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Zum Leben gehört Streit, aber auch Versöhnung

Kinder können von Eltern lernen, wie man sich streitet, ohne sich psychisch oder verbal zu verletzen. Aber Kinder müssen auch erfahren, wie man sich am Ende wieder verträgt. Nur sollte man bestimmte Themen nicht vor den Kindern ausbreiten: finanzielle Probleme, materielle Sorgen, uneinige Erziehungsauffassungen oder partnerschaftliche Konflikte (z.B. emotionale oder sexuelle Differenzen).

Sachlichkeit vor Emotion

Hinter dem Streit stehen nicht selten elterliche Meinungsverschiedenheiten über Erziehung. Kinder können diese aushalten, wenn ihnen die Positionen klar sind und sie versöhnliche Konfliktlösungen erleben. Ist man mit der Erziehungshaltung des Partners oder der Partnerin nicht einverstanden, kann man das in einer ruhigen Minute im Nachhinein diskutieren. Auseinandersetzungen in der konkreten Situation führen meist nur zu Schuldzuweisungen oder ergebnislosen Rechtfertigungen.

Unterschiedliche Erziehungsstile können auf der Grundlage von gemeinsamen verbindlichen Grundprinzipien in der Erziehung (z.B. Partnerschaftlichkeit, klare Grenzen, Festigkeit, Achtung, angemessenes Verhältnis von Nähe und Distanz) umgesetzt werden.

Differenzen mit tiefen Ursachen

Während das Nebeneinander von unterschiedlichen Erziehungsstilen durchaus produktiv sein kann, deutet elterliche Uneinigkeit in der Kindererziehung nicht selten auf ernsthafte partnerschaftliche Probleme hin. Eine derartige Uneinigkeit  ist meist schon frühzeitig spürbar, wird aber häufig unter der Decke gehalten. So wird das Problem nicht sichtbar, gleichwohl spürt man es atmosphärisch, kommt es häufig zum unerquicklichen Streit, unter dem alle Beteiligten mehr oder minder leiden.

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" Jan-Uwe Rogge : ."