18. März 2016

An erster Stelle steht mein Mann!

Mein Mann steht an erster Stelle - meinefamilie.at

Was ist wichtiger: der Partner oder die Kinder? Blöde Frage? Ja. Ich finde trotzdem, dass es lohnt, darüber nachzudenken!

Ich kann gut nachvollziehen, wenn Eltern sagen, dass ihre Kinder die wichtigsten Menschen in ihrem Leben sind. Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind hat eine Riesenkraft, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Diese Liebe lässt mich tagtäglich Dinge tun, die ich sonst nicht allzu prickelnd fände (bei sieben Grad eine Stunde am Spielplatz stehen, mäßig spannende Kartenspiele spielen, Stöcke und Steine im Wald sammeln,…).

Meine drei Kinder haben mein Herz erobert!

Bedürfnisse der Kinder stillen

In unserer Familie (wie wahrscheinlich in allen Familien) ist es so, dass die Kinder mehr Aufmerksamkeit als der Partner oder die Partnerin bekommen. Wir Eltern tragen für sie schließlich die Verantwortung und setzen Unmengen an Zeit, Energie und Herzblut dafür ein, dass es ihnen gut geht. Das ist auch gut so!

Die Bedürfnisse der Kinder müssen meistens sofort oder zumindest rasch gestillt werden, während mein Mann warten und gut für sich selber sorgen kann.

Meine Kleinen sitzen also nicht vor Hunger brüllend im Wohnzimmer, während ich mit ihrem Papa in der Küche herumknutsche ;-). Unsere Kinder sind das Wertvollste, das Gott meinem Mann und mir anvertraut hat – dieser Verantwortung wollen wir mit ganzer Kraft nachkommen!

Kinder gehen, der Partner bleibt

Und dennoch: Auf der Prioritätenliste meines Lebens steht mein Mann an erster Stelle. Warum?

Kinder sind uns Eltern anvertraut. Die Aufgabe von uns Eltern ist es, sie so gut wie möglich ins Leben hinein zu begleiten. Wir heißen sie liebevoll in unserer Familie willkommen, schenken ihnen Geborgenheit. Wir helfen ihnen, ihre Talente zu erkennen, vermitteln ihnen Werte, geben ihnen Ratschläge. Aber: Ziel all dessen ist nicht, sie immer enger an uns zu ziehen.

Im Gegenteil: Wir Eltern müssen unsere Kinder loslassen, damit sie ihren eigenen Weg gehen können.

Puh! Das ist harter Tobak für mich als Mutter. Es erfüllt mich mit Wehmut, wenn ich daran denke, wie meine Kleinen mehr und mehr flügge werden. Heute schläft unser Jüngster noch genüsslich schmatzend an meinem Busen ein, morgen futtert er seinen Obst-Getreide-Brei und übermorgen kocht er sich Spagetti in seiner Studenten-WG.

Jetzt in die Partnerschaft investieren

Und was bleibt, wenn die Kinder sich aufmachen, um in die große weite Welt zu ziehen? Mein Mann! Das ist zumindest das, was wir uns versprochen haben („in guten und in schlechten Tagen“) und das ist es, was wir uns von ganzem Herzen wünschen. In zwei Jahrzehnten tragen wir kein Baby mit Bauchweh die halbe Nacht durch die Wohnung oder helfen unseren Kids bei den Hausaufgaben. Da sitzen wir dann zu zweit im Wohnzimmer und haben hoffentlich immer noch Freude aneinander. Anders als in der Beziehung Eltern-Kinder geht es in der Partnerschaft gerade darum, immer mehr zusammen zu wachsen.

Damit wir später, wenn die Kinder außer Haus sind, miteinander etwas anfangen können, müssen wir JETZT in unsere Partnerschaft investieren.

Was für eine Herausforderung angesichts unseres übervollen Alltags!

Auch die Kinder profitieren

Leiden die Kinder darunter, wenn Eltern ihre Partnerschaft so wichtig nehmen? Nein, sie profitieren davon. Das findet auch der dänische Familientherapeut Jesper Juul: „In allen Familien mit zwei Elternteilen ist die Liebesbeziehung der Erwachsenen das Wichtigste. Sie gibt den Ton an und entscheidet über die Atmosphäre in der Familie. Die beiden Partner sollten deshalb ihre Liebe zueinander unbedingt pflegen. Das ist das Geschenk, das sich ihre Kinder am meisten wünschen.”

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EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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