30. Dezember 2015

Hochzeitsdankfest bei der Madonna in Guadalupe

Hochzeitsjubiläum in Guadalupe - meinefamilie.at

Das Bild Unserer Lieben Frau von Guadalupe begleitet mich seit unserem Hochzeitstag. Unser Jubiläum haben wir daher bei der Madonna in Mexiko verbracht.

Im November 1981 war ich endlich der Kompassnadel meines Herzens gefolgt, die immer in Richtung Jerusalem zeigte. In meinem leichten Reisegepäck befand sich ein Kleinod: das Bild Unserer Lieben Frau von Guadalupe. Ein Priester hatte es mir Jahre zuvor geschenkt mit dem Wunsch: „Das wahre Bild Mariens möge dich auf deinem Lebensweg begleiten“. Nun hatte es mich tatsächlich zu dem Schatz meines Lebens mit Namen Louisa geführt. Am 8. Dezember 1981 durften wir in der Verkündigungsgrotte von Nazaret den Bund fürs Leben schließen. Das Bild begleitete unsere Familie die folgenden Jahre.[/fusion_text][fusion_text]

Die Herausforderung, sich keine Sorgen zu machen

Nun reifte zu unserem 30. Hochzeitsdankfest der Entschluss, dieses Jubiläum bei unserer Lieben Frau in Guadalupe zu feiern. Aber wie konnte das geschehen, da wir ja dort niemand kannten? Sollten wir aufs Geradewohl ein Hotel per Internet buchen? Das wäre die einfachste, menschliche Lösung. Gleichzeitig spürten wir die Herausforderung „von oben“, uns keine großen Sorgen zu machen. Der Termin rückte immer näher. Die Flugtickets waren gebucht, aber immer noch keine Unterkunft in Sicht. Ende Oktober 2011 durften wir eine Pilgergruppe mit Pater Jürgen auf die Spuren der Bibel führen. Nebenbei erwähnten wir unsere geplante Mexikoreise. „Kennt ihr überhaupt jemand dort?“ fragte er uns spontan.  „Nein“. „Moment mal, da ist doch Stefan in unserer Gruppe. Sein Onkel, Pater Cornelius, arbeitet als Missionar in Mexiko. Stefan kann doch einmal bei ihm anfragen, ob der Pater etwas Konkretes für euch arrangieren kann“.[/fusion_text][fusion_text]

Ein überraschendes Angebot

Wenige Tage später erhielten wir ein E-Mail von Pater Cornelius: „Liebe Familie Fleckenstein, Frau Rosamaría, eine Bekannte von mir, hat sich angeboten, Ihnen ein Zimmer mit Bad zur Verfügung zu stellen. Sie würde Ihnen auch Frühstück und Abendessen anbieten. Sie spricht Spanisch und fließend Französisch. Ich selbst kann am 8. Dezember nach Guadalupe fahren und die Messe für Sie feiern.“

Kurz darauf folgte ein weiteres E-Mail von Frau Rosamaria: „Liebe Familie Fleckenstein, „gerne hole ich sie am Flughafen mit meinem Bruder ab. Gleichzeitig schicke ich Ihnen ein Bild von mir, damit wir uns nicht verfehlen. Außerdem halte ich ein Poster mit Ihrem Namen in Händen. Machen sie sich keine Sorgen, Ihr Aufenthalt bei mir für Übernachtung und Essen ist kostenlos. Ich werde mit großer Freude ihr Gastgeber sein. Als Kinder Mariens durch die Gebetsbrücke verbunden, Rosamaria.“ Wir waren sprachlos. Das „himmlische Planungsbüro“ hatte bestens vorgesorgt.

Madonna Guadalupe - meinefamilie.at
Das Bild Unserer Lieben Frau in Guadalupe

Anbetung der Madonna in Guadalupe

Tatsächlich erlebten wir in Rosamaria einen Engel, der uns in diesen fünf Tagen in liebevoller Weise begleitete. Am 8. Dezember feiern wir mit dem Volk von Mexiko Maria als die „Unbefleckte Empfängnis“. Der riesige Platz vor der modernen Basilika, die 20.000 Menschen fassen kann, war bevölkert von einem wimmelnden Menschenheer. Inmitten der versammelten Menge wogen die Federbüsche der Indios. Zum stampfenden Rhythmus der Trommeln tanzten die Menschen im Kreis. Wir bewegten uns mitten drin. Zwischen der wogenden Menge schoben sich Gläubige, manche auf Knien, zur Kirche. Sie baten ihre Madonna für die Heilung eines kranken Kindes, für den guten Abschluss eines Universitätsstudiums, für das Gelingen einer begonnenen Arbeit, für die Errettung aus einer großen Gefahr…

Um des großen Andrangs Herr zu werden, hatte man beim Bau der neuen Basilika vier parallel laufende Fließbänder installiert. Dort näherte sich die Menge dem Gnadenbild. Auch wir beide. Unmerklich drang es in unser Herz und blieb unauslöschlich. Ein Kreuzzeichen lang blieben wir im Blickkontakt mit den Augen der Madonna. Ein kurzer Augenblick der Besinnung – und schon drängen die folgenden Gruppen nach.

Dankgottesdienst zum 30-jährigen Ehejubiläum

Der Höhepunkt an diesem Tag war unser Jubiläums-Dankgottesdienst mit Pater Cornelius auf dem Balkon der Basilika mit dem Blick auf das Bild Unserer Lieben Frau. Es war, als würde Maria von dort selbst zu uns sprechen, so wie damals zu Juan Diego im Jahre 1531: „Ich bin die immerwährende Heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzig wahren heiligen Gottes, des lebenspendenden Schöpfers aller Menschen. Er ist der Herr der Nahen und der Fernen, des Himmels und der Erde. Ich werde euch meine ganze Liebe schenken, meinen erbarmenden Blick, meine Hilfe, meinen Trost, meine Rettung. Denn ich bin wahrhaftig eure Mutter und die aller Menschen, die mich lieben, rufen und anflehen. Ich bin die Mutter all derer, die mich suchen und mir vertrauen. Ich werde euch glücklich machen und euch viel Freude schenken.“

Als wir uns am letzten Tag unseres Aufenthalts in Mexiko auf dem Laufband von unserer Lieben Frau von Guadalupe verabschiedeten, grüßten wir sie als den „Stern der Evangelisation“, wie Papst Johannes Paul II. sie bezeichnet hat. War sie doch damals im Zeitalter der spanischen Konquistadoren die eigentliche Eroberin der Neuen Welt. Während noch vorher die Azteken die Herzen ihren Kinder aus dem Leib rissen und ihren grausamen Götzen opferten, weihen jetzt die Mexikaner ihre Herzen und die Herzen ihrer Kinder der Gottesmutter. Um ein solches Herzenswunder baten auch wir jetzt für die Menschen der irdischen Heimat der Kleinen Frau von Nazareth, der Menschen in Israel-Palästina. Auf dass die beiden dort lebenden Völker, Juden und Araber, durch das sichtbare und anziehende Zeichen ihrer liebevollen mütterlichen Gegenwart sich als Brüder und Schwestern erkennen und zueinander in Frieden und Eintracht finden mögen.



EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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