9. Dezember 2019

10 Wege, wie wir unsere Streits beenden

10 Wege, wie wir unsere Streits beenden

Vor der Geburt unseres Babys habe ich die Beziehung zu meinem Mann als 90% harmonisch und 10% hormonisch bezeichnet. Das hat sich etwas geändert. Die ersten Monate mit unserem Kind haben uns sehr herausgefordert, der ständige Schlafmangel hat sein Übriges getan.

Ein Tipp, den ich einmal irgendwo in einem Paarbuch gelesen habe, war: Never be angry at the same time – Seid nie gleichzeitig wütend. Eh nett, wenn das funktioniert. Tja und wenn nicht?

Hier zehn Wege, wie wir nach einem Streit Frieden schließen bzw. einen „Cut“ machen, damit eine Annäherung wieder möglich ist:

#1 Den Raum verlassen

Mein Mann verlässt manchmal einfach den Raum. Zuerst ärgert mich das, aber dann gibt mir der Abstand die Möglichkeit, dass die Wut weniger wird und ich wieder rationaler auf die Situation schauen kann. Letztens ist mir dann so der Gedanke gekommen:

„Und wenn’s jetzt gar nicht um mich und um mein Recht geht, sondern um meinen Mann!? Was würde er brauchen, damit es ihm wieder besser geht?“

(Wertschätzung, für das, was er heute schon getan hat)

#2 Sich entschuldigen

Ganz konkret wofür:

Entschuldigung für den „Trottel“ und dass ich gesagt habe, dass du immer nur auf dich schaust. Das stimmt nicht. Du bist kein Trottel, sondern mein lieber Ehemann. Und heute hast du auch schon mehrmals auf mich geschaut.

Oder: Ich wünsche mir eine Entschuldigung für…

#3 Beten

So, Jesus. Du hast gesagt, wir dürfen zu dir kommen, so wie wir sind. Bitteschön, hier bin ich. Total grantig. Ich habe überhaupt keine Lust, mich zu entschuldigen oder meinem Mann entgegenzukommen, weil ich denke, dass ich Recht habe. Du darfst die Situation jetzt retten. Amen.

#4 Sagen, was man gerade nicht gemacht hat

Ich bin total stolz, dass ich gerade nicht deine Steinesammlung vom Balkon geworfen habe (obwohl ich Lust dazu gehabt hätte). Ich habe gerade nicht das Ketchup in deine Patschen eingefüllt (obwohl ich gerade etwas machen wollte, um dich zu ärgern). Ich habe dir gerade kein Loch in deine Haare geschnitten.

#5 Atmen

Ausatmen. In den Bauch einatmen. Ausatmen. Die Füße spüren.

#6 Uns fragen: Wo wäre Jesus denn jetzt gerade?

Bei mir kommt dann oft so das Bild, dass er ruhig neben uns sitzt, den „Sturm“ aushält und wartet. Und bei uns ist.

Oder wir denken an die Jünger Jesu. Das bringt uns zum Schmunzeln, weil die sich auch oft wegen Kleinigkeiten gestritten haben (wer zum Beispiel neben Jesus sitzen darf).

#7 Schweigen

„Zum Streiten gehören immer zwei!“ Diesen Satz habe ich als Kind furchtbar nervig gefunden. Jetzt höre ich (oder mein Mann) manchmal mitten im Streit auf zu reden. Der andere darf dann noch weiterschimpfen und alles loswerden.

Aber den Streit an sich gibt’s dann tatsächlich nicht mehr, weil‘s keinen Konter mehr gibt. Als wir das Schweigen eingeführt haben, haben wir auch dazugesagt: Ich rede in zehn Minuten wieder mit dir, ich will so gerade nicht mehr weiterreden.

#8 Die kleine Becci würde gerade…

Ich erzähle meinem Mann oder spiele ihm vor, was mein inneres wütendes Kind im Moment machen würde. Und dann hüpfe ich wie ein Rumpelstilzchen herum und mache einen „Wuttanz“. Oder ich sage: Also die kleine Becci würde dir gerade gegen das Schienbein treten und dir dann ein Loch in die Jeans schneiden.

#9 Eine Kerze anzünden

Den Tipp habe ich von einem befreundeten Ehepaar bekommen. Ich glaube für uns passt es nicht, aber vielleicht für ruhigere Paare, wo sich einer eher zurückzieht. Der könnte das dann als Zeichen setzen für: Ich bin wieder bereit für ein friedlicheres Gespräch.

#10 Uns an die GfK (Gewaltfreie Kommunikation) erinnern

Wie waren nochmal die vier Schritte? Ah ja. Beobachten ohne Bewerten – Ich habe gehört: Aaaach, Becci, nerv‘ net! Welches Bedürfnis wird gerade (nicht) erfüllt? Respekt. Welches Gefühl habe ich gerade? Wut! Was wünsche ich mir? Eine Entschuldigung.

Und wozu das alles? Für die Liebe. Und den Frieden.



EIN ARTIKEL VON
  • Rebecca Thum

    Ich bin Ehefrau und Mami von einer kleinen Tochter und einem Himmelsbaby. Ich bin Trainerin, Pastorale Mitarbeiterin und Lebens- und Sozialberaterin in Karenz. Ich schreibe über das, was bei uns gerade aktuell ist, und wie wir dabei mit Jesus unseren Alltag meistern können.


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