2. März 2018

Wie wir als Paar mit Veränderungen umgehen

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Wenn man heiratet, entscheidet man sich bewusst für den anderen und sagt Ja zu ihm – mit all seinen Eigenschaften, Charakterzügen und natürlich auch den „Macken“. Man hat meistens relativ genaue Vorstellungen davon, wie das gemeinsame Leben ausschauen soll, wo man wohnen möchte, wie viele Kinder man sich wünscht… und hofft eigentlich auch, dass alles wunschgemäß verläuft und der Partner dauerhaft die perfekte Ergänzung bleibt. Spätestens nach einigen Jahren gibt es die ersten Aha! Momente: Da ist doch etwas anders als zu Beginn der Ehe, es gab Veränderung! Wir merken oft an Kleinigkeiten: das hätte ich, das hätte der Partner früher so nicht gemacht.

Manchmal sind es ganz alltägliche Dinge: Die Frühaufsteherin in unserer Ehe war früher am Wochenende vor 10 Uhr nicht wach zu bekommen. Der Handwerker unserer Familie war zu Beginn unserer Beziehung der Meinung, er hätte zwei linke Hände und baut jetzt ein ganzes Hühnerhaus.

Veränderungen sind Teil des Lebens, auch als Ehepaar. Auch die Gefühle zueinander verändern sich, genau wie wir selbst.

Auf das Fundament der Beziehung kommt es an

In diesem Zusammenhang gefällt uns der Begriff „Weiterentwicklung“ besser als Veränderung. Wenn sich etwas ändert, entwickelt sich automatisch etwas Neues dadurch. Alte Muster, Sichtweisen und Verhaltensweisen brechen auf, es kommt etwas

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in Gang! Das kann mit viel Zeit, Energie und Anstrengung verbunden sein. Natürlich betrifft das nicht nur eine Person, sondern ebenso den Partner und die Familie. Möglicherweise ändert sich der Alltag. Man muss neu organisieren und für kurze Zeit läuft es eventuell „unrund“. Denn manchmal ist es auch eine große Veränderung. Eine weitere Ausbildung, ein ganz anderer Beruf. Sichtweisen und Einstellungen, die sich um 180 Grad verändern. Eine Sinnsuche, die in ganz andere Richtungen führt. Das alles kann am Fundament einer Beziehung ganz schön rütteln.

In solchen Situationen kommt es darauf an, auf welchem Fundament diese Ehe steht: Ist es flüchtig wie Sand oder fest wie Stein?

Trotz teils gravierender Veränderungen gibt es nämlich eines, das sich nie ändern sollte: Das Ja zueinander, die Liebe zueinadner sollte für ein Ehepaar tatsächlich wie „in Stein gemeißelt“ sein! Sie werden sich jetzt vielleicht denken: „Liebe ist doch ein Gefühl!“ und da liegen Sie durchaus richtig. Doch wenn Liebe dauerhaft sein soll, dann ist sie viel mehr als ein Gefühl – sie ist auch eine bewusste Entscheidung, die allen Veränderungen standhält. Ganz gleich welche Art von Liebe: Das aufregende Verliebt-Sein, die überwältigende Liebe zu dem Neugeborenen, die sehnsüchtige Liebe zum Partner, die freundschaftliche Liebe zur besten Freundin, die dankbare Liebe zu den Eltern – jede Art von Liebe erlebt unterschiedliche Phasen und Jahreszeiten.

Doch wie kann man dafür sorgen, dass diese Liebe nicht einfach mit der Zeit weniger wird und verschwindet? Wie schafft man es gerade in der Ehe, dass diese Liebe tiefer, reifer und beständig wird?

Sich besinnen und erinnern

Es hilft, sich immer wieder bewusst zu machen:

  • Was hat uns damals aneinander gefallen?
  • Was schätzen wir am anderen?
  • Was verbindet uns?

Auch das kann sich ändern und immer wieder neu sein. Durch neue Interessen eines Partners ergeben sich wieder Möglichkeiten für die Beziehung. Auch für die Ehe ist es wichtig, dass man immer wieder darüber nachdenkt: Wo stehen wir jetzt? Was macht uns gemeinsam Freude, was wollen wir vertiefen? Wo wollen wir miteinander an unserer Beziehung arbeiten? Was ist nicht mehr stimmig? Wo öffnen sich für uns als Ehepaar neue Perspektiven und Aufgaben?

Gemeinsame Interessen wiederentdecken

Für uns war es ein wichtiger Schritt, mit bzw. trotz Kindern ein gemeinsames Hobby zu finden, das für uns sinnvoll und für andere bereichernd sein kann. So sind wir zu Referenten für Natürliche Empfängnisregelung geworden.

Wie wir als Paar mit Veränderungen umgehen - meinefamilie.atWir kennen Paare, die miteinander die Welt bereisen, tanzen gehen, sich in Vereinen engagieren, in der Pfarre oder Gemeinde sehr aktiv sind. Paare die eine Sportart ausüben, Vorträge besuchen, sich bei einem Sozialprojekt einbringen… Und das alles gemeinsam. Vieles davon war zu Beginn ihrer Beziehung noch kein Thema und ist erst gewachsen. Doch auch gemeinsame Hobbies aus der ersten Zeit (vor den Kindern) können wieder aufleben und bewusste Beziehungspflege sein. Beispielsweise ein Tanzkurs, gemeinsames Sporteln oder Reisen, Kochen, Musik… Vieles lässt sich abgewandelt auch mit Kindern verwirklichen.

Veränderungen sind oft etwas, das uns Angst macht – man weiß nicht genau, was auf einen zukommt, wie es weiter geht.

Kommunizieren beseitigt Zweifel

Es gibt auch Zeiten, in denen man auch wegen der veränderten Seiten am Partner zweifelt. Ist er oder sie wirklich noch immer der/die Richtige? Vielleicht sind die neuen Interessen und Freunde so gar nicht Ihr Fall oder das Gewohnte ist verschwunden…

Wir bemühen uns, bewusst auf Schatzsuche zu gehen. Trotz aller Veränderungen ist noch vieles da, das uns schon immer aneinander gefallen hat. Und wegen der Veränderungen sind vielleicht viele neue Dinge entstanden, die am anderen toll sind! Man sollte es dem anderen auch immer wieder bewusst sagen, vielleicht mit einer kleinen Notiz, einem Post-It an der Haustür oder einer Nachricht auf WhatsApp.

Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil in diesen Zeiten der Veränderung, der Unsicherheit.

Nur wenn wir dem Partner offen und wertschätzend sagen was in uns vorgeht, können wir uns miteinander weiterentwickeln und auch aneinander wachsen.

Das ist doch eines der schönsten Dinge in der Ehe: Wir dürfen nicht nur miteinander leben, sondern auch

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voneinander lernen und aneinander wachsen. Gemeinsam alte Wege verlassen und neue finden. Durch dieses Miteinander wird die Liebe zueinander immer tiefer und stärker.

Schlussendlich ist es die Entscheidung, die zählt:

  • Die Entscheidung, immer wieder Zeit mit dem anderen zu verbringen und neue Facetten kennen zu lernen.
  • Die Entscheidung, trotz Veränderung das Gemeinsame zu pflegen.
  • Die Entscheidung, trotz ärgerlicher Kleinigkeiten das Gute im Anderen zu suchen und zu sehen.
  • Die Entscheidung, nach einem Streit wieder das Gespräch zu suchen.
  • Die Entscheidung, den Anderen auch in schwierigen Beziehungsphasen unbedingt zu unterstützen.
  • Die Entscheidung, nicht nur den bequemen, bekannten Weg miteinander zu gehen.

Bei jeder Veränderung, die uns aus der Bahn geworfen hat, haben wir uns dafür entschieden, wieder und wieder JA zueinander zu sagen. Das haben wir uns schließlich in unserem Eheversprechen zugesagt! Gelohnt hat sich das vielfach: In einer persönlichen Weiterentwicklung, in einem Zusammenwachsen und in einer immer tieferen Liebe zueinander.

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3 Kommentare
  • Annemarie Hackl, 2. März 2018, 15:36 Antworten

    Das sind ja geniale Gedanken und Tips - auch für Ehepaare, die schon der Goldenen Hochzeit entgegen gehen :-)

  • Ingrid J., 8. März 2018, 22:37 Antworten

    Super schöne Gedanken! Vielen Dank!

  • angela, 12. März 2018, 5:18 Antworten

    Herzlichen dank! Sehr hilfreich u. Ermutigend😉😊😘

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