehr als nur eine nette Tiergeschichte für Kinder. Mit den wunderbaren Bildern von Reinhard Michl möchte ich das knapp 50-seitige Taschenbüchlein als ein kleines Juwel der Kinderliteratur bezeichnen. Erschienen im dtv-Verlag rangiert es in der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, und das zu Recht.

Die Geschichte handelt von einer Füchsin, Mutter von drei Jungen, die unterwegs ein verlassenes Fuchsjunges findet. Ausgehungert und verängstigt könnte es allein nicht überleben. Ohne zu zögern gibt sie ihm zu trinken und nimmt es mit. Sie muss sich gegen einen Jagdhund, einen Dachs und andere Gefahren behaupten. Nach ihrem abenteuerlichen Heimweg ist ihr der kleine „Findefuchs“ so ans Herz gewachsen, dass sie ihn einfach „adoptiert“. Ihre Nachbarin, eine hartherzige Füchsin, nennt sie „dumm“, einfach so für ein fremdes Junges zu sorgen. Sie habe doch schon genug damit zu tun, für ihre eigenen drei Jungen Nahrung zu beschaffen! Doch die Fuchsmutter hat ein großes Herz und kümmert sich nicht um ihr Gerede. Am Ende kann sie den fremden kleinen Fuchs gar nicht mehr von ihren eigenen Kindern unterscheiden. Sie hat nun einfach vier Kinder, die sie alle gleich gern hat!

Gemeinsam lesen und anhören

Diese Geschichte eignet sich wunderbar zum Vorlesen. Für Leseanfänger ist der Text extra groß geschrieben, ich würde allerdings dringend dazu raten, das Buch aus emotionalen Gründen das erste Mal gemeinsam mit dem Kind zu lesen. Es gibt eine Hör-CD und eine Menge Begleitmaterial zur Aufbereitung des wertvollen Inhalts. Auch hier ist es für kleine und sensible Kinder sicher ratsam, die CD mal zuerst gemeinsam anzuhören.

Ich habe die Geschichte das erste Mal selbst gelesen und musste vor Rührung weinen.

Meinen Kindern habe ich dann die Geschichte in einem Stück vorgelesen und wir mussten immer wieder pausieren, um über die schwierigen Situationen zu sprechen. Meine Tochter (7) war sehr aufgewühlt vom Schicksal des kleinen Fuchsjungen und auch mein Sohn (5) machte sich viele Gedanken. Es war gut, dass wir die Geschichte gemeinsam erlebten, denn so konnten wir viel darüber sprechen und die schwierige Thematik gut bearbeiten. Ich finde diese Geschichte wichtig, lebensbejahend und zeitlos schön und empfehle sie deshalb unbedingt weiter!

Der Findefuchs

Der Findefuchs - meinefamilie.atWie der kleine Fuchs eine Mutter bekam
Irina Korschunow (Text), Reinhard Michl (Illustration)
dtv junior, 48 Seiten
ISBN: 978-342307477-3
€ 12,95

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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