30. Januar 2020

Buchtipp: Ein „Wunder“-bares Buch

buchtipp:ein&#;wunder&#; baresbuch

Auf meiner Suche nach wertvoller Lektüre bin ich über ein Buch gestolpert, das mich überzeugt hat. Es heißt „Wunder“, mit dem Untertitel: „Sieh mich nicht  an!“ und eignet sich meiner Meinung nach wunderbar für Familien mit Kindern ab dem Volksschulalter.

Es ist sehr einfach geschrieben, so als würde die Hauptperson, ein zehn Jahre alter Bub, selbst erzählen. Im Laufe der Geschichte kommen auch noch andere Personen zu Wort.

Ein besonderes Kind

Die Geschichte handelt von August, auch Auggie genannt. Der Zehnjährige lebt in New York und ist eigentlich ganz normal, liebenswert, intelligent und witzig, aber er führt trotzdem kein normales Leben. Er stellt sich selbst so vor: „Ich heiße übrigens August.

Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt – es ist schlimmer.“ August leidet sehr unter seinem Aussehen. Der Grund dafür ist sein entstelltes Gesicht, das infolge vieler Operationen so geworden ist und ihm das Leben mit gleichaltrigen Kindern erschwert. Er wurde mit schweren Fehlbildungen geboren und die Operationen ermöglichen ihm nun zumindest ein halbwegs normales Leben.

Jahrelang wurde Auggie von seiner Mutter zu Hause unterrichtet und trug am Spielplatz einen Sturzhelm, um ihm die ständigen Spötteleien anderer Kinder zu ersparen.

Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, zum ersten Mal in eine öffentliche Schule zu gehen – ohne Helm. Eine riesige tägliche Herausforderung nicht nur für August, sondern für seine ganze Familie, also seine Mutter, seinen Vater und seine Schwester Via.

Ausgegrenzt

Der einzige Tag, den August toll findet, ist Halloween. Denn da kann er sich verkleiden und sich endlich mal ganz „normal“ fühlen. Doch gerade an Halloween bekommt er zufällig mit, dass einer seiner Mitschüler, Jack, der eigentlich sein Freund war, ihn hinter seinem Rücken verspottet. Er ist wütend und verletzt und will nicht mehr zur Schule gehen.

Der Film zum Buch

Eine Szene (im Film) hat mich persönlich sehr berührt, als August verzweifelt weint und seine Mutter ihm folgendes erklärt: Sie deutet auf ihr Gesicht und meint: „Dieser Körperteil zeigt, wo wir herkommen. Doch dieser Körperteil,“ fährt sie fort und zeigt auf ihr Herz, „bestimmt, wo wir hingehen.“

August ist eines der mutigsten Kinder, die ich kenne. Im Lauf dieses ersten Schuljahres erlebt er viel Schweres, wird ausgelacht, gemobbt und von vielen gemieden.

Manchmal ist er kurz davor, aufzugeben und alles hinzuschmeißen. Doch im Lauf der Zeit findet er echte Freunde und darf zum ersten Mal erleben, dass ihn auch Menschen außerhalb seiner Familie um seiner selbst willen mögen. Die bedingungslose Liebe seiner Eltern und auch seiner Schwester gibt ihm Kraft dazu, buchstäblich über sich selbst hinauszuwachsen.

Preisgekrönter Roman

Das Buch ist in Form eines Romans geschrieben, mit erfundenen Figuren, liest sich aber wie eine wahre Geschichte. Die Autorin Raquel J. Palacio schreibt in einem sehr authentisch wirkenden Stil, gerade so, als würde August Tag für Tag aus seinem turbulenten Leben erzählen. Aber auch andere kommen zu Wort, z.B. Via, seine Schwester und seine Schulfreunde Summer und Jack erzählen aus ihrer Perspektive Begebenheiten aus dem Leben mit Auggie. Die Geschichte handelt von Themen wie Annahme und Ablehnung, Dazugehören und  Ausgegrenztsein und von anderen wichtigen Werten wie Würde und Wert eines Menschen. Auf sehr kindgerechte und gelungene Weise werden diese sehr aktuellen Themen unserer Zeit angesprochen. Die Geschichte geht unter die Haut und berührt die Herzen. Für ihre grandiose Leistung wurde die Autorin mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Geschenksidee

Ich kann die Lektüre des herzerwärmenden Romans sehr empfehlen. Als Geschenkspaket könnte man noch den Fortsetzungsroman „Julian, Christopher und Charlotte erzählen“ dazugeben. Das sind drei Schulkollegen von August, die aus ihrer Sicht erzählen. Als besonderen Highlight gibt es das Buch auch als Spielfilm, mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay lebensnah dargestellt, für einen „wunder“-baren Filmabend mit der ganzen Familie.



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Niederösterreich im Erlauftal. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nach fünf Jahren Homeschooling sind nun alle vier Kinder in öffentlichen Schulen und ich bin Kulturvermittlerin im Stift Melk.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at ✰

Melde dich zum Newsletter an
Als Willkommensgeschenk erhältst du unser gratis E-Book zum Thema Nachhaltigkeit im Familienleben.
*Wir verschicken keinen Spam und du kannst dich jederzeit wieder mit nur einem Klick abmelden.