5. August 2016

Die Ehe ist Zeugnis der Liebe

Ehe ist Zeugnis der Liebe - meinefamilie.at

Ehepaare haben einen Auftrag in der Welt: Durch ihre Liebe zueinander geben sie Zeugnis für die Liebe Gottes. Deshalb braucht die Welt die verheirateten Paare, die liebevoll zueinander sind.

Es ist eine unübersehbare Tatsache. Die Ehe steht heute mitten im Brennpunkt der Krisen und Widersprüche, die unsere moderne Gesellschaft prägen: in der Krise von Gewalt, Macht, Grausamkeit, letztlich in einer Krise der Liebe. All diese Krisen nehmen Einfluss auf die Ehe und wollen sie zerstören. Doch es bleibt die Gewissheit, dass Gott sich als Vater der Menschheit offenbart hat und dass Christus die Ehe als Sakrament eingesetzt hat. Deshalb wird die Institution der Ehe alle Schwierigkeiten der Zeit überwinden. Sie wird weiterhin der Welt ihre Botschaft und das Zeugnis der Liebe geben, auch wenn gewisse Politiker den Menschen einzureden versuchen, die Ehe sei als Keimzelle der Gesellschaft überholt, der Wohlfahrtsstaat sei viel besser in der Lage, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Das Einzige, was in unserer Beziehung als Ehepartner zählt, ist das Maß unserer Liebe zueinander, da jeder ein Teil des anderen ist. Und damit wächst unsere Liebe aufeinander zu, die nie ihren Zielpunkt erreicht, weil sie auf die unendliche Liebe des Schöpfers ausgerichtet ist und ihre letzte Erfüllung erst in der Vereinigung bei der ewigen Begegnung mit Christus findet.

Versöhnung in der Ehe ist ein Stück vom Glück

Jedes Mal, wenn wir uns in der Ehe lieben, den Mut aufbringen, unser Geschick miteinander zu teilen, Hand in Hand mit der Gnade Gottes unseren Lebensweg zu gehen, erfüllen wir ein Stück jener Sehnsucht, die jeder Mensch tief in seinem Herzen trägt. Wenn wir uns als Ehepaar im Herrn eins wissen, weil seine Kraft uns befähigt, auch in schwierigen Momenten zu verzeihen, einander zu verstehen, Versöhnung herzustellen, erleben wir in solchen Augenblicken etwas von jenem Glück, das die Menschheit braucht.

Als Ehepaar machen wir uns auf den Weg mit Christus: “Liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat” (Eph 5,2). So dürfen wir zu einem lebendigen Hinweis für eine „Kultivierung der Liebe“ werden, zu einem Symbol für das Reich Gottes, das jeden Tag im Kommen ist.

Der Ehebund offenbart das unaussprechliche Geheimnis der Liebe Gottes und schenkt der Welt ein Zeichen seiner Gegenwart und einen Vorgeschmack dieser göttlichen Liebe zu den Menschen.

Die Ehe als offenes Fenster für die Welt

Alle, die mit uns Ehepaaren in Berührung kommen, sollen etwas von dem bedingungslosen Ja Christi zur Welt spüren. Und damit wird die Ehe nicht nur zu einem Ort des Heilsgeschehens, sondern auch zu einem Fenster, durch das man das Panorama des Heilsplanes Gottes mit dem Menschen in einer doppelten Dimension erkennen kann: schon gegenwärtig und noch in Erwartung; das Reich Gottes, das gekommen ist, das sich mitten unter uns befindet, und doch nicht von dieser Welt ist; das ewige Leben, in dem wir uns bewegen und in das wir noch eintreten werden.

Uns Ehepaaren ist es aufgetragen, die Zeichen des Heils auch im grauen Alltag, in den unscheinbarsten Ereignissen zu erkennen und das Leben danach auszurichten.

Als Ehepaare sollen wir als Abbild Gottes per exellence der Welt die Liebe Christi den Menschen sichtbar vor Augen stellen. Es ist eine Liebe, die total in das Leben des anderen eintritt, mit ihm eins wird in der Andersartigkeit seiner Person.

Zeugnis der Liebe durch gelebte Liebe

Gleichzeitig drückt die Ehe auch eine prophetische Realität aus: Sie wird zum Träger einer Botschaft für die Welt als Zeichen der Liebe und Treue Gottes, trotz der Lieblosigkeit und Untreue der Menschen. Das Zeugnis, das wir heute zu geben haben, ist nicht so sehr ein Zeugnis durch Worte, sondern durch eine gelebte Liebe:

Durch unser eheliches Sosein bezeugen wir, dass Gott Liebe ist.

Wir dürfen diese Liebe gegenwärtig und sichtbar machen inmitten einer oft gottfernen Menschheit. So wie die Liebe Gottes treu und unwiderruflich ist, so gibt unsere Gemeinschaft als Ehepartner Zeugnis darüber, dass als Antwort auf die Großzügigkeit Gottes eine unwiderrufbare Liebe und Treue der Menschen mit der Gnade ihres Herrn möglich ist.

Ehe muss attraktiv sein

Deshalb braucht die Welt die verheirateten Paare, die liebevoll zueinander sind, um das zu bestätigen, was Jesus zu allen Christen sagt: “Das sage ich euch, damit meine Freude in euch ist, und damit eure Freude vollkommen wird. Ich bin gekommen, dass ihr das Leben habt und es in Fülle habt” (Joh 15,11,10,10). Damit die sakramentale Ehe ihre Zeichenhaftigkeit bewahrt, darf sie nicht langweilig und begeisterungslos sein, darf sie nicht bloß gut sein; sie muss sich als attraktiv erweisen.

Nichts wird die positive Reaktion und Aufmerksamkeit mehr auf sich ziehen als uns als ein Paar zu sehen, das mit den Jahren weiterwächst und seine Liebe füreinander vermehrt.

In der Ehe nimmt die Erneuerung der Gesellschaft ihren Ausgangspunkt. Dort lassen sich Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe, Versöhnung und Frieden erfahren. Dort werden neue Menschen geformt, die in Freiheit und Brüderlichkeit zu Trägern des Friedens werden, die die Welt verändern können. Von dort aus ereignet sich Hoffnung auf die Welt. Dort ist die Keimzelle, in der menschliche Persönlichkeiten herangeformt werden, die Schule der Menschheit, in der man das Ideal eines Neuen Menschen in die Tat umsetzt.

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Wir Ehepaare sollen die Geschichte mitgestalten und aus dem Licht des gelebten Evangeliums die Herausforderung unserer Zeit annehmen: ein unübersehbares Zeichen der Güte Gottes zu sein, in der Weitergabe von unzerstörbaren Lebensqualitäten als dringende Antwort auf den Hunger nach Liebe, in der Universalisierung eines Konzepts des Füreinander, das wir schon erfolgreich erprobt und gelebt haben, Strahlen-Zentrum” der Liebe zu sein für uns selbst, für unsere Kinder, für alle, die mit uns in Berührung kommen, mit uns ihr Brot teilen, aus dem Bewusstsein heraus, dass alles, was nicht gegeben wird, verloren ist, damit eines Tages die ganze Menschheit von der Provokation dieser Liebe durchdrungen ist, auf dass sie selbst zu einer Gemeinschaft der Liebe wird.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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