10. Februar 2015

Kinderfreie Zeit: Balsam für Partnerschaft


Kinderfreie Zeit ist mir persönlich sehr wichtig. Zweisamkeit ist eine meiner wichtigsten „Liebessprachen“, deshalb organisiere ich regelmäßig im Alltag Abende und Zeiten für uns als Paar, die wir – großteils – ungestört verbringen können.

Vor kurzem hatten Georg und ich drei Tage kinderfrei. Urlaub zu zweit! Ein Luxus, den wir uns ein- bis zweimal pro Jahr gönnen und der mit Hilfe meiner Schwiegereltern und einer Freundin unserer Familie möglich ist. Ausgiebig Zeit zu haben, um einfach mal zu tun, wozu man Lust hat, ist unglaublich kostbar in der Phase, wo die Kinder noch klein sind.

Kinderfreie Zeit ist außerdem mir persönlich sehr wichtig. Zweisamkeit ist eine meiner wichtigsten „Liebessprachen“, wie ich aus Gary Chapmans Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ weiß. Deshalb organisiere ich regelmäßig im Alltag Abende und Zeiten für uns als Paar, die wir – großteils – ungestört verbringen können, wie zum Beispiel unseren wöchentlichen „Uns“-Abend und unser spezielles „Zweierfrühstück“. Mehr dazu in meinem Buch „Einmal auftanken bitte“, Kapitel „Lebenskünstler“Doch auch da kommt dann fallweise doch etwas dazwischen. Ein Kind muss aufs Klo, braucht sonst noch schnell etwas, jemand klopft an der Tür…

Drei Tage weg von allem sein

Drei Tage am Stück richtig Urlaub zu machen, weg von allem zu sein, hat da noch mal ganz andere Qualität. Man kann da wirklich los- und alles hinter sich lassen und die Verantwortung für die Kinder für ein paar Tage ganz abgeben. Wie erholsam! Im Vorfeld haben Georg und ich uns genau überlegt, wie wir diese drei Tage verbringen möchten. Es wäre zu schade, wenn wir dann die ersten paar Stunden mit Überlegen und vielleicht sogar Diskutieren verschwenden würden. Meinen Vorschlag, ein uns noch unbekanntes Schigebiet im Salzburgerland auszukundschaften, fand bei ihm guten Anklang. Die lange Anreise unterbrachen wir mit einem kurzen Einkauf bei Ikea und einer Einkehr in unserem Linzer Lieblingslokal und die Rückreise mit einem ausgiebigen Mittagessen in Salzburg. Da wir gesundheitlich beide etwas angeschlagen waren, beschlossen wir, alles ganz gemütlich anzugehen. Also keine Gewalttouren, sondern alles zum Genießen. Zeiten zu zweit, gemeinsames Essen, Kuscheln ohne Störungen,… Aber auch Zeit, die jeder für sich verbringen konnte.

Zweisamkeit, aber auch Zeit allein

Manche werden vielleicht denken: „Was? Ihr seid gemeinsam auf Urlaub und macht dann Sachen allein?“ Ja. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass wir mittlerweile gelernt haben, einander diese Freiheit zu geben. Vor allem mir ist das anfangs schwer gefallen. Ich dachte: „Endlich haben wir Zeit zu zweit. Endlich können wir alles gemeinsam machen!“ Doch wir haben gemerkt, dass uns das schnell zu viel wird. Fünfzig oder sechzig Stunden Zweisamkeit am Stück, noch dazu in einem kleinen Doppelzimmer, sind einfach gewöhnungsbedürftig… Da wir beide sehr unterschiedliche Arten haben, um uns zu entspannen, ließen wir einander auch etwas Zeit, um den jeweiligen Interessen nachzugehen.

Jedem, was ihm gut tut

So war ich zum Beispiel nach dem gemeinsamen Schifahren noch etwas länger am Berg, um in der Sonne zu sitzen und die gewaltigen Gipfel zu bestaunen. Im Tal machte ich noch einen kleinen Spaziergang. Bewegung tut mir einfach gut! Ich genoss diese Zeit bewusst als „Zeit für mich“. Georg hingegen war froh, für eine Weile das Zimmer für sich allein zu haben und sah sich Dokus und Sportsendungen im Fernsehen an. Das ist für ihn etwas Besonderes, denn zu Hause haben wir keinen Fernseher. So kam jeder von uns voll auf seine Kosten. „Zeit für mich“ und „Zeit für uns“ haben sich gut ergänzt und wir kamen gut aufgetankt wieder zurück.

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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