2. Oktober 2018

Unternehmen wir wieder mal was zu zweit?

unternehmen wir mal wieder was - meinefamilie.at

Eine Frage, bei der Eltern schon mal unruhig werden. Denn um Kind, Haushalt und Routine eine Zeitlang loszulassen, braucht es Vertrauen und Organisation. Doch die Freude siegt.

Kindern geht es so gut wie ihren Eltern oder Kinder brauchen glückliche Eltern.  Nachvollziehbare Weisheiten, deren Umsetzung im Alltag nicht immer leicht ist. Vor dem ersten Kind stand die Zweisamkeit im Mittelpunkt, gemeinsame Unternehmungen, Kinoabende oder Restaurantbesuche waren an der Tagesordnung. Die gemeinsame Zeit war es ja, was die Liebesbeziehung zum Partner hauptsächlich ausmachte. Wie schön das Gefühl, dass einen nichts trennen kann, man sich bedingungslos vertraut und alles besprechen kann: wie herausfordernde Konflikte – die gab es auch schon vor dem ersten Kind. Aber der Kitt, der alles wieder ins Lot brachte, war gegenseitiges Zuhören und Verstehen. Und eine wunderbare Sache – das Versöhnen.

Aus zwei wird Familie

Mit der Geburt eines Kindes verlagert sich der Schwerpunkt der Beziehung weg von der Zweisamkeit, hin zur Familie. Endlich zu dritt – und jetzt?

Nach der anfänglichen Euphorie schleicht sich der Alltag ein. Er ist nicht immer so rosig, wie man es sich als werdende Eltern ausgemalt hat. Schlaflose Nächte statt gemütlichem Kuscheln, Stillen und Windeln wechseln statt gemeinsamen Kochens, unidentifizierbares Babygeschrei bei dem man sich wünscht, das Baby könnte doch sagen, was ihm fehlt, kinderlose Freunde, die sich plötzlich rarmachen. Auch kurzfristige Ausflüge sind eine Zeitlang nicht mehr möglich. Nun braucht es eine Weile, bis sich das Ganze einspielt und alle ihren Platz in der Familie gefunden haben. Im Vordergrund stehen jetzt nicht mehr die eigenen Belange, sondern die Bedürfnisse des Kindes.

Spätestens jetzt ist man als Paar gefordert, den für sich besten, individuellen Weg zu finden. Bei all der Liebe zu dem Kind ist es allerdings empfehlenswert, sich zwischendurch Zeit zu zweit zu nehmen und sich wieder einmal als Paar zu spüren und wahrzunehmen. Wenn die ersten Monate oder das erste anspruchsvolle Jahr mit dem Baby vorüber sind und sich das Zusammenleben etwas eingespielt hat, dürfen schon mal die Oma, eine gute Freundin oder eine Babysitterin auf das Baby schauen, während Mama und Papa – ähem, sorry – Karolina und Erwin händchenhaltend durch die Innenstadt flanieren und sich entspannt in die Kinosessel zurücklehnen.

Auftanken und frische Luft atmen

Als ich mit meinem Mann nach zirka einem Jahr die erste Schitour unternahm, genoss ich das Gefühl zu zweit zu sein, so wie es vor dem Kind war. Wir beide auf dem Weg zum Gipfel mit der Sonne im Gesicht. Ich fühlte mich frei und glücklich. Sorgen um unseren Sohn konnte ich zur Seite schieben, denn ich wusste, dass er bei meiner Mutter gut aufgehoben war. Unsre Handys hatten wir ja dabei. Ich atmete die frische Luft und tankte neue Energie.

Wenn wir jetzt, zwei Jahre später, einmal im Monat unser Haus in feinen Kleidern verlassen, kann ich ein Grinsen nicht unterdrücken. Es macht einfach Spaß! Da boxt Kindlein Nummer zwei, dass ich seit sechs Monaten in mir trage, gleich freudig im Bauch. Ja, die nächste Herausforderung kommt bestimmt. Gut gelaunt steigen wir ins Auto. Wir vertrauen darauf, dass Maximilian eine angenehme Zeit mit der aufmerksamen Babysitterin verbringt. Woher ich das weiß? Nun, ich habe gesehen, wie interessiert und freudig er auf sie zugeht und sich kurz darauf ins Spiel mit ihr vertieft. Er kennt und mag sie. Zum Schlafengehen steht alles bereit und alles Nötige ist besprochen. Die Handys haben wir dabei. Der Abend fühlt sich frei, leicht und wohltuend an, das feine Essen im tollen Ambiente wie eine Belohnung. Für uns ist es okay, einmal nicht über das Kind zu sprechen, sondern Ideen und Themen freien Lauf zu lassen, die zuhause nicht immer genug Raum einnehmen. Zufrieden und mit neuer Energie öffnen wir zuhause wieder unsre Eingangstür. Es ist still.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karolina Putz

    Beruflich bin ich als freie Journalistin und Projektmanagerin tätig. Privat bietet das Leben mit unserem dreijährigen Sohn so allerhand Überraschendes, Freudiges aber auch Dinge zum Aus-der-Haut-fahren.


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