19. November 2017

10 Dinge, die ich aus unserem ersten Ehejahr gelernt habe

10 Dinge, die ich aus unserem ersten Ehejahr gelernt habe - meinefamilie.at

Seit mehr als einem Jahr dürfen mein Mann Daniel und ich uns nun schon Ehemann und Ehefrau nennen. Lange haben wir hingefiebert auf den Moment, in dem wir uns vor Gott und allen Anwesenden das „Ja-Wort“ zusprechen durften. Wie sich diese Freude im Alltag verwandelt hat, möchte ich in zehn Punkten zusammen fassen, die wir aus unserem ersten Jahr als Ehepaar gelernt haben.

#1 Die Ehe ist schöner, aber auch herausfordernder, als wir uns erträumen können.

Alles beginnt mit dem großen Tag. Aber eigentlich geht es erst am Tag nach der Hochzeit so richtig los und das Versprechen der Hochzeit nimmt im Alltag Form an. Für uns war mit der Hochzeit so einiges neu und aufregend und ehrlich gesagt ist die Ehe für uns jeden Tag viel schöner, als wir sie uns jemals hätten erträumen können (und wie gesagt, wir haben uns Großes erträumt). Allerdings fordert sie uns auch viel mehr heraus, als wir gedacht hätten. Eigentlich fordert sie alles von uns.

Die Ehe fordert unseren Stolz, unsere Eigenheiten, unsere Sicherheiten und unseren Egoismus heraus.

Wir lernen, uns ganz für den anderen hinzugeben und eine Liebe zu leben, die wie Jesu Liebe treu, uneingeschränkt, fruchtbar und frei ist.

#2 Es macht einen Unterschied, ob wir verheiratet sind oder nicht.

Ja, wirklich! Oft hört man von Paaren, dass sie keine Hochzeit brauchen, weil sie sich lieben und das nicht erst versprechen müssen. Ab dem Moment, in dem ich meinem Mann am Altar allerdings versprochen habe, dass ich ihn jeden Tag meines Lebens lieben, achten und ehren möchte, hat sich in mir etwas Drastisches verändert. Mein Blick hat sich von mir weg gewendet und durch das Versprechen werde ich jeden Tag erinnert, dass nicht ich das Zentrum des Geschehens bin, sondern Gott und mein Mann.

Wir müssen nicht mehr unbewusst einander „auschecken“ und uns heimlich die Frage stellen, ob wir wirklich zusammen passen oder ob nicht irgendwo jemand Besseres wartet, sondern können uns voll und ganz auf den anderen einlassen.

Nicht mehr die Frage ob wir zusammenpassen steht im Vordergrund, sondern mehr die Frage, wie wir am besten zusammenpassen. Auch merken wir, wie sehr Gott seinen Segen auf das Sakrament der Ehe legt und wie sehr er diesen Bund mit Fruchtbarkeit segnet.

#3 Sex ist wichtig, aber nicht die wichtigste Sache der Welt.

Hier werden vor allem die Paare schmunzeln, die schon mehrere Jahre verheiratet waren, für mich war dieser Punkt jedoch eine echte Erkenntnis. In den drei Jahren, in denen wir uns verliebten und verlobten, war für uns immer klar, dass wir uns einander erst mit der Hochzeit nicht nur ganz geistig und seelisch, sondern auch körperlich ganz schenken möchten. Wer sich dieses Ziel gesetzt hat, der weiß, wie viel Schweiß, Gespräche und harte Arbeit es braucht, um diese Herausforderung über die Jahre durchhalten zu können und wie viele Menschen einen komisch anschauen, schließlich „gehört das ja einfach dazu“.

Für uns hat sich jeder Einsatz in dieser Hinsicht mehr als gelohnt. Wir haben im Verzicht gelernt zu reden, einander wahrhaftig zu lieben und uns für den anderen hinzugeben und können jedem Paar nur empfehlen, diesen Weg zu gehen. Auch unsere Hochzeitsnacht hat alles, was wir uns je hätten vorstellen können, überschritten. Durch das viele Auseinandersetzen und Reden über unsere Sexualität und die vielen kritischen Blicke hat sich in mir das Bild breit gemacht, dass wir da ganz schön hinter dem Mond leben müssten mit unserer Einstellung. Im täglichen Leben habe aber vor allem ich erkannt, wie tief und heilig die Sexualität ist und wie sehr Gott sich in diesem Akt offenbart. Sie kann allerdings wirklich nie die Basis einer Beziehung darstellen, wie uns die Gesellschaft das oft so eintrichtern möchte. Der voreheliche Verzicht hat sich mehr als gelohnt und so können wir jetzt im Rahmen der Ehe alles nachholen.

#4 Die Rollen als Mann und Frau achten.

Die Frau ordne sich dem Mann unter und der Mann liebe die Frau wie sich selbst (vgl. Eph 5, 21-33).

Da ist wirklich was dran! Wir haben diesen Vers aus der Bibel als unseren Hochzeitsspruch gewählt, weil er uns in der Vorbereitung auf die Ehe schon sehr berührt hat. Jetzt im Ehealltag merken wir erst, wie wichtig diese Aufforderung ist. Als Frau habe ich sehr gerne und oft meine Pläne, die ich durchsetzen möchte. Ich weiß, wie die Klamotten in den Schrank geräumt gehören und wie wir am besten unseren Samstag gestalten, um alles, was wir (oder besser gesagt ich) mir vorgenommen habe durchführen zu können. Durchkreuzt mein Mann meine Pläne allerdings, indem er die Klamotten anders in den Schrank einräumt oder am Samstag andere Prioritäten hat, kann ich ganz schön aus der Haut fahren.

Genauso wichtig ist es für meinen Mann, sich ganz auf mich und meine Bedürfnisse als Frau einzustellen, nicht nur, wenn diese einmal von Monatshormonen oder einer Schwangerschaft durcheinander gebracht sind.

Damit unsere Ehe wirklich Frucht bringen kann und wir als Ehepartner in unseren Rollen als Mann und Frau wirklich aufblühen können, ist es wichtig, dass wir uns immer wieder auf diese Verse zurück besinnen.

#5 Die Ehe lehrt, seine eigenen Grenzen zu überschreiten.

In der Kennenlernphase und Verlobungszeit dachte ich eigentlich immer, dass wir super harmonieren und auch unsere Prägungen aus unserem vorigen Umfeld und unserer Familie für uns keine Hürde darstellen, sondern sehr kompatibel sind. Im Alltag haben wir allerdings festgestellt, wie unterschiedlich wir erzogen und aufgewachsen sind. Gerade in Streitsituationen oder vor großen Entscheidungen haben wir gelernt,komplett unterschiedlich zu handeln. Meine Handlung kann meinen Mann dabei – ohne dass es mir bewusst ist – ziemlich verletzen. Dann liegt es an mir, dass ich mich frei mache von dem, was ich gelernt habe, um einen Schritt auf meinen Partner zuzugehen und den Weg zu finden, der gemeinsam gut funktioniert.

Gewohnheiten und Prägungen zu überwinden kann ganz schön hart sein, hilft aber ungemein im gemeinsamen Miteinander.

#6 Worte haben Macht

Es ist nicht egal, wie ich mit meinem Ehepartner spreche. Vor allem in Stresssituationen ist uns aufgefallen, wie schnell man mit dem Ehepartner wie mit den Eltern oder Geschwistern redet. Als Ehefrau und als Ehemann können wir uns entscheiden, durch unsere Worte unseren Partner zu segnen oder ihm das Leben schwer zu machen. Ich möchte als Ehefrau immer mehr lernen, durch meine Worte meinem Ehemann Kraft, Stärke und Mut zuzusprechen und meine Liebe ihm gegenüber nicht nur zu denken, sondern auch auszudrücken. Das segnet nicht nur ihn, sondern auch mich.

#7 Es prüfe, wer sich ewig bindet.

Wie wahr sind diese Worte und wie froh bin ich, dass wir sie in den Phasen vor der Hochzeit ernst genommen haben. Meine Schwächen und Fehler haben sich genauso wenig in Luft aufgelöst wie die meines Ehemannes. Auch unsere persönlichen Kämpfe und Probleme haben nicht von selbst Reißaus genommen.

Heute kann ich Daniel für seine Schwächen keinen Vorwurf machen. Sie waren mir bewusst, bevor ich ihm mein Versprechen gegeben habe, ihn zu lieben, bis der Tod uns scheidet.

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Das Eheversprechen: eine Entscheidung, die trägt.

Auch konnte ich die Zeit vor der Ehe sehr gut nützen, um mein eigenes Herz zu prüfen und zu sehen, ob es bereit ist, mich ganz Gott und Daniel in der Berufung als Ehefrau hinzugeben.

#8 Wenn wir nicht an einem Strang ziehen, ziehen wir gegeneinander.

Als Ehepaar muss man als Team arbeiten. Ziehen wir nicht an einem Strang, dann sind wir nicht einfach nur gerade unterschiedlich unterwegs, sondern wir ziehen sogar gegeneinander. Gerade wenn es uns schwer fällt und Verletzungen oder der Wunsch nach Selbstverwirklichung im Vordergrund stehen, ist es ungemein wichtig, dass wir uns wieder bewusst werden, dass wir nur zu zweit stark sind. Oft sind wir dann auch herausgefordert uns zu verzeihen, obwohl wir noch nicht bereit dazu sein.

Nur durch Verzeihen kommen wir wieder auf einen gemeinsamen Nenner und je öfter wir lernen dem anderen zu verzeihen und über unseren Schatten des Stolzes zu springen, desto leichter wird die Vergebung mit der Zeit.

#9 Es braucht andere Paare, um die Ehe stark werden zu lassen.

Schon in der Verlobungszeit haben wir angefangen, unsere „heißen Eisen“ mit einem anderen Paar zu besprechen, das schon mehr Erfahrung hat als wir. Auch heute noch sind diese Gespräche für uns Hoffnungsschimmer, Motivation und Ermutigung zugleich und jedes Mal konnten wir einander durch die Augen des anderen Paares besser verstehen und tiefer wachsen. Auf einmal wurde uns bewusst, dass wir nicht alleine sind und andere Paare ähnliche Situationen durchgemacht haben. Wir konnten durch diese Vorbilder ungemein reifen und wachsen. 

#10 Gott muss für jeden Ehepartner die Nummer eins sein

Obwohl ich diesen Punkt als Letztes aufführe, ist er eigentlich der Wichtigste.

Häng deinen Mantel nicht an einen Haken, der das Gewicht nicht tragen kann!

Kein Mensch kann all unsere Sehnsüchte und Liebeslöcher füllen und dies wäre auch zu viel verlangt. In meinem ersten Ehejahr habe ich erkannt, dass unsere Ehe nur wirklich dann Sinn macht, wenn ich all meine Sorgen, Ängste, Sehnsüchte und Nöte zuerst in Gottes Schoß platziere als in dem von meinem Ehemann. Gott ist der, der mein Innerstes erschaffen hat und es am besten zu halten und zu pflegen weiß. Zwar ist mein Mann sehr gut darin, mich immer besser zu lieben, allerdings kann nur Gott meinen Liebestank füllen. Und je mehr meine Intimität zu Gott wächst, Daniels Intimität zu ihm wächst und wir gemeinsam als Ehepaar in ihm verankert sind, desto schöner und himmlischer wird unsere Ehe.

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EIN ARTIKEL VON
  • Christina Walch

    Seitdem ich Gott immer konkreter in meinem Leben erleben darf, wird mein Leben schöner, als ich es mir je hätte vorstellen konnte. Ich wünsche mir, dass viele Menschen dieses Leben in Fülle für sich entdecken und blogge (auch auf christinawalch.com) über Themen wie Beziehung, Liebe, Schönheit und Identität.


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