19. Januar 2015

Tipps für eine glückliche Beziehung


Was braucht es für eine glückliche Beziehung? Was fördert? Und welche Rollen spielen gelegentliche Beziehungsprobleme und Streitereien?

Der Philosoph Martin Buber hat es auf den Punkt gebracht: „Der Mensch wird am Du zu Ich“. Wir brauchen also ein – möglichst liebendes und liebevolles – Gegenüber, um uns entwickeln zu können. Diese gemeinsame Entwicklung beginnt bei der Gestaltung des Alltags und endet bei hoffentlich nicht nur einmaligen Hoch-Zeiten. In diesem „Paar-Lauf“, der ja von einer guten Balance aus Dynamik und Ruhe geprägt sein soll, erleben wir Geborgenheit, das Gefühl des Angenommenseins – so, wie wir im Moment sind, praktische Unterstützung und haben gleichzeitig die Möglichkeit, für einen anderen Menschen in der gleichen Weise da zu sein.

Was fördert eine glückliche Beziehung, Ehe?

An der Spitze der Beziehungsvitamine stehen für mich Toleranz, Humor & Ausdauer – mit diesen Eigenschaften ist schon ein gutes Fundament gelegt, um auch stürmischere Phasen zu bewältigen.
Doch es gibt noch viel mehr, was der Lebendigkeit einer Beziehung gut tut: Wertschätzung und Achtsamkeit auch im alltäglichen Umgang, das Bemühen um Gemeinsamkeit, nicht nur im alltäglichen Pflichtprogramm, sondern auch bei der Kür in Freizeit und Urlaub. Auch ein für beide ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz verlängert die Sehnsucht nach dem Du.

Welche Rollen spielen gelegentliche Beziehungsprobleme und Streitereien und die daraus resultierende Beziehungskrisen?

Beziehungskrisen können – und sind es auch oft – eine Chance sein. Sie lassen uns spüren, dass die Beziehung in einem Bereich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zumindest einer der beiden Partner vermisst etwas, wesentliche Bedürfnisse sind unerfüllt geblieben. Oft ist es anfangs ein diffuses Gefühl des Unbehagens. Dies muss also in einem ersten Schritt konkretisiert werden: Was fehlt mir wirklich, was stört mich? Dann kann ich meine Wahrnehmung mitteilen und so einen Dialog eröffnen. Wenn diese Gespräche gelingen, können sie durchaus zu einem positiven Entwicklungsschritt in der Partnerschaft führen.
Voraussetzung ist eine gute Gesprächskultur, die schon in guten Zeiten eingeübt werden sollte, damit sie dann in der Krise als hilfreiches Werkzeug zur Verfügung steht. Miteinander reden ist erlernbar und essentiell in einer glücklichen Beziehung.

Worauf sollte beim routinemäßigen Beziehungs-Check im Laufe einer glücklichen Beziehung geachtet werden? Wie oft ist es notwendig?

Ganz wichtig ist der Blick auf das Gelungene:
  • Was haben wir in den letzten Monaten, im letzten Jahr an schönen Stunden erlebt?
  • Welche Alltagsrituale tun mir, tun dir gut?
  • Wofür sind wir einander dankbar?
Doch es sollte bei dieser Zwischenbilanz auch Raum sein für Enttäuschungen und Verletzungen:
  • Was hat mir gefehlt?
  • Was hat mir weh getan?
Im Alltag ist oft nicht die Zeit, diese Punkte anzusprechen – bleiben sie aber unausgesprochen, entwickeln sie sich zu einer Zeitbombe, die dann plötzlich und scheinbar unverhältnismäßig explodiert. Dann ist es für beziehungsfördernde Aufräumungsarbeiten oft zu spät. Wichtig ist bei diesen exklusiven Beziehungsgesprächen – die dürfen auch in einem entsprechenden Rahmen stattfinden – auch der Ausblick auf die nächste Etappe:
  • Welche Wünsche, welche Pläne hat jeder für sich?
  • Was möchten wir gemeinsam unternehmen?
  • Vor welchen Herausforderungen sehen wir uns?
Natürlich wäre es schön, wenn dieser Beziehungscheck monatlich stattfinden könnte. Dies lässt aber der Berufs- und Familienalltag oft nicht zu. Doch einmal jährlich – vielleicht am Hochzeitstag – dient durchaus der Qualitätssicherung. 
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EIN ARTIKEL VON
  • Brigitte Ettl

    Als gelernte Juristin habe ich mich nach Jahren im Journalismus, in der Privatwirtschaft und der Kirche (KAÖ-Forum Beziehung) als Ehe- und Familienberaterin, Psychotherapeutin, Mediatorin und Wirtschaftscoach selbstständig gemacht. Mit meinem Mann verbinden mich 28 Ehejahre und die gemeinsame Leitung einer Unternehmensberatung.


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