3. Dezember 2019

Wenn Mama und Papa wieder Zeit für sich brauchen

Wenn Mama und Papa wieder Zeit für sich brauchen

Jetzt mal ehrlich. So schön die Elternschaft auch ist, kann niemand rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr ausschließlich nur Vater oder Mutter sein. Oft braucht es auch eine Auszeit. Aber wie gelingt das?

Der Alltag besteht aus einer Vielzahl von Routinen, die sich über die Jahre eingespielt haben. Das gibt Sicherheit, vor allem auch den Kindern. Schlafens- und Essenszeiten sind klar definiert, der Ablauf des Frühstücks gleicht sich Tag für Tag.

Die Schattenseite von Routine

Manchmal kann man die Tage fast nicht mehr unterscheiden, alles fließt ineinander, man handelt fast nur noch automatisch und „funktioniert“. Neben diesem „Funktionieren“ ist es schwer, ganz bewusst im Hier und Jetzt zu sein, bewusst zu leben und wahrzunehmen und sich vor allem auch auf den Partner zu konzentrieren, der irgendwie fast selbstverständlicher Teil dieser Routine geworden ist.

Vom Team zum Paar

Eines ist klar: Alles läuft rund, über die Zeit ist man zu einem guten Team geworden, das den Familienalltag gut bewältigt. Das ist zwar an sich löblich, aber diese Wahrnehmung ist auch zum Teil problematisch. Ist man nur mehr Team, dann ist man in diesen Zeiträumen nicht mehr Paar oder gar Liebespaar.

Ein Trick wie es gelingt sich wieder mal eine Auszeit zu gönnen beginnt also schon im Kopf: Man sollte sich wieder mehr als Paar wahrnehmen und sich von den Alltagszwängen befreien. Was nicht heißt, dass man deshalb alles im Chaos versinken lassen muss.

Aber zu merken, dass manche Dinge und Abläufe auch ohne das eigene Zutun und die eigene letzte Kontrolle funktionieren, kann befreiend sein.

Dazu gilt es auch die Kinder, zumal wenn sie schon ein wenig älter sind, in die Pflicht zu nehmen und ihnen Aufgaben zu übertragen. Dann gelingt es auch, dass sich Mama und Papa im Alltag einfach mal „ausklinken“ können und wieder ganz Paar sein können.

Auszeit in den Alltag integrieren

Richtig gelesen: Ich bin nicht der große Anhänger von längeren Auszeiten und gemeinsamen Urlauben ohne Kinder. Diese können aber natürlich Wunder wirken, vor allem hinsichtlich der obigen Thematik. Unterwegs kann man sich die Alltagsabläufe aus einer gewisse Distanz betrachten und diese im besten Fall dann auch temporär vergessen. Eine Reise oder eine längere Auszeit ohne Kinder verändert den Blick auf den eigenen Alltag und auf die eigene Rolle als Vater und Mutter. Bestenfalls.

Meist aber ist es so, dass, sobald man zurückkommt, alles wie zuvor ist. Alles ist zu stressig, es bleibt zu wenig Zeit für das Paar-Sein im Alltag und deshalb braucht man auch bald wieder eine Auszeit – und das Spiel geht von vorne los.

Man muss meiner Meinung nach grundlegender ansetzen, nämlich bei der Veränderung der eigenen Routinen. Und eben dabei, sich manchmal und so aus diesen auszuklinken, dass sich der Alltag wie ein Zeitraum anfühlt, den man erstens gut und gerne bewältigen kann und zweitens, auch als eine sehr schöne, wichtige Zeit erlebt, die man bewusst und immer wieder aufs Neue gerne auskostet.

Dazu zählt auch, dass man von Zeit zu Zeit „Nein“ sagt und Verantwortung an andere übergibt. Diese Ruheinseln im Alltag wirken wahre Wunder!

 

 



EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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