25. Mai 2020

Buchrezension: Ein Löffel Honig

Ein Löffel Honig

Dieses Buch ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet und als begleitendes Buch zur Erstkommunion geschrieben worden. Es dient nicht der Wissensvermittlung, sondern führt spielerisch im Rahmen einer Geschichte an das Thema Erstkommunion heran.

Protagonistin ist die kleine Julia, welche mitten in der Vorbereitung auf dieses großartige Fest steckt und die dafür immer wieder gemeinsam mit anderen Kindern die Vorbereitungsstunden bei ihrer Tischmutter Ulli besucht. Sie erlebt so manche aufregende und lustige Situation, lernt neues Kennen, fragt nach Gott und dem Sinn dahinter. Es handelt auch von Freundschaft, Vorurteilen und das Kennenlernen neuer Weggefährten. Julia entdeckt über einen neuen Freund die Welt der Bienen und lernt viele wertvolle Lektionen fürs Leben. Am Ende gibt sie dann ihr innerstes Gefühlsleben preis und erzählt, dass sie ihre Reise mit einem wunderbaren Löffel Honig vergleichen würde.

Ich musste schmunzeln

Beim Lesen muss man immer wieder schmunzeln, da sich die Autorin so mancher Klischees kirchlichen Hintergrundes bedient, die wir aus unserer eigenen Vorbereitungszeit noch kennen dürften. Ich fühlte mich beim Lesen in diese Zeit zurückversetzt, an die ich mich heute noch gerne erinnere. Als Eltern kann man lesebegeisterten Kindern sicher eine Freude mit diesem Buch machen, oder auch einen sanften Einstieg in das Thema schaffen.

Allerdings kommen einige Geschichten der Bibel vor und da Fragen bei den Kindern auftauchen könnten oder werden, sollte man zumindest eine grobe Ahnung haben um mitreden zu können. Oder eine gute Suchmaschine.

Gott, als stiller Zuschauer

Die Geschichte ist so angelegt, dass über Julia und ihr Leben erzählt wird und Gott immer wieder als stiller Zuschauer Schlüsselerlebnisse kommentiert. Wie ein liebender Vater, der seinem Kind beim Spielen zuschaut und sich freut, wenn es etwas gelernt hat oder mit ihm trauert, wenn etwas nicht so läuft wie gewünscht. Am Anfang ist es kurz etwas befremdlich, dass Gott „kommentiert“ und personifiziert wird, aber für Kinder ist es doch eine ganz nette Vorstellung, dass Gott ein liebender Vater ist, der uns beobachtet und sich mit uns freut und auch an unserer Seite ist, wenn es uns nicht so gut geht. Natürlich steht zu allererst der Glaube, aber darum geht es ja schließlich bei der Kommunion. Auch die Weisheit, die Solidarität und andere Tugenden erhalten eine Stimme und reden fleißig mit „von oben“. Insgesamt eine gelungene Story mit wichtigem Hintergrund und einer sehr guten Message, aus der Kinder viel lernen können.

Die Illustrationen fügen sich gut in die Geschichte ein und untermalen die Handlung an den richtigen Stellen. Sie sind stark skizziert gezeichnet – wahrscheinlich, um der Phantasie des lesenden Kindes Raum zu geben. Für mich hätten sie aber in dieser Altersgruppe etwas lieblicher ausfallen dürfen. Nun ja, Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden und davon darf sich dann jeder Leser selbst ein Bild machen. Insgesamt kann man das Buch sicher durchaus empfehlen und es wird vielen Kindern Freude bereiten.

Eine Geschichte, geschrieben von Lene Mayer-Skumanz und illustriert von Brigitta Heiskel. Erschienen in 5. aktualisierter und neu illustrierter Auflage beim Tyrolia-Verlag. (2019)

Ein Löffel Honig

Online bestellen


EIN ARTIKEL VON
  • Stephanie Miesbauer

    Als ausgebildete Kindergarten- und Früherziehungspädagogin arbeitete ich zuerst einige Jahre in der Krabbelstube. Seit 2013 bin ich nun als Hebamme für Mutter und Kind im Einsatz - zuerst in Linz, seit März 2019 in Wien. Der zusätzliche Master of Advanced practice midwifery folgte 2016. Ich bin sowohl im Krankenhaus tätig als auch freiberuflich und decke somit von der Schwangerenbetreuung, über die Geburt bis hin zur Nachsorge alle Bereiche ab.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at ✰