25. November 2015

Liebesbotschaften im Alltag


Spätestens mit der Geburt unserer Tochter ist bei uns Alltag eingekehrt. Gerade jetzt sind Liebesbotschaften wichtig! Post-its, Herzsteine und andere Ideen.

Mein Mann ist ein ziemlicher Romantiker. Noch in meiner Schulzeit und bevor wir ein Paar waren, stand er hin und wieder am Morgen mit einem Sack frischen Gebäck vor meiner Schule. Sein Weihnachtsgeschenk an mich wurde mir damals auch nicht klassisch überreicht, sondern über eine Mitschülerin eines anderen Jahrganges wortlos in mein Klassenzimmer gelegt. Ohne Adressat, ohne Absender. Da lag es dann ein paar Tage unberührt am Lehrertisch, bis offenbart wurde, dass ich die glückliche Geschenksempfängerin bin. Die Freude war umso größer!

Auch später legte sich mein Mann noch ordentlich ins Zeug. Von einer Reise nach Peru schickte er mir eine Flaschenpost. Damit sie auch sicherlich bei mir ankommt, wurde sie aber vorsichtshalber als Paket deklariert und musste von mir von der Post abgeholt werden. Dass solche Gesten nicht unbedingt zur Grundausstattung eines Ehemannes gehören, wurde spätestens bei einem Blick in das sehnsuchtsvolle Gesicht der Postbeamtin klar.

Happy End? Jetzt fängt die Zeit für Liebesbotschaften an!

Wer bis hierher gelesen hat, könnte meinen, das gäbe eine gute Handlung für einen romantischen Liebesfilm. Eine tolle Geschichte, an deren Ende klar ist: Sie haben sich für einander entschieden. Die Hochzeit wird gefeiert. Happy End. Und dann?

Spätestens mit der Geburt unserer Tochter ist auch bei uns der Alltag eingekehrt. Liebesbotschaften? Romantische Gesten? Da war doch mal was…

Doch gerade jetzt werden kleine Liebesbekundungen besonders wichtig! Um dem weit verbreiteten Schicksal „Wir haben uns auseinander gelebt!“ ein Schnippchen zu schlagen.

Die Liebe liegt im Detail

Möglichkeiten für alltägliche Liebesbotschaften und Aufmerksamkeiten gibt es viele. Am einfachsten: Eine kurze SMS schicken. Text: „Ich denke gerade an dich.“ Oder: „Der Tag heute ist furchtbar anstrengend. Mein Lichtblick ist, dass ich danach neben DIR müde ins Bett fallen kann!“

Praktisches Werkzeug neben dem Handy ist das Post-it. „Ich wünsche dir einen schönen Tag!“, „Danke, dass du das Bad geputzt hast!“ oder „Toll, dass du es schaffst, so früh aufzustehen!“. Solch kleine Botschaften auf einem Zettel finden überall Platz: in der Aktentasche, neben dem Frühstücksteller, am Badezimmerspiegel. Wer im Alltag zu selten an solche Gesten denkt, kann auch auf einmal vorarbeiten und „Ich liebe dich, weil…“-Botschaften z.B. in verschiedene Sockenpaare stecken. Oder für die Vorweihnachtszeit einen Adventkalender mit 24 kleinen Nachrichten bestücken. Dafür einfach Sätze vervollständigen, wie:

  • „An uns als Paar mag ich…“
  • „Unseren Enkeln möchte ich unbedingt die Geschichte erzählen, als wir…“
  • „Ich finde toll, wie du…“
  • „Du bringst mich zum Lachen durch…“

Es müssen aber nicht immer Worte sein. Vielleicht liegt auch mal ein Zeitungs-Ausschnitt des „Liebe ist…“-Comics auf dem Kopfpolster. Oder ein herzförmiger Stein, der beim Spazierengehen gefunden wurde. Wer nach Gelegenheiten sucht, um dem Partner oder der Partnerin Liebe und Wertschätzung zu zeigen, der wird sie finden.

Liebesbotschaften erkennen: Genaues Hinschauen gefragt

Die größten Liebesbotschaften sind aber oft weder Flaschenpost noch Post-its. Die größe Liebesbotschaft ist, auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen. Bemerke ich, dass die Zahnpasta-Tube tatsächlich geschlossen wird, nachdem ich 20 Mal darauf hingewiesen habe? Für mich, weil es MIR wichtig ist! Sehe ich, dass mir nach der Arbeit zehn Minuten des Ankommens gegönnt werden, obwohl sich mein Partner auch Ruhe und Erholung wünscht? Es hilft, sich immer wieder mal zu fragen: „Wo hat er/sie mir gezeigt, dass ich ihm/ihr wichtig bin?“

Schöne Erinnerungen pflegen

Nicht immer fällt es leicht, das Liebenswerte und Tolle am Partner oder der Partnerin zu sehen. Dann bleibt aber immer eines: die Erinnerung! Es tut gut, sich an Begebenheiten zu erinnern, wo die Begeisterung für den Auserwählten groß war. Wer kleine Kinder hat, kann solche Erlebnisse auch immer wieder in Form von Gute Nacht-Geschichten lebendig werden lassen. Ich habe als Kind liebend gerne gehört, wie meine Eltern sich kennengelernt haben, was sie anfangs übereinander gedacht haben, wie sie ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht haben und vieles mehr.

Noch etwas habe ich als Kind geliebt: Das Hochzeitstöpfchen meiner Eltern. Darin hat meine Mutter in dem Jahr vor ihrer Hochzeit jeden Monat eine Kleinigkeit für meinen Vater hineingelegt: Ein Foto, die ersten Takte eines Liedes, eine kleine Babyrassel. Und dazu ein paar Zeilen, warum genau sie diese Sache in guter Erinnerung halten will. Es ist gewiss toll, in schwierigeren Situationen in der Ehe auf so ein Töpfchen schöner Erinnerungen zurückgreifen zu können. Und uns als Kindern half es, trotz berufsbedingt sehr häufiger Abwesenheit meines Vaters die Liebesbeziehung unserer Eltern wahrzunehmen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Agnes Rehor

    Ich bin Kindergarten- und Hortpädagogin und habe Diätologie studiert. Seit 2013 bin ich verheiratet und habe zwei kleine Kinder. Mit meiner Familie wohne ich derzeit in Wien, träume aber vom Haus am Land – am Balkon übe ich fleißig das Gärtnern. Außerdem koche ich mit Begeisterung und liebe - nicht nur in der Küche - unkonventionelle Ideen.


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