12. Januar 2015

Die 5 Sprachen der Liebe: Wie wir sie kommunizieren


Die 5 Sprachen der Liebe und wie sie kommuniziert werden – welche Liebessprache spreche ich, welche mein Partner und warum es so wichtig ist, diese vom anderen zu wissen.

Dieses Weihnachten hat es mir wieder einmal vor Augen geführt: Ich bin definitiv nicht der Geschenketyp. Wenn ich eine richtig gute Idee habe, dann schenke ich sehr gerne. Aber so richtig gute Ideen bleiben oft genug aus und dann suche ich gestresst nach etwas, das doch irgendwie Freude bereiten könnte. Ich kriege natürlich auch gerne Geschenke, aber es ist mir nicht soooo wichtig. Wirklich nicht. Eine Freundin von mir ist da ganz anders: Sie bringt mir immer wieder nette Aufmerksamkeiten mit, sucht mit Bedacht Geschenke aus und freut sich selbst riesig über etwas Schönes. Für sie drücken sich dadurch sichtbar Liebe und Zuneigung aus.

Um die Liebessprache des anderen wissen

Für den amerikanischen Autor und Eheberater Gary Chapman sind Geschenke und liebevolle Aufmerksamkeiten – ein selbst gepflückter Blumenstrauß, eine Tafel Lieblingsschokolade oder ein Zettel mit kleinen Nachrichten – eine der 5 Sprachen der Liebe. Chapman hat herausgefunden, dass Menschen in Sachen Liebe auf unterschiedliche Weisen kommunizieren und nennt diese Kommunikationsweisen „Sprachen der Liebe“. Jeder Mensch hat seine eigene Liebessprache und zeigt seine Liebe auf seine besondere Weise. In einer Partnerschaft ist es wichtig, dass man um die Liebessprache des anderen weiß und sie sprechen lernt. Wenn mein Mann mir geduldig zuhört, wenn ich erzähle, was mich bewegt, wenn wir zusammen etwas unternehmen oder uns für’s Abendessen zu Hause genügend Zeit nehmen, spüre ich, dass er mich liebt. Meine der 5 Sprachen der Liebes ist also die der „Zweisamkeit“. Ist mein Mann beruflich sehr eingespannt und abends oft unterwegs oder haben wir zu viele Termine, so dass uns die Zeit zu zweit fehlt, werde ich unrund und fühle mich schnell einmal allein gelassen.

Neben den beiden Sprachen „Geschenke“ und „Zweisamkeit“ nennt Chapman in seinem Buch „Zärtlichkeit“, also das Bedürfnis nach körperlicher Nähe – eine Umarmung zwischendurch, sich an den Händen halten, Sex –, sowie „Hilfsbereitschaft“ und „Lob und Anerkennung“ als Liebessprachen. Wer merkt, dass ihm ermutigende Worte der Partnerin besonders gut tun, spricht vielleicht die Sprache „Lob und Anerkennung“. Wer sich besonders kränkt, weil der Partner nicht bei der Hausarbeit hilft, spricht vielleicht die Sprache der „Hilfsbereitschaft“ – und wird vom anderen nicht verstanden. Dass alle 5 Sprachen der Liebe in einer Partnerschaft wichtig sind, ist klar. Dennoch hat jeder – so Chapman – ein oder auch zwei Kommunikationsweisen, die ihm besonders liegen.

Lernen, was dem anderen gut tut

In den Jahren unserer Partnerschaft mussten mein Mann und ich erst einmal lernen, was dem oder der anderen gut tut und gefällt. Was nützt die Liebe meines Mannes, wenn sie bei mir nicht ankommt, weil er sie auf eine für mich unverständliche Weise kommuniziert? Natürlich freue ich mich über einen schönen Blumenstrauß, den er mir mitbringt. Die fehlende Zeit mit ihm kann dieser aber nie und nimmer ausgleichen. „Wir müssen uns entscheiden, unsere Kräfte dafür einzusetzen, dem anderen Gutes zu tun“, schreibt Chapman in seinem Buch. Für mich bedeutet das, meinem Mann mit kleinen Zärtlichkeiten im Alltag zu zeigen, wie wichtig er mir ist. Wenn ich ihm im Vorbeigehen die Hand auf den Rücken lege oder ihn inmitten des abendlichen Familienchaos kurz umarme, dann spürt er meine Liebe.



EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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