14. November 2014

Liebe geht durch den Magen – Essen als Liebessprache


Als vierfache Mutter und Ehefrau eines sehr anspruchsvollen Feinschmeckers versuche ich seit vielen Jahren, Tag für Tag Gerichte zu fabrizieren, die einerseits schnell gekocht und gesund sind.

Kochen mit der Familie – Essen verbindet und macht Spaß

Als vierfache Mutter und Ehefrau eines sehr anspruchsvollen Feinschmeckers versuche ich seit vielen Jahren, Tag für Tag Gerichte zu fabrizieren, die einerseits schnell gekocht und gesund sind, andererseits auch von allen gemocht werden. Keine einfache Sache. Die Geschmäcker sind zum Teil sehr verschieden! Um nicht zu verzweifeln, hab ich begonnen, mir Listen zu schreiben, wer was besonders, durchschnittlich oder gar nicht mag. Es gibt da eine Georg-Liste (mein Mann), eine Fritz-Liste (erster Sohn) und eine Benni-Liste (zweiter Sohn). Die beiden „Kleinen“ essen glücklicherweise noch fast alles gerne, auch wenn sich da bereits Vorlieben herauskristallisieren. Aus den drei Listen und meiner eigenen Liste im Kopf (ganz wichtig: nicht auf sich selbst vergessen!) hab ich mir dann ein Repertoire an Rezepten erstellt, aus dem ich immer wieder schöpfe. Neues auszuprobieren ist schon auch manchmal drin, aber im normalen Alltag greife ich dann doch meist lieber auf Altbewährtes zurück. Ich gebe zu, es ist ein gewisser Aufwand. Aber einer, der sich lohnt.

Warum ich mir das antue?

Aus folgenden zwei Gründen:

  1. um ständige Diskussionen zu vermeiden, die das Essen betreffen (Selbstliebe)
  2. um meinen Lieben zu zeigen, dass ich sie mag (Nächstenliebe)

Klar gelingt es nicht immer, alle fünfhundertprozentig glücklich zu machen, was das Essen betrifft. Es gibt schon mal Gemaule und lange Gesichter, wenn gerade nicht die Leibspeise dran ist. Aber grundsätzlich ist ein liebevoll zubereitetes Essen unter Berücksichtigung der Wünsche meiner Familienmitglieder ein Liebesdienst, der ankommt. Eine gemeinsame Mahlzeit, die alle genießen ist eine wunderbare Form von Beziehungspflege. Wir achten darauf in unserer Familie, mindestens eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam einzunehmen – meist mittags, manchmal erst am Abend.

Dabei zählt nicht nur das, was wir essen, sondern auch das wie. Bei Tisch wird vor dem Essen erst mal gesungen – ein Danklied an Gott, von dem wir alles haben. Und dann darf gemütlich geplaudert werden, alles, nur keine schwierigen Themen oder gar Streitgespräche. Die verschieben wir auf einen späteren Zeitpunkt, um die gemeinsame Zeit ungetrübt genießen zu können.

“Viele Hände, schnelles Ende”

Nach dem Essen gibt es dann erst mal ein „Danke“ oder einen Schulterklopfer für den Koch. Meist bin ich das, und ich freue mich über diese kleine Anerkennung sehr. Manchmal kocht aber auch jemand anders – mein Mann ab und zu oder einer meiner älteren Söhne. Das ist dann ein besonderer Luxus und eine Freude für mich!

Das Tischabräumen erledigen wir auch großteils gemeinsam. Ich halte nichts von „Danke – und tschüss!“ Jeder in unserer Familie übernimmt einen Teil der Aufgaben, sei es das Aus- oder Einräumen des Geschirrspülers, das Kehren des Bodens etc. Auch wenn dieser Teil der gemeinsamen Mahlzeit nicht so beliebt ist, ergibt sich daraus manchmal eine nette Gemeinschaftsaktion. Sogar unser Jüngster hilft schon eifrig mit und balanciert unter dem wachsamen Blick seiner Geschwister einzelne Teller zum Geschirrschrank. „Viele Hände, schnelles Ende“ hieß es früher in meiner Familie, die auch eine Großfamilie war. Wie wahr. Und, motiviert durch die Extraportion Liebe im Magen, die von der leckeren Mahlzeit kommt, erledigt sich sowieso alles noch schneller… insgesamt eindeutig eine Win-Win-Situation!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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