10. September 2018

Zutaten für den perfekten Urlaub

urlaub - meinefamilie.at

Unsere Erkenntnis, die wir heuer aus dem Urlaub mitnehmen ist die Einsicht, dass wir nicht immer alles gemeinsam machen müssen. Manchmal ist es leichter Kompromisse zu schließen, wenn jeder auf sich schaut.

Wie kommt es dazu?

Während mein Mann im Urlaub am liebsten alle Viere von sich streckt, um sich von der körperlichen Arbeit in seiner Werkstatt zu erholen, benötige ich dagegen volle Action in Form von Bergwanderungen und Ausflügen, um der Eintönigkeit und Einsamkeit der Haushaltsführung zu entfliehen.

Vorausschauend plane ich Ausflugsziele mit Spielplätzen, die auch konditionell noch machbar sind. Doch obwohl die meisten Almhütten mittlerweile sehr kinderfreundlich sind und ein großes Angebot an Spielmöglichkeiten bieten, werden die Protestrufe meines Sohnes von Tag zu Tag immer lauter. „Kein Ausflug, ich will keinen Ausflug mehr! Ich will spielen!“
Genaues Nachfragen ergab die Einsicht, dass mit Spielen ein Tag Hotel ohne Ausflug gemeint ist. Ein Tag Go-Kart fahren, Sand spielen, rutschen, schwimmen im Hallenbad oder Wuzeln im Spielzimmer. Je nach Lust und Laune, ohne Planung, einfach das Angebot des Hotels nutzen und in den Tag hineinleben. Was für meinen Mann ja sehr erholsam wäre, müsste er nicht dauernd mit gehen. Und mir todlangweilig erscheint. Denn auf Spielplätzen stehe ich ja im Alltag oft genug herum, obwohl ich viel lieber Bewegung machen würde.

Zeit für sich nehmen

Schließlich komme ich schweren Herzens zu der Einsicht, dass es nicht möglich ist, immer alles gemeinsam zu erleben. Als ich mich überwinde um alleine spazieren zu gehen durchflutet mich plötzlich ein Glücksgefühl, mit dem ich nicht gerechnet habe. Genau das hat mir gefehlt, ausschreiten zu können, in meinem Tempo, vor mir die Bergkulisse. Ohne ständig auf Kinderschritte warten zu müssen. Ohne Geschichten erzählen und freundlich motivieren zu müssen weiter zu gehen, obwohl ich eigentlich schon längst genervt bin. Und wider Erwarten genügt mir eine Stunde Bewegung für mich, um meinen Mann gut gelaunt am Spielplatz ablösen zu können.

Kompromisse leben, indem man auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse schaut.

Doch auch unser Sohn entwickelt sich weiter, wird selbstständiger. Genießt es im überschaubaren Rahmen der Hotelanlage alleine vom Spielplatz vorm Haus ins Zimmer oder Gastzimmer zu gehen, um sich ein Eis zu holen. Ohne Schlüssel, ohne größeren Autoverkehr, ohne weite Wege zum nächst gelegenen Park. Freiheit, die ihm in der Stadt noch nicht möglich ist. Währenddessen sitzt unser Mann am Bach in der Sonne, um in aller Ruhe seinen Kaffee zu trinken und die Zeitung zu lesen. Und hat so später Kraft genug, um mit unserem Sohn ins Schwimmbecken zu gehen.

Indem Moment als wir akzeptierten, dass wir nicht alles gemeinsam machen müssen, um als Familie glücklich zu sein, lernten wir einen neuen Weg, Kompromisse zu leben. Indem wir auf uns selbst und unsere Bedürfnisse schauten.

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