22. April 2015

Starke Partnerschaft: Komplimente & Krisen


Dem Ehepartner Komplimente und Geschenke machen – auch nach vielen Jahren – tut der Partnerschaft gut. Und lässt das Prickeln der Verliebtheit aufleben… Erfahrungen eines Ehemanns.

In der Partnerschaft das Prickeln der Verliebtheit zurückholen

Die Partnerschaft im Alltag zeigt immer wieder neue Tücken. Deshalb sollten wir Abstand nehmen von einer perfekten Ehe, indem wir uns vielmehr um eine heilige Ehe bemühen. Allzu leicht nehme ich die täglichen „Dienstleistungen“ meiner Frau wie Frühstück vorbereiten, Hemden und Hosen bügeln, Teller spülen, ein Mittagessen pünktlich auf den Tisch zaubern als zu selbstverständlich. Sobald ich das merke und ein Rotlicht in unseren Beziehungen aufblinkt, ist das ein klarer Hinweis, dass ich diesen Alltagstrott durchbrechen muss. Ich lasse mir eine Überraschung einfallen, um den Alltag zu verzaubern: Ein schön gedeckter Tisch, ein bunter Blumenstrauß zum Namenstag, eine spontane Einladung zu einem Picknick am Waldrand, zwei Eintrittskarten zu ihrem Lieblingskonzert mit Andrea Bocelli, ein Bummel im Shoppingcenter, eine Verwöhnungsmassage nach einem anstrengenden Tag.

Wir signalisieren das Wir-Gefühl der Parterschaft durch kleine SMS-Liebesbotschaften wie „Ich denke an dich“. Auch das Kuscheln nach einem romantischen Dinner bei „Candle Light“ schafft kleine Glücksinseln. Statt uns der Routine zu ergeben, versuchen wir damit das Prickeln der Verliebtheit zurückzuholen. Durch solche Überraschungsmomente schenken wir einander Vertrautheit und ein großes Sicherheitsgefühl. So wie es damals in der Anfangsphase unserer Beziehung war. Wie viele Geschenke haben wir uns gemacht! Wie oft habe ich versucht, die Wünsche des anderen von seinen Augen abzulesen und zu erfüllen. Und warum soll das nicht so weiter gehen? Der Mensch, mit dem ich mein Leben teile, ist diese Großzügigkeit wert!

Komplimente bewirken viel Gutes in der Partnerschaft

Manchmal drängt sich mir die Frage auf: Wann habe ich meiner Frau das letzte Mal ein Kompliment gemacht? Komplimente sind eine “Währung”, die mir unbegrenzt zur Verfügung steht. Dich loben kostet nichts und kann so viel Gutes in dir und der Partnerschaft bewirken. Warum soll ich mir nicht täglich vornehmen, dich für etwas zu loben. Auch Dinge, die du automatisch tust, kann ich immer wieder mal mit einem Kompliment honorieren. Ich muss nicht warten, bis du etwas Weltbewegendes zustande bringst. Bei Komplimenten ist Geiz fehl am Platz.

Auch wenn wir schon 33 Jahre zusammen sind, schauen wir uns auch nach einer so langen Zeit verliebt in die Augen und können nicht voneinander lassen. Wir spüren das Knistern, die tiefe Liebe, die Seelenverwandtschaft, die zwischen uns beiden herrscht. Selbst die noch so kleine Macke am anderen finden wir liebenswert. So ein bisschen Verklärung und Idealisierung bringt eine Art neue Magie in unsere Beziehung. Die Begeisterung füreinander wird neu geweckt, so wie damals, als wir beide so ineinander verliebt waren. Wo jede Geste, jedes Wort von dir, jeder Augenaufschlag ständiger Anlass zur Begeisterung war. Aus der ersten Verliebtheit ist heute eine tragfähige, gemeinsame Liebe geworden, durch die wir uns jederzeit neu füreinander begeistern und für das, was wir zusammen erleben, was wir schon gemeinsam erreicht haben und für das, was wir noch alles zusammen vorhaben, selbst, wenn auch mal schlechte Zeiten kommen sollten, die unsere Partnerschaft auf die Probe stellt.

Krisen stärken die Partnerschaft

Aus Erfahrung wissen wir, dass wir an Krisen nicht kaputt gehen müssen, sondern daraus umso stärker hervorgehen dürfen. In solchen Situationen geben wir uns Halt durch eine feste Umarmung, sprechen uns gegenseitig Mut zu, damit wir gemeinsam die schwierigen Hürden nehmen. Das festigt unsere Partnerschaft umso mehr, wie es ein Ehepartner als Bündnis der Freundschaft so zum Ausdruck gebracht hat: „Wir sind Freunde für die Ewigkeit, Freunde fürs Leben. Wenn du denkst, du bist allein, komm zu mir und lass uns reden. Du bist da, wenn ich dich brauche. Ich bin auch immer für dich da. Ich steh dir immer treu zur Seite, so wie du es bei mir machst. Ich weine mit dir, wenn du weinst, und lache mit dir, wenn du lachst. Rennst du weg, wenn es dir schlecht geht, renn ich mit dir durch die Nacht. Hast du Ärger mit ein paar Leuten, ziehe ich mit dir in die Schlacht. Zusammen sind wir ein nicht zu schlagendes Team. Bevor du stirbst, würde ich mich opfern, würde alles für dich geben. Ich lass dich niemals mehr allein, ich werde immer mit dir gehen. Wenn wir einst in vielen Jahren über alte Zeiten reden, werden wir uns daran erinnern an das Bündnis für unser Leben. Wenn ich einmal vor dir sterbe, sei nicht traurig, weil ich geh. Sei dir sicher, auch im Himmel werde ich wachen, damit es dir es dir stets gut gehe. Ich werde eisern auf dich warten, bis wir uns dann wieder sehen“.

Diese ständig vollzogene Hingabe für den anderen erstickt jegliche Ich-Verkrampfung im Keim, die verbunden sein kann mit Unbeherrschtheit und Trotzköpfigkeit. In einem solchen Lebensvollzug realisiert sich unsere Berufung als christlicher Ehepartner nicht nur in der Hinwendung auf das Du des anderen, sondern auch durch die Horizonterweiterung über den eigenen Blickwinkel hinweg: als Offenheit und Hilfsbereitschaft für fremde Not; durch das gemeinsame Teilen des Brotes mit dem, der leer ausgeht; durch den Lebensstil des Miteinander, wo keiner vergessen wird oder allein auf dem Weg zurückbleibt.

Passend zum Thema: Die Sprachen der Liebe

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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