13. Mai 2015

Erzähl‘ doch mal! Kommunikation in der Beziehung

Kommunikation in der Beziehung - meinefamilie.at

Kommunikation in der Beziehung ist wichtig, das vertrauliche Plaudern genauso wie tiefer gehende Gespräche. Wir planen in unserer Ehe „Komm-erzähl-doch-mal-Gespräche“ ein.

Kommunikation ist ja bekanntlich eines der wichtigsten Dinge in Beziehungen. Es gibt da viele verschiedene Bereiche, in denen wir miteinander kommunizieren. Und nicht jeder von uns ist in gleichem Maße mitteilungsbedürftig. Manche kommen ganz gut mit wenigen, kurzen Gesprächen aus. Andere hingegen lieben es, sich ausgiebig auszutauschen.

Kommunikation in der Beziehung: Rahmenbedingungen machen den Unterschied

Wir müssen reden! vs. Komm, erzähl doch mal! Diese Aufforderungen haben ganz unterschiedliche Auswirkungen. Die erste wirkt auf mich fast wie eine Drohung. Sofort kommen mir Gedanken wie: „Oje, was gibt’s denn, was hab ich denn falsch gemacht?“ Die zweite hingegen klingt eher wie eine Einladung. Ich spüre die Entspanntheit und das Interesse des Fragenden und bekomme Lust, ein wenig von mir zu erzählen. Ja, gute Kommunikation hängt mitunter sehr davon ab, wie wir unseren Austausch gestalten. Die Rahmenbedingungen sind wichtig, sowie die emotionale Verfassung, in der wir uns befinden. Klar sind im Alltag viele organisatorische Kurzgespräche notwendig. Doch ist es ganz wichtig, immer wieder auch das vertrauliche Plaudern sowie tiefer gehende Gespräche zu pflegen.

Ungestörte Redezeit ist wertvoll

In den ersten paar Ehejahren war das für uns kein Problem. Georg und ich liebten es, bis tief in die Nacht hinein zu reden und der Gesprächsstoff schien uns nie auszugehen. Wir hatten Zeit ohne Ende (aus heutiger Sicht ;-)) und waren, wenn wir zu Hause waren, meist ungestört. Heute ist es schon wesentlich komplizierter, ungestörte Qualitätszeit zum Reden zu finden.

Eine gesunde Beziehung braucht aber ein gewisses Maß an vertrauensvoller Mitteilung, sonst würde sie verkümmern. In den Phasen rund um die letzten beiden Geburten habe ich bemerkt, wie schnell es gehen würde, dass man den Draht zueinander verliert. Nicht, dass wir einander fremd geworden wären. Aber jeder war einfach so in seiner eigenen Welt, ich mit Baby und mein Mann Georg mit Arbeit und Management der restlichen Familie, dass wir einen richtigen Kommunikationsknick spürten. Da mir vom Typ her der persönliche Austausch sehr wichtig ist, habe ich sehr schnell wieder dafür gesorgt, dass wir regelmäßige Zeiten dafür einplanen. Meist ist es ja so, dass einer der Ehepartner eher der „Motor“ der Kommunikation ist und dafür sorgt. Und das ist gut so!

Einander im Gespräch entdecken

Gibt es konkrete Anlässe, Themen, die dringend besprochen werden sollten oder auch Konflikte, die zu lösen sind, ist es meist nicht so schwierig, die Zeit dafür zu finden. Es muss einfach sein. Aber für die Komm-erzähl-doch-mal-Gespräche braucht es manchmal wirklich eine Extraportion Wille und Organisation.

Es kann sehr spannend sein, sich gemeinsam auf gegenseitige Entdeckungsreise zu machen, auch wenn man schon viele Jahre zusammen ist. Klar, viele Themen sind durchbesprochen, man denkt sogar, den anderen in- und auswendig zu kennen. Aber ist das wirklich so? Gibt es nicht doch Geschichten aus seiner Kindheit oder Jugendzeit, die er noch nie erzählt hat? Georg und ich nennen das „Schatzsuche“, wenn wir einander Dinge anvertrauen, die wir noch nie jemandem erzählt haben. Peinlichkeiten von früher, komische Situationen von neulich, Heiteres, aber auch Schweres haben wir auf diese Weise schon miteinander geteilt. Es ist ein echtes Privileg, eine solche Vertrauensbasis in der Ehe aufzubauen. „Geteilte Freude, doppelte Freude, geteiltes Leid, halbes Leid“ heißt es ja. Das trifft es genau. Wenn wir einander die Dinge mitteilen, die uns innerlich bewegen, stärkt das unsere Beziehung und unser Leben wird insgesamt froher und leichter!

Passend zum Thema: Das wichtige Gespräch mit dem Ehepartner



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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