13. Mai 2015

Als Ehepaar gemeinsam beten


Als Ehepaar gemeinsam beten hilft uns, die Schwierigkeiten unseres Charakters zu überwinden und einander zu verzeihen. Das Beten für den Partner ist Ausdruck der Liebe.

Man kann das Beten mit dem Atmen vergleichen, mit dem Sauerstoff, der die Seelen mit dem Atem Gottes durchflutet. So ist das Gebet für uns Ehepartner ein Ausdruck der geistlichen Gemeinschaft mit dem Allerhöchsten in Anbetung, Lobpreis, Danksagung und staunende Ehrfurcht vor ihm: Guter Gott, Du hast uns geschaffen als Dein Abbild. Du hast uns füreinander geschaffen. Wir loben dich, wir danken Dir. In Deiner Absicht liegt es, dass wir als Mann und Frau, als Ehepaar, unseren Lebensweg gehen. Wir loben Dich, wir danken Dir. Du willst, dass es uns gut geht. Als dein Abbild leben wir, einer für den anderen. Deine Liebe, Herr, verbindet uns miteinander und mit dir. Deine Zuwendung, Deine liebende Hand, Dein erkennender Blick geben uns Sicherheit und machen uns liebesfähig und belastbar für unseren Alltag in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft, in der Kirche. Herr, Du hast uns Menschen anvertraut. Im Gebet füreinander dürfen wir so aus einer bedingungslosen Liebe heraus Segen füreinander und für andere sein.

Den anderen um Verzeihung bitten

Gott lädt uns auch ein, voreinander unsere Verfehlungen und Unterlassungen zu bekennen (Jk 5,16). Das mag uns manchmal schwer fallen, aber die Erfahrung zeigt, dass die gegenseitige Liebe dadurch nicht geschmälert, sondern noch mehr vertieft wird. Wenn wir den Mut aufbringen, nie die Sonne über unserem Zorn untergehen zu lassen, bevor wir den anderen um Verzeihung gebeten haben, dann können uns die äußeren Stürme des Lebens uns nichts mehr anhaben. Vielmehr gehen die Wurzeln unserer Beziehungen noch tiefer im Erdreich des gegenseitigen Vertrauens.

Als Ehepaar beten hilft

So hilft uns das Gebet, die Schwierigkeiten unseres Charakters zu überwinden, einander zu verzeihen, mit einem größeren Vertrauen wieder von Neuem zu beginnen. Das Gebet wird zu einer „Autobahn“ zu Gott, zu einem Sich-Bewusstwerden der Beziehungen zwischen uns und Christus; denn er ist es, der uns im Bund der Ehe vereint und gesegnet hat. Er will darin leben, uns nähren und stärken. Er, die menschgewordene Liebe, lässt uns an seinem Sein teilnehmen. Er ist durch das Gebet in besonderer Weise unter uns gegenwärtig, weil wir in seinem Namen vereint sind. Wir tun es mit einem einmütigen Herzen, das uns Christus in der Ehe geschenkt hat. Christus, der in uns lebt, betet durch uns zum Vater. Als Kinder Gottes dürfen wir “Abba, Vater” sagen.

Für den Ehepartner beten

Ein besonderer Ausdruck der ehelichen Liebe ist auch das betende Begleiten des Partners, wenn dieser eine wichtige oder schwierige Aufgabe zu erfüllen hat. Das Wissen, mein Mann oder meine Frau sind im Gebet mit dabei, sie oder er stützt mich, gibt innere Kraft und Sicherheit, so wie damals Aaron und Hur Moses in seinem Ringen mit Gott während der Schlacht mit den Amalekitern die Arme gestützt hatten (Ex 17,8-13).

Als Ehepaar füreinander beten

Im gemeinsamen Dankgebet dürfen wir alles, aber auch wirklich alles, die erfreulichen und schmerzlichen Ereignisse, die sympathischen und weniger sympathischen Menschen als Geschenk aus Gottes Hand annehmen. In diesem Zusammenhang erhält auch das Abendgebet in unserer hektischen Zeit einen besonderen Stellenwert; weil alles, was wir mit Danksagung in uns aufnehmen, uns zum Besten gereicht: Danke für einen gelungenen Tag. Danke für gute Gedanken. Danke für Freunde und Familie. Danke für meine Arbeit.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe aus Deutschland ins Heilige Land führte, fand ich meine zukünftige Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe, Reiseleiter und Schriftsteller fand ich in der Heimat Jesu auch meine “wahre” Heimat.


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