13. März 2017

“Hygge” zu zweit: Gemeinsam das Sein genießen

Hygge zu zweit - meinefamilie.at

Anstatt alles optimieren zu wollen einfach das gemeinsame Sein genießen: “Hygge” gilt als glücklich-machender Trend im Jahr 2017. Für meinen Mann und mich heißt das seit Jahren, ungezwungene Abende gemeinsam zu verbringen.

Neulich las ich in einer Zeitschrift zum ersten Mal über “Hygge”, die dänische Gemütlichkeit. “Wieder so eine Modeerscheinung!”, dachte ich kopfschüttelnd und forschte ein wenig darüber im Internet:

“‘Hygge’ hat seinen Ursprung nicht in der dänischen Sprache, sondern in der norwegischen, in der der Begriff so etwas wie „das Wohlbefinden“ bedeutet. Der Begriff tauchte erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts in der dänischen Schriftsprache auf und seitdem haben sich die Dänen den Begriff zu eigen gemacht.”

Aha. Das wäre mal geklärt. Weiter: 

Das dänische Vorbild wird mittlerweile so sehr gehypt, dass es das Wort sogar auf die Shortlist der Wörter des Jahres 2016 der renommierten Oxford Dictionaries geschafft hat. Auch das Zukunftsinstitut hat Hygge als einen der großen Trends für das kommende Jahr 2017 ausgerufen. Immerhin rangiert Dänemark in weltweiten Glücksrankings schon länger unter den glücklichsten Ländern.”

Entspannte Stunden mit vertrauten Menschen

Hygge zu zweit - meinefamilie.atWas ist nun eigentlich dahinter? Auf den Bildern sieht man glückliche, entspannte Menschen mit einer Tasse Tee und dicken Wollsocken bei Kerzenlicht zusammensitzen. Ich lese weiter:

“Als Gegentrend zum Individualisierungs- und Optimierungswahn der vergangenen Jahre geht es bei Hygge darum, eine entspannte Zeit mit vertrauten Menschen zu verbringen. Statt sich mit Detox-Kuren, Fitnessdogmen und Achtsamkeitsübungen zu kasteien, setzen sich die Dänen lieber mit Freunden oder der Familie vor dem Kaminfeuer zusammen und trinken heiße Schokolade…”

 Ach, das ist es also! Das machen wir schon lange! Das haben nicht nur die Dänen, diese Form von Gemütlichkeit pflegen wir auch in Österreich! Georg und ich lieben solche Zeiten zu zweit. Wir waren, ohne es zu wissen, bereits jahrelang begeisterte “Hyggler”! Da wir keinen Fernseher haben, der automatisch am Abend den Ton angibt, finden wir uns immer wieder auf unserer gemütlichen Wohnzimmercouch ein, wenn die Kinder im Bett sind. Wir trinken gemeinsam Tee oder Wein, genießen Knabbereien und plaudern miteinander. Oder lesen ein gutes Buch. Oder arbeiten ein wenig am Computer, so wie ich jetzt gerade, was ich in der gemütlichen Atmosphäre richtig genieße. 🙂 Viele meiner Vorbereitungen für den Hausunterricht mache ich ganz “hyggelig” am Abend. Die kuschelige Atmosphäre setzt viel Kreativität bei mir frei!

Das ungezwungene Beisammensein genießen

Unsere “Hygge”-Zeit ist mehr ein gemütliches Nebeneinander als ein bewusstes Miteinander, und gerade das genießen wir sehr daran. Anders als die geplanten “Uns-Abende”, bei denen es meist ein von uns gewähltes Programm gibt, wie zu zweit essen gehen oder ein bestimmtes Thema bearbeiten, genießen wir da einfach das ungezwungene Beisammensitzen. Ich liebe es, im Pyjama zu hyggeln, ohne beengenden BH, einfach nur bequem und gemütlich. Es kommt dann manchmal vor, dass wir spontan eine Runde Scrabble spielen oder einander Passagen aus den Büchern vorlesen, die wir gerade lesen. Oder uns über ein Thema austauschen, das uns gerade beschäftigt.

Manchmal reden wir auch gar nichts, doch es ist nicht unangenehm. Alles ist sehr spontan und frei. Wir genießen einfach das Sein.

Es ist so einfach und doch etwas ganz Besonderes. Nicht mit jedem Menschen kann man das einfach so. Mit nur ganz wenigen Menschen verbindet mich eine solche innige Vertrautheit. Ich merke, wie dankbar ich dafür bin. Für unsere ganz “alltägliche” Gemütlichkeit, die überhaupt nicht selbstverständlich ist. Für unsere ganz spezielle “Lang’sche Hygge”, die ich durch nichts auf der Welt austauschen möchte.

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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