14. Oktober 2016

Als Eltern und Ehepaar: Freunde bleiben

Als Paar Freunde bleiben - meinefamilie.at

Wir investieren in unsere Liebesbeziehung, nehmen uns Zeit, um unsere Konflikte auszutragen – doch was ist mit unseren Hobbys, mit unserer Freundschaft? Wie wir als Eltern und Ehepaar unsere Freundschaft stärken.

Unsere Ehe hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. In manchen Bereichen hat sie sogar einen richtigen Aufschwung erlebt. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Zwischenstand in unserem 19. Ehejahr. Der Bereich, der meiner Meinung nach Nachholbedarf hat, ist unsere Freundschaft. Dies wurde durch den „Test“ beim Ehe-Alphakurs bestätigt.

Georg und ich haben sehr unterschiedliche Interessen und Freizeitaktivitäten, sodass wir nicht automatisch unsere Freundschaft bei gemeinsamen Hobbys pflegen.

Sehnsüchtig schaue ich manchmal Paaren nach, die gemeinsam joggen gehen. Wie schön wäre das! Aber Georg spielt Fußball und Tennis, ich gehe lieber wandern oder joggen im Wald. Er spielt leidenschaftlich gerne Brettspiele, mit Freunden, aber auch mit unseren großen Jungs, ich bevorzuge es, zu malen und Kreatives zu gestalten. Er repariert gerne Dinge in Haus und Garten, ich mache lieber Ausflüge allein oder mit den Kindern. Er lernt Italienisch, ich lerne Hebräisch. Irgendwie scheinen wir in fast allen Bereichen konträr zu sein.

Als Paar die Gemeinsamkeiten wiederbeleben

Das war eigentlich schon zu Beginn unserer Beziehung so. Gegensätze ziehen einander bekanntlich an. Doch da fanden wir trotzdem genug Möglichkeiten, unsere Freundschaft zu pflegen. Wenn man verliebt ist, macht man auch mal gerne etwas dem anderen zuliebe, nur um mit ihm Zeit zu verbringen. Außerdem liebten wir beide das Reisen. Ohne Kinder war es noch einfacher, spontan für ein paar Wochen zu verreisen.

Als die Kinder klein waren, war es unser Hauptanliegen, überhaupt Zeit zu zweit zu finden. Ein ungestörtes Gespräch oder ein gemeinsames Essen empfanden wir schon als Luxus! Die Pflege unserer Partnerschaft stand ganz oben auf der Prioritätenliste.

Jetzt, wo wir mit zunehmendem Alter unserer Kinder langsam wieder etwas mehr Zeit für Hobbys finden, merken wir unsere Unterschiedlichkeit wieder stärker.

Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, Zeit um Konflikte auszutragen, Zeit um auf Gott zu hören, Zeit um unsere Liebesbeziehung zu pflegen. Doch welche gemeinsamen Dinge könnten wir tun, um unsere Freundschaft zu vertiefen?

Gemeinsame Aktion – als Freunde

Viele Paare in unserer Situation landen gewohnheitsmäßig vor dem Fernseher.

Da wir keinen solchen besitzen und nur ab und zu DVDs schauen, sitzen wir manchmal einfach so zusammen, wenn die Kinder endlich alle im Bett sind. Neulich saßen wir also spät am Abend müde auf der Couch, als Georg meinte: „Ich hätte solche Lust auf eine Wurstsemmel. Holen wir uns schnell eine?“ Ich hatte auch Hunger, doch keine Lust, nochmal außer Haus zu gehen. Ich wollte ihn schon bitten, für uns beide eine zu holen. Da schlug er verschmitzt vor: „Weißt du was? Wir fahren schnell gemeinsam. Wie in den guten alten Zeiten. Die Kinder schlafen alle und in einer Viertelstunde sind wir wieder da. Fritz kann uns am Handy erreichen, falls jemand was braucht.“ Ich gab mir einen Ruck und klatschte auf seine ausgestreckte Hand. „Ok, Kumpel. Fahren wir.“ Plötzlich fühlten wir uns wieder sehr munter und jung. Wie oft hatten wir früher, vor den Kindern, solche nächtlichen Fahrten zur Tankstelle unternommen!

Wenig später saßen wir wieder auf der Couch, gemütlich schmausend und plaudernd. Georg spielte mir ein paar seiner neuen Lieblingslieder vor. Ich erzählte ihm von einem Lobpreislied, das ich getextet hatte. Wie gut das tat! Als Nachtisch gab’s sogar noch ein „Staberleis“ (Eis am Stiel). Unglaublicherweise hatten wir beide das gleiche gewählt. Unser gemeinsames Lieblingseis! Hoch lebe unsere Freundschaft!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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